Deutschlands Prädikatswinzer 2018: Steigende Umsätze, sattes Exportplus und Bio-Weingüter

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Die 196 Winzer, die sich im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zusammenfinden, haben im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von vier Prozent erzielt. Mit 53 Prozent berichten mehr als die Hälfte der Weingüter von gestiegenen Umsätzen, ein weiteres Drittel blickt auf stabile Verkaufszahlen zurück. Ein Viertel der Weingüter hat bereits komplett auf Bio umgestellt.

„Das Weinjahr 2018 war wieder ein Jahr, das den VDP-Winzern alles abverlangte. Immer mehr rückt für die VDP-Winzer die Bedeutung des optimalen Lesetages in den Vordergrund. Frühzeitig beginnen, die Weinberge perfekt vorlesen und dann auch zügig in einem zweiten und dritten Durchgang die gerade richtig reifen Trauben ernten. Dieses Fingerspitzengefühl war 2018 besonders wichtig und wurde mit präzisen, frischen Weinen belohnt, die den Geschmack des Weinbergs widerspiegeln“, so Steffen Christmann, Präsident des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter.

Im Vorfeld der VDP-Weinbörse hat der VDP wie in jedem Frühjahr aktuelle Wirtschaftsdaten seiner Weingüter aus dem vergangenen Jahr abgefragt und daraus Durchschnittswerte gebildet. Neben den Fragen nach Umsatz und Geschäftsentwicklung wurden dabei sowohl die Preistendenz der verschiedenen Stufen der VDP-Klassifikation, die Entwicklung des Exports, aber auch der unterschiedlichen Verkaufskanäle vom Fachhandel bis zum Direktverkauf wie auch die Einstellung zum Bio-Anbau abgefragt.

Inland 

Die Deutschen selbst sind die größten Fans der VDP-Winzer. Dreiviertel ihres Umsatzes erwirtschaften die Spitzenweingüter im Inland. Hier sind Gastronomie und Fachhandel besonders bedeutend, um beim Kunden präsent zu sein. Lückenlos alle VDP-Weingüter, die an der Umfrage teilnahmen, verkaufen ihre Weine unter anderem in Restaurants und Weinbars. 96 Prozent der Winzer sind zudem in den Regalen von Fach- und Einzelhändlern zu finden. Immerhin 35 Prozent und damit den größten Teil des Umsatzes erwirtschaften die Winzer beim direkten Verkauf ab Weingut. Fach- und Einzelhandel tragen zusammen rund ein Viertel zum Umsatz der VDP-Weingüter bei, die Gastronomie liegt mit rund einem Fünftel auf dem dritten Platz.

Zukunftsperspektiven sehen die VDP-Winzer besonders im Onlinehandel, dabei allen voran in den eigenen Onlineshops. Die Mehrzahl der Weingüter (57 Prozent) berichtet von steigenden Umsätzen dort. Sehr positiv bewerten VDP-Winzer auch den Trend im gehobenen Lebensmitteleinzelhandel, im Weinbereich deutlicher auf das Premiumsegment zu setzen. So haben in den vergangenen Jahren gerade von Kaufleuten geführte, individuelle Märkte professionell gemanagte Weinabteilungen mit regionalen Angeboten und Weingütern aus dem Premiumbereich eingeführt – mehr als die Hälfte der VDP.Weingüter rechnet mit einer Zunahme des Verkaufs in solchen Märkten.

Export 

Ein Viertel der verkauften VDP-Weine werden derweil auf die Reise ins Ausland geschickt. Denn weltweit steigt das Interesse an deutschen Spitzenweinen – dabei gilt besonders hier der VDP-Adler auf dem Flaschenhals als klares Symbol für Qualität in der Flasche. 80 Prozent der VDP-Mitglieder berichten von einer Zunahme des Exports im vergangenen Jahr. Der Umsatz im Auslandsgeschäft stieg durchschnittlich um sechs Prozent.

Am häufigsten exportieren die VDP-Winzer ihre Weine in die USA, die Niederlande und nach Skandinavien. Dänemark, Schweden und Norwegen beurteilen die VDP-Winzer dabei als klare Wachstumsmärkte. Mit 41 Prozent ist die Zahl der VDP-Weingüter, die deutsche Spitzenweine nach USA, Benelux und Skandinavien liefert, auf hohem Niveau stabil. Leicht rückläufige Exportzahlen werden hingegen für Belgien und Großbritannien – dort auch wegen der Brexit bedingten Marktunsicherheiten – erwartet.

VDP-Durchschnittspreise 

Der VDP-Gutswein ist nach wie vor das Zugpferd vieler VDP-Weingüter. Bei einem Durchschnittspreis von 10 Euro finden Weininteressierte in diesem Segment meist zugängliche, jung zu trinkende Weine, die in Machart und Stil bereits die Individualität des Winzers zum Ausdruck bringen. Da sie durch das attraktive Preisgefüge oft eine Art Erstkontakt zum Weintrinker sind, gelten sie auch als Visitenkarte der VDP-Weingüter. Von ihren VDP-Gutswein verkauften die Winzer im letzten Jahr mehr Flaschen als von allen anderen Klassifikationsstufen zusammen.

Gleichzeitig behaupten die trockenen Spitzenweine der Weingüter, die Großen Gewächse , ihren Ruf. Durchschnittlich 32,50 Euro gaben die Fans gehobener Weine für diese unverwechselbaren Weine aus Deutschlands besten Lagen aus. Der Durchschnittspreis für die VDP-Erste-Lage lag im vergangenen Jahr bei 17 Euro, für VDP-Ortsweine konnten die Winzer durchschnittlich 13 Euro erzielen.

Innovation 

2018 stellten die VDP-Weingüter ihre Zukunftsgewandtheit einmal mehr unter Beweis. Mittlerweile ist mehr als ein Viertel der befragten Betriebe ökozertifiziert – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. In Deutschland werden rund acht Prozent der Rebfläche ökologisch bewirtschaftet. Viele der Betriebe gehen über die EU-Öko-Zertifizierung hinaus: Knapp die Hälfte der ökologisch arbeitenden VDP-Winzer ist Mitglied einer weiteren nachhaltigen Vereinigung wie zum Beispiel Ecovin und Naturland oder den biodynamischen Verbänden Demeter, Respekt oder Renaissance des Appellations. Aber auch die anderen VDP-Betriebe folgen in ihrer täglichen Arbeit hohen Öko- und Nachhaltigkeitsstandards und gehören Organisationen wie Fair & Green an.

Kaum überraschen dürfte dabei, dass insgesamt 87 Prozent der VDP-Winzer ihre Motivation für die Umstellung besonders aus der Verbesserung der Weinqualität ziehen. Die fortlaufende Verbesserung der Weinqualität ist schließlich eines der obersten Ziele des VDP. Zwei Drittel nennen zudem ideelle Gründe, wie zum Beispiel die Verantwortung gegenüber der nächsten Generation als Antrieb.

Neben ökologischen Aspekten des Weinbaus hat auch das Thema Sekt deutlich an Bedeutung für die Spitzenwinzer gewonnen. Mittlerweile produzieren 79 Prozent der Weingüter eigenen Sekt.

Damit haben die VDP-Winzer zur VDP-Weinbörse nicht nur Anlässe, sondern auch den passenden Sekt, um auf das wirtschaftliche Erfolgsjahr 2018 anzustoßen.

196 VDP-Prädikatsweingüter haben sich selbst strenge Qualitätsstandards und Maßstäbe auferlegt – von der Traube bis zum Keller. Der VDP-Traubenadler auf jeder Flaschenkapsel ist das Qualitätsversprechen und Gütesiegel. Er steht für eine terroirgeprägte und handwerkliche Weinbereitung.

 


 

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