DTV-Präsident Reinhard Meyer: „Tourismus braucht Weltoffenheit und Gastfreundschaft"

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Der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, hat sich in einem Gastbeitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland kritisch zur touristischen Programmatik der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen-Anhalt geäußert. Er reagiert damit auf Positionen im Wahlprogramm der Partei, in dem die Architekturschule Bauhaus als umstritten bezeichnet und ein touristischer Fokus unter dem Begriff „#deutschdenken“ gefordert wird. Meyer beurteilt diesen Ansatz als Belastung für das internationale Erscheinungsbild der Bundesrepublik und warnt vor parteipolitischen Auseinandersetzungen über gewachsene Kulturmarken.

Wirtschaftliche Bedeutung ostdeutscher Reiseregionen

Zur Einordnung der touristischen Entwicklung im ostdeutschen Raum verweise der Verband auf konkrete Kennzahlen des Jahres 2025. In den ostdeutschen Bundesländern seien im bezeichneten Zeitraum 85,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet worden. Allein der Tagestourismus erwirtschaftete einen Bruttoumsatz von rund 13,9 Milliarden Euro. Als tragende Säulen dieser Entwicklung sieht Meyer kulturelle Einrichtungen wie das Bauhaus in Dessau, die Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben sowie die Klassik in Weimar und weitere UNESCO-Welterbestätten.

Neuausrichtung der touristischen Vermarktung

Der Verbandschef greift die im Wahlprogramm formulierten Initiativen der AfD Sachsen-Anhalt auf, welche die Ersetzung bisheriger Vermarktungskonzepte durch sogenannte patriotische Tourismuskonzepte vorsehen. Meyer bezweifelt die Tragfähigkeit dieser Differenzierung und erklärte, dass die Stärke des Deutschlandtourismus auf dem Zusammenspiel von nationaler Identität und globaler Anziehungskraft beruhe. Das Bauhaus wird von ihm als deutsches Kulturerbe und weltweit anerkannte Marke eingeordnet, deren wirtschaftlicher Wert durch eine Ausrichtung nach innen gefährdet werde. Zudem verweist der Verbandsfunktionär auf historische Parallelen im Umgang mit der Institution während des Nationalsozialismus.

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