US-Zölle treffen Winzer

| Industrie Industrie

Zur Krise im Weinbau gesellen sich die US-Zölle - Hessens Weinbauminister Ingmar Jung hat Winzer daher zu Gegenmaßnahmen aufgerufen. «Unsere Weingüter geraten zwischen die Fronten: im Export durch Handelskonflikte, im Inland durch sinkenden Konsum», teilt der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden mit. 

Dies verdeutliche, «wie dringend wir neue Absatzmärkte erschließen, innovative Produkte entwickeln und gleichzeitig Verbraucherinnen und Verbraucher stärker für die Qualität regionaler Weine begeistern müssen», so Jung kurz vor Beginn der diesjährigen Weinlese.

Erstes Treffen der Weinbauminister

Um die Lage der Winzer soll es seinem Sprecher Olaf Streubig zufolge auch beim ersten Treffen aller zuständigen Minister und Ministerinnen der Bundesländer mit Weinbau gehen - am 20. und 21. November im Kloster Eberbach im hessischen Rheingau. Dies sei eine neue «eigenständige Plattform über die Agrarministerkonferenz hinaus». 

Laut Streubig sorgt die inzwischen festgelegte 15-Prozent-Einfuhrabgabe der USA auf europäische Weine zwar für ein Ende monatelanger Unsicherheit, doch bleibe sie eine schwere Belastung. Minister Jung mahnt: «Unsere Winzerinnen und Winzer brauchen Planungssicherheit. Ständige Zollschwankungen zerstören das Vertrauen in internationale Partnerschaften.» 

Ministerium: Schon frühere US-Strafzölle haben Umsatz gedrückt

Zu den Folgen des US-Zolls erklärt Streubig: «Preisaufschläge verteuern den Weinkonsum in den USA oder müssen durch Preisnachlässe der exportierenden Weingüter kompensiert werden.» Schon die US-Strafzölle von 25 Prozent 2019 während Donald Trumps erster Präsidentschaft hätten bei heimischen Winzern trotz Preiszugeständnissen zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. 

Weinbauminister Jung warnt: «Durch die Zölle steigt das Risiko, dass Restaurants und Importeure, die unsere hessischen Spitzenweine bislang gelistet haben, abspringen. Gerade für den Rheingau wäre das ein herber Rückschlag.» Der Riesling dieses hessischen Weinbaugebiets bespielt laut Streubig «in den USA eine bedeutende Nische». 

Hoffnung auf neue EU-USA-Beratungen

Die anstehenden EU-USA-Beratungen im Herbst könnten noch Spielräume für Zugeständnisse eröffnen, ergänzt der Sprecher. Zudem hofft Jung auf eine rasche und unbürokratische Umsetzung des geplanten EU-Weinpakets zur Unterstützung der Weinwirtschaft: «Ebenso brauchen wir von der Europäischen Kommission zügige und verlässliche Unterstützungsmaßnahmen. Langwierige Verfahren dürfen die Betriebe nicht ausbremsen.»

Jung zufolge stammt nur 42 Prozent des in Deutschland konsumierten Weins aus heimischer Erzeugung: «Dieses Verhältnis sollten wir im Interesse einer starken Weinbranche verbessern – und zwar ohne neue Handelsbarrieren aufzubauen.» Der Minister ergänzt: «Die Winzerinnen und Winzer pflegen wertvolle Kulturlandschaften und sind zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.» 

Sinkender Weinkonsum in Deutschland

Der Weinkonsum sinkt insgesamt in Deutschland. Die Gesellschaft altert, zugleich trinken junge Menschen weniger Wein - es gibt einen Trend zu alkoholfreien Getränken. Ältere Weintrinker sollen aus gesundheitlichen Gründen oft ihren Konsum verringern. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Niedersachsens Landwirte ernten den ersten Grünkohl der Saison. Kunden müssen sich dieses Jahr jedoch auf etwas höhere Preise einstellen. Zudem wird mit weniger Ertrag als noch im Vorjahr gerechnet.

Italiens Finanzpolizei hat Aktien des weltweit tätigen Spirituosenkonzerns Campari im Wert von annähernd 1,3 Milliarden Euro beschlagnahmt. Hintergrund sind Vorwürfe, dass bei Geschäften im Ausland in großem Stil Steuern hinterzogen worden seien.

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März 2026 steht die dritte Ausgabe der EUROVINO in der Messe Karlsruhe an: Potenzielle Besuchende können sich schon jetzt ihr Ticket für das Messewochenende buchen und vom Frühbucherrabatt bis Ende Dezember profitieren, potenzielle Ausstellende jederzeit ihren Standplatz sichern!

Eine neue Chefin mit internationaler Erfahrung und eine Million Euro vom Bund. Was das Deutsche Weininstitut gegen die Absatzprobleme der Branche unternimmt.

Die Kaffeepreise sind zuletzt stark gestiegen - nun geben sie erstmals nach längerer Zeit leicht nach. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird das beliebte Heißgetränk wieder etwas günstiger.

Vor Jahrzehnten tobte um die Biermarken «Bud» und «Bit» ein Rechtsstreit. Jetzt bringt der weltgrößte Braukonzern AB Inbev unter dem Namen «Anheuser-Busch Bud» sein Lagerbier zurück auf den deutschen Markt. Der Verkaufsstart erfolgt bei einer Supermarktkette.

Die diesjährige bundesweite Weinmosternte wird die kleinste Menge seit dem Jahrgang 2010 erreichen. Dies geht aus den finalen Ernteschätzungen des Deutschen Weininstituts hervor. Das Statistische Bundesamt ging in seiner Schätzung vom 20. September 2025 noch von einer Zunahme der Erntemenge aus.

Die BMC Hotelservice & Dienstleistung GmbH hat beim Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen mit Sitz in Freising vor allem stark gestiegene Lohnkosten und eine nur verzögerte Preisweitergabe an die Auftraggeber.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé plant den weltweiten Abbau von 16.000 Stellen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Konzernchef Philipp Navratil teilte diese Entscheidung bei der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen mit.

Pressemitteilung

Gelungene Premiere am Viktualienmarkt in München: Am 15. Oktober brachte das 370GRAD Pop-Up in der Kustermann Eventlocation rund 30 Aussteller und zahlreiche Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering zusammen – für einen Tag voller Innovationen, Austausch und neuer Impulse.