DEHOGA startet Kampagne zur Wochenarbeitszeit

| Politik Politik

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) hat die bundesweite Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“ ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, die bisherige tägliche Höchstarbeitszeit durch eine flexiblere Wochenarbeitszeitregelung zu ersetzen. Der Verband strebt dabei eine Anpassung an die geltende EU-Arbeitszeitrichtlinie an, um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt in der Gastronomie und Hotellerie gerecht zu werden.

Kritik an der täglichen Höchstarbeitszeit

Im Zentrum der Kampagne stehen Praxisbeispiele sowie Stimmen von Unternehmern und Angestellten. Laut DEHOGA-Präsident Guido Zöllick entspricht das aktuelle Arbeitszeitgesetz nicht mehr den betrieblichen Abläufen und den Wünschen der Beschäftigten. Er kritisiert das bestehende Limit von acht beziehungsweise maximal zehn Stunden pro Tag als zu starr für eine Branche, die durch Saisonspitzen und Veranstaltungen geprägt ist.

Zöllick stellt klar, dass die Initiative nicht auf eine Erhöhung der Gesamtarbeitszeit abzielt, sondern auf eine Umverteilung der Stunden. Viele Mitarbeiter würden es bevorzugen, an einzelnen Tagen länger zu arbeiten, um im Gegenzug an anderen Tagen früher das Unternehmen verlassen zu können oder zusätzliche freie Tage zu erhalten. Diese Flexibilität werde durch die aktuelle Gesetzeslage verhindert.

Politische Vereinbarungen und europäischer Vergleich

Der DEHOGA verweist darauf, dass die Umstellung auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD verankert wurde. Der Verband fordert nun die konkrete Umsetzung dieser Vereinbarungen durch die Bundesregierung. Dabei dient die Situation in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union als Orientierung, da bereits 13 EU-Staaten über flexible Arbeitszeitregelungen verfügen.

Zur Unterstützung der Forderungen hat der Verband die Informationsplattform www.wochen-arbeitszeit.de sowie die Social-Media-Kampagne #wochenarbeitszeitjetzt gestartet. Dort werden Fakten zu den Vorteilen einer Reform aufbereitet und Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen sollen, wie moderne Arbeitszeitmodelle die Betriebe stärken können.

Aufruf zur Beteiligung der Branche

Die Kampagne ist darauf ausgelegt, durch weitere Erfahrungsberichte aus der Branche an Reichweite zu gewinnen. Der DEHOGA ruft Unternehmer und Mitarbeiter dazu auf, sich mit eigenen Statements an der Initiative zu beteiligen. Interessierte können sich hierfür an die jeweiligen Landesverbände oder direkt an den Bundesverband wenden. Nach Ansicht von Guido Zöllick erhöht jede zusätzliche Stimme den politischen Handlungsdruck, um zeitgemäße Regeln für die Arbeitswelt durchzusetzen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bundesernährungsminister Alois Rainer hat die geplante Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes verschoben. Die Ausweitung der Kennzeichnung auf weitere Tierarten und die Einbeziehung der Gastronomie sind weiterhin strittige Punkte, während die Bezahlbarkeit von Lebensmitteln für den Minister im Vordergrund steht.

Der Deutsche Bundestag hat den Haushalt 2026 verabschiedet. Das zentrale Element aus Sicht des Gastgewerbes ist die Verankerung der auf sieben Prozent gesenkten Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie. Der DEHOGA zeigte sich zuversichtlich, dass nun auch die Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat den Weg für das Branchenanliegen freimachen wird.

Die neue Budgetverteilung im Bundeshaushalt 2026 stößt beim Deutschen Tourismusverband auf gemischte Reaktionen. Während der Etat für Kunst und Kultur bejubelt wird, sorgt eine weitere Kürzung der zentralen Tourismusförderung für Unmut.

Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz fordert, Werkverträge bei Essenslieferdiensten zu verbieten. Auch die Gewerkschaft NGG unterstützt den Plan. Ähnliches gibt es schon in anderen Branchen.

Europa-Park-Gründer Roland Mack hat im Umgang mit der AfD für einen offenen Austausch geworben. Dass man mit Menschen spreche, die immerhin einen hohen Anteil an Wählerstimmen ausmachten, halte er für notwendig und richtig, so der 76-Jährige in einem Gespräch mit dem «Südkurier».

Im Land Bremen soll es auf Einweggeschirr eine Steuer geben. Aber die geplante Einführung zum 1. Januar muss verschoben werden - zunächst sollen die Träger öffentlicher Belange gehört werden.

Die Gewerkschaft NGG hat ihre Empfehlungen für die Tarifverhandlungen 2026 veröffentlicht und fordert Entgeltsteigerungen von 4 bis 6 Prozent sowie konkrete Verbesserungen für Auszubildende.

Wie der AfD begegnen? Der Verband der Familienunternehmer will sich für Gespräche mit der AfD öffnen. Das sorgt für scharfe Diskussionen in Politik und Wirtschaft. Caroline von Kretschmann, Inhaberin des Luxushotels Europäischer Hof in Heidelberg, die im Präsidium der Familienunternehmer sitzt, bezieht deutlich Stellung – auch klar abweichend von der Verbandslinie.

Der Stadtrat von Kaiserslautern hat mehrheitlich die geplante Einführung einer Übernachtungssteuer abgelehnt. Die Steuer sollte ursprünglich ab dem 1. Januar 2026 auf Gästeübernachtungen erhoben werden.

Schleswig-Holsteins Gastronomie kämpft laut dem FDP-Fraktionschef mit steigenden Kosten. Er hofft auf Entlastungen durch weniger Bürokratie und niedrigere Mehrwertsteuer und fordert ein klares Signal.