England: Johnson bestätigt Corona-Lockerungen und will am 12. April in den Pub

| Politik Politik

Der britische Premier Boris Johnson hat die für England geplanten Corona-Lockerungen ab dem 12. April offiziell bestätigt. «Am Montag, den 12., werde ich selbst zu einem Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich, ein Bier an meine Lippen führen», sagte Johnson in London. Ab der kommenden Woche dürfen in England Pubs ihre Biergärten und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen - das gleiche gilt auch für Zoos, Fitnessstudios, Friseure und nicht-essenzielle Geschäfte.

Die anderen britischen Landesteile legen ihre eigenen Corona-Regeln fest. Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt - die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Engländer dürfen frühestens ab Mitte Mai ins Ausland reisen

Die Engländer dürfen frühestens Mitte Mai wieder ins Ausland reisen. Er hoffe, dass ab dem 17. Mai internationale Reisen wieder möglich seien, so der Premierminister. Es sei aber angesichts der hohen Infektionszahlen in anderen Ländern zu früh, dies zu entscheiden. Bis auf weiteres gilt daher das derzeitige Verbot für internationale Reisen. Später soll ein Ampelsystem eingeführt werden, nach dem je nach Infektionslage im Reiseland unterschiedlich strenge Test- und Quarantäneregeln bei der Rückkehr gelten.

Welche Länder als rot, gelb oder grün eingestuft werden und ab wann das Reiseverbot tatsächlich aufgehoben wird, soll kurz vor der Einführung bekanntgegeben werden. Für Deutsche, die auf der Insel Urlaub machen wollen, dürfte eine verpflichtende Quarantäne fällig werden, sofern Deutschland nicht als grünes Land eingestuft wird.

Obwohl die Infektionslage in Großbritannien mittlerweile deutlich besser ist als in Deutschland, ist es den Briten bis auf wenige Ausnahmen - etwa Arbeit, Beerdigungen oder medizinische Behandlungen - seit Monaten strikt untersagt, ihr Land zu verlassen. Mallorca-Urlaube, wie sie Tausende Deutsche über Ostern machen, sind ausgeschlossen. Bei unrechtmäßigen Versuchen, das Land zu verlassen, drohen Geldstrafen von bis zu 5000 Pfund (umgerechnet rund 5900 Euro). Die britische Regierung setzt weiterhin auf vergleichsweise strenge Corona-Maßnahmen und langsame, schrittweise Lockerungen, um den Erfolg ihrer weit fortgeschrittenen Impfkampagne nicht zu gefährden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. In Deutschland lag dieser Wert am Montag bei fast 130.

In den kommenden Wochen sollen zudem bei ausgewählten Events - sowohl Fußballspielen als auch Kulturveranstaltungen - Testläufe für Impfnachweise nach israelischem Vorbild anlaufen. Die britische Regierung will diese in den kommenden Monaten einführen, um größere Massenveranstaltungen wieder zu ermöglichen. Alternativ zu einer Corona-Impfung soll auch ein negativer Testnachweis möglich sein. Allerdings haben sowohl Oppositionspolitiker als auch Teile von Johnsons eigener konservativer Tory-Fraktion bereits harsche Kritik geäußert und vor Ausgrenzung und Spaltung gewarnt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Österreichische Hotelvereinigung wirft der Gewerkschaft vida einen aggressiven Verhandlungsstil in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen vor. Gleichzeitig verweist die ÖHV auf höhere Löhne, neue Zuschläge und zusätzliche Leistungen für Beschäftigte.

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat einen FDP-Antrag gegen kommunale Verpackungssteuern abgelehnt. Umweltverbände begrüßen die Entscheidung, während der Bundesverband der Systemgastronomie zusätzliche Belastungen für Betriebe befürchtet.

Der DEHOGA Baden-Württemberg bewertet den neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU teilweise positiv. Der Verband sieht Fortschritte bei Tourismus, Ausbildung und Bürokratieabbau, kritisiert jedoch fehlende Aussagen zu kommunalen Abgaben und zur Meisterprämie im Gastgewerbe.

Die steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen an ihre Beschäftigten zahlen können, kommt vorerst nicht. Der Bundesrat stimmte dem vom Bundestag bereits beschlossenen Gesetzentwurf überraschend nicht zu.

McDonald's Deutschland setzt das Format Burger Dialog fort. In Kooperation mit dem Musiker Eko Fresh und Vertretern aus der Bundespolitik thematisiert das Unternehmen zum Auftakt der neuen Runde das Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement.

Die Gewerkschaft NGG droht in Hessen mit den "größten Streiks, die diese Branche in der Bundesrepublik jemals erlebt" habe. Vorabankündigungen wie bei der Bahn werde es laut NGG nicht geben.

Ein Pariser Gericht hat eine Immobiliengesellschaft zu einer Geldstrafe von 585.000 Euro verurteilt, weil ein Gebäude im 9. Arrondissement ohne Genehmigung in Touristenunterkünfte umgewandelt wurde. Wie die Stadt Paris laut Mitteilung erklärte, handelt es sich um die bislang höchste verhängte Strafe in einem solchen Fall.

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Mehr Transparenz auf der Speisekarte – oder mehr Bürokratie in der Küche? Die geplante Tierhaltungskennzeichnung spaltet die Branche. Zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität geht es um mehr als nur ein Label. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz ist gegen die Einführung einer Bettensteuer. Der Verband plädiert dagegen für einen zweckgebundenen Gästebeitrag.