Ende der Corona-Zwangspause in Stuttgart

| Politik Politik

Ein Bier im Freien oder bummeln gehen: Nach über sechs Monaten geschlossenen Gaststätten und Läden sind am Donnerstag in der Stuttgarter Innenstadt verstärkt die Passanten zurückgekehrt. Denn es trat die Bundes-Notbremse außer Kraft und die Öffnung von Gastronomie, Hotels sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen ist unter Auflagen gestartet.

Als Voraussetzung für diesen Schritt müssen in einer Stadt oder einem Landkreis die Corona-Zahlen an fünf Werktagen nacheinander unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Ansteckungen pro 100 000 Einwohnern liegen. Die nächtliche Ausgangssperre fällt auch weg. Jedoch gilt weiterhin ein Alkoholkonsumverbot auf öffentlichen Plätzen und Straßen zwischen 22.00 Uhr bis um 06.00 Uhr des Folgetags.

Doch es haben noch nicht alle Restaurants, Gaststätten und Bars sofort offen. Ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg sagte, dass der Südwesten als einziges Bundesland im ersten Öffnungsschritt auch die Öffnung von Gastronomie-Innenräumen unter Auflagen erlaube, helfe vielen Betrieben sehr.

«Viele könnten ohne diese Möglichkeit gar nicht aufmachen, weil ein kostendeckender Betrieb mit wenig Außenplätzen nicht möglich ist.» Manche Wirte bieten auch eigene Testmöglichkeiten für ihre Gäste an. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

85 Kilo pro Kopf: Frankreich isst deutlich mehr Fleisch als Deutschland. Jetzt ruft die Regierung zu weniger Konsum auf – aber um die genaue Formulierung gab es Streit.

Die Denkfabrik „Zukunft der Gastwelt“ fordert ein umfassendes Belastungsmoratorium für das Gastgewerbe. In ihrem Schreiben an Bundestagsabgeordnete werden Insolvenzen, wie die der Revo Hospitality Group, als strukturelles Branchenproblem dargestellt. Marc Schnerr beleuchtet in einem Kommentar, warum er diese Argumentation ein wenig einseitig findet.

Die Kommission zur Sozialstaatsreform plant eine Neuausrichtung der Einkommensanrechnung und eine Vereinfachung von Sozialleistungen. Der Branchenverband DEHOGA verweist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung für geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe und warnt vor möglichen Fehlanreizen für Schwarzarbeit.

In Tübingen und Konstanz kennt man sie bereits - in Freiburg gibt es seit Jahresbeginn die Verpackungssteuer auf Speisen zum Mitnehmen. Aus der Gastronomie kommt Gegenwind - die Stadt äußert sich.

Die GEMA muss die Gebühren für Fernsehnutzung neu berechnen. Gastronomen und Hoteliers mit Bildschirmen bis 65 Zoll könnten von rückwirkenden Erstattungen und angepassten Tarifstrukturen profitieren.

Das Bundesarbeitsgericht setzt der Mitbestimmung bei Lieferdiensten Grenzen: Reine Liefergebiete ohne eigene Leitungsebene dürfen keine eigenen Betriebsräte wählen – auch wenn die Arbeit komplett per App gesteuert wird. Die Gewerkschaft NGG fordert nun gesetzliche Nachbesserungen.

Die Bundesregierung plant eine grundlegende Überarbeitung der Arbeitszeitvorgaben in Deutschland und kündigten das mit Veröffentlichung der Nationalen Tourismusstrategie an. Die Gewerkschaften hingegen befürchten eine zunehmende Belastung der Beschäftigten und drohen mit Arbeitskämpfen.

Die neue Nationale Tourismusstrategie ist beschlossen. Mit dem Ziel, den Tourismusstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, setzt die Bundesregierung auf eine Kombination aus Bürokratieabbau, steuerlichen Erleichterungen und einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Die britische Regierung reagiert auf den Druck der Branche und führt ab April einen zusätzlichen Steuerbonus für Pubs ein. Während Schankbetriebe von spürbaren Entlastungen profitieren, bleibt eine entsprechende Unterstützung für Restaurants und Hotels vorerst aus.

Die Bundesregierung richtet die Tourismuspolitik neu aus. Mit einer Nationalen Tourismusstrategie, die heute im Kabinett zur Verabschiedung ansteht, sollen eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden, Überstunden steuerlich begünstigt und bürokratische Hürden für mittelständische Betriebe massiv abgebaut werden.