3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft

| Politik Politik

Seit diesem Mittwoch gilt auch am Arbeitsplatz bundesweit die 3G-Regel: Arbeitgeber dürfen Beschäftigten laut Infektionsschutzgesetz nur Zugang zu Betrieben gewähren, wenn diese geimpft, genesen oder getestet sind. Am Tag eins arbeiten viele Unternehmen noch an der Umsetzung, manche setzen auf Übergangslösungen.

Bei Siemens entscheiden die einzelnen Standorte über die konkrete Umsetzung der 3G-Regel. In Nürnberg wurden bei der Einführung in Bayern zunächst alle Mitarbeiterausweise für die automatischen Drehtüren gesperrt. Wer ins Werk wollte, musste an eine besetzte Pforte, an der er nach einem 3G-Nachweis gefragt wurde. Wer ein Impf- oder Genesenenzertifikat vorlegte, dessen Mitarbeiterausweis wurde wieder für die Öffnung der automatischen Türen freigeschaltet. Wer das Gelände mit Corona-Test betritt, muss das immer wieder über die besetzten Pforten tun und dort einen aktuellen Nachweis vorlegen.

Am ersten Tag habe es längere Schlangen gegeben, danach habe sich die Situation entzerrt, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch. In der breiten Masse sei die Maßnahme von den Mitarbeitern positiv aufgenommen worden, da sie zusätzliche Sicherheit bringe. Zudem arbeiten die meisten Beschäftigten, die nicht vor Ort sein müssen, bei Siemens von zu Hause aus.

Der Chemiekonzern BASF setzt derweil auf eine Übergangslösung. Dort kontrollieren in einer ersten Phase bis Anfang Dezember Sicherheitsmitarbeiter die Nachweise der Beschäftigten stichprobenartig an den Werkstoren. «Ergänzend werden Führungskräfte vor Ort Stichproben durchführen», sagte eine Sprecherin. In einer zweiten Phase strebe BASF einen digitalen Prozess an. Dann soll der Werkausweis den Nachweis des 3G-Status und damit den Zugang regeln.

Das Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmen Merck hat für 3G-Kontrollen bereits eine eigene App ausgerollt, um den Impf- oder Genesenenstatus beziehungsweise Tests zu erfassen. Erst wenn die Nachweise dort erfasst sind, kommen Beschäftigte über ihren Hausausweis auf das Gelände.

Bei Volkswagen mussten Beschäftigte einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen, um ihren Werksausweis freischalten zu lassen. Die übrigen Mitarbeiter müssen einen tagesaktuellen Corona-Schnelltest vorlegen, der an den Werktoren geprüft wird. Beschäftigte müssten ausreichend Wartezeit einplanen, da das Prüfen der Tests durch den Werkschutz zu den Schichtwechseln Zeit dauere.

Geimpfte und Genesene müssen nach der neuen 3G-Regel am Arbeitsplatz ihren Status belegen - etwa mit dem gelben Impfpass, per Impfzertifikat über eine App oder Genesennachweis. Ungeimpfte, die nicht von zu Hause arbeiten können, müssen einen tagesaktuellen Test oder einen maximal 48 Stunden alten PCR-Test vorlegen. Arbeitgeber müssen die 3G-Regel laut Gesetz täglich kontrollieren und auch dokumentieren.

Mit der 3G-Regel auch eine Homeoffice-Pflicht in Kraft getreten: Wo keine betrieblichen Gründe entgegenstehen, soll die Arbeit von zu Hause ermöglicht werden. Beschäftigte müssen ein entsprechendes Angebot des Arbeitgebers annehmen, wenn ihrerseits keine Gründe dagegen sprechen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Geräuschlos und ohne Nachtsitzung haben die Koalitionäre den Deckel auf ihr Reformpaket gemacht. An ihm hängt viel - für die Wirtschaft, den Bestand des Regierungsbündnisses und die Stimmung im Land.

Die Koalition will den Krankenstand in der Wirtschaft herunterbringen - mit höheren Anforderungen an Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Das bringt nicht nur Ärztevertreter auf die Barrikaden.

Die Umgestaltung der Rente in Deutschland ist zentral bei den Entscheidungen der Koalition. Offen sind aber noch mögliche Änderungen bei Minijobs. Merz kündigte an, über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen werde im Herbst entschieden. Der DEHOGA Bayern sieht die Minijobs bereits als gesichert.

Die Spitzen von Union und SPD haben sich nach langem Ringen im Koalitionsausschuss auf ein Reformpaket für wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit verständigt. 

Mit einem Appell zum Kauf heimischer Weine und einem neuen Förderprogramm reagiert Baden-Württemberg auf die angespannte Lage im Weinbau. Ministerpräsident Cem Özdemir warnt vor den Folgen für Kulturlandschaft und Tourismus, während die Landesregierung zusätzliche Hilfen für die Betriebe auf den Weg bringt.

Nur Barzahlung möglich? Das mögen die Finanzminister von Bund und Ländern gar nicht. Schon bald könnte damit Schluss sein. Das Bundesfinanzministerium will bald neue Gesetze zur Bekämpfung von Steuerbetrug vorlegen.

Die Bundesregierung will statt einer Abgabe nun doch eine Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas erheben. Grund für den Schwenk sind offenbar verfassungsrechtliche Bedenken.

Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Was geplant ist, bei Tageskarte lesen.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zugleich verband der Verband diese Pläne mit Forderungen nach weniger Bürokratie und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Die Stadt München sieht trotz freiwilliger Vereinbarungen keine spürbare Entlastung im Univiertel. Oberbürgermeister Dominik Krause kündigt an, bei ausbleibender Verbesserung das Verkaufsverbot für Flaschenbier bereits ab 22 Uhr wieder einzuführen.