EU-Parlament fordert Recht auf Nichterreichbarkeit für Arbeitskräfte

| Politik Politik

Nach Dienstschluss, an freien Tagen oder auch in Elternzeit sollen Arbeitnehmer nach Ansicht der Europaabgeordneten nicht erreichbar sein müssen. In einem am Donnerstag angenommenen Bericht forderte das EU-Parlament ein Recht auf Nichterreichbarkeit. Dieses sei bisher im Unionsrecht nicht ausdrücklich geregelt, aber von entscheidender Bedeutung, wenn es darum gehe, die körperliche und geistige Gesundheit von Arbeitskräften zu schützen.

Arbeitgeber sollten nach Ansicht des Parlaments nicht verlangen, dass ihre Angestellten außerhalb der Arbeitszeit direkt oder indirekt verfügbar sein sollten. Die Mitgliedstaaten sollten sicherstellen, dass wer sich auf das Recht auf Nichterreichbarkeit berufe, vor negativen Folgen geschützt werde. Es solle außerdem Mechanismen für den Umgang mit Beschwerden in Bezug auf das Recht geben.

Die Abgeordneten wiesen in ihrem Bericht auch auf die Gefahren von mobilem Arbeiten hin, welche in der Corona-Krise deutlich zugenommen habe. Sie forderten von der Kommission, genaue Mindestanforderungen hierfür festzulegen. Berichterstatter Alex Agius Saliba wies in der Plenardebatte am Mittwoch darauf hin, dass diejenigen, die regelmäßig von zuhause aus arbeiteten, mit bedeutend höherer Wahrscheinlichkeit Überstunden machten.

EU-Beschäftigungskommissar Nicolas Schmit betonte, dass ein Recht auf Nichterreichbarkeit nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Komponente habe. «Menschen sind keine Roboter, Menschen haben Grenzen.» Wer eine bessere Produktivität wünsche, dürfe Menschen nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche belagern. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Niederlande verlängern Lockdown bis Ende März

In den Niederlanden werden Corona-Lockdown und die stark umstrittene Ausgangssperre um weitere zwei Wochen bis Ende März verlängert. Ministerpräsident Mark Rutte sagte am Montagabend in Den Haag, erst wenn die Infektionszahlen deutlich zurückgingen, könne es deutliche Lockerungen geben.

Ministerpräsident Günther rechnet mit geöffneten Hotels an Ostern

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sieht Chancen dafür, dass die Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern geöffnet haben. «Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen», sagte Günther der «Rheinischen Post» .

Firmen halten sich an Homeoffice-Pflicht

Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Merkel sehen in der Homeoffice-Pflicht für Unternehmen ein Mittel zur Reduzierung des Corona-Infektionsrisikos, die Regeln sollen nun bis Ende April gelten. Aber wie sieht es mit den Kontrollen aus?

Politiker will Vorkasse bei Flügen oder Reisen abschaffen

Urlauber sollen künftig beim Buchen von Flügen oder Reisen nicht mehr vorab zu Kasse gebeten werden: Darüber sollen die Verbraucherschutzminister der Länder nach einem Vorstoß des saarländischen Ressortchefs Reinhold Jost (SPD) bei ihrem nächsten Treffen beraten.

Braun skeptisch bei Osterurlaub - Keine Prognose für Sommerreisen

Kanzleramtschef Helge Braun macht wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und bleibt auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. «Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht», sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für den Sommerurlaub sei es «ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren»

Belgien verkündet weitreichende Corona-Lockerungen

Belgien stellt seinen Bürgern spürbare Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht. Schritt für Schritt sollen von März bis Mai Kontaktbeschränkungen gelockert, Aktivitäten im Freien zugelassen und Gaststätten sowie Hotels wieder geöffnet werden.

Tourismusbeauftragter hofft auf Öffnungen für Gastronomie und Hotels bis Ostern

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hofft auf Öffnungsschritte für Gastronomie und Tourismusbranche nach der nächsten Bund-Länder-Konferenz. Nach wie vor sei jedoch Sicherheit jedoch das oberste Gebot, so Thomas Bareiß.

Berliner Senat beschließt neues Corona-Hilfsprogramm über 500 Millionen Euro

Der Berliner Senat hat ein neues Corona-Hilfsprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro beschlossen. Die Summe setzt sich zusammen aus 323 Millionen Euro, die aus den Hilfsprogrammen des letzten Jahres noch nicht ausgegeben wurden, sowie zusätzlichen 168 Millionen Euro.

«Katastrophe»: Stimmen aus dem Gastgewerbe zu den Corona-Beschlüssen

Nach den Corona-Beschlüssen des Bundes und der Länder herrscht in Hotellerie und Gastronomie Ernüchterung. Perspektiven für Hotels und die Öffnung von Gastronomie in Innenräumen wurden auf das nächste Treffen vertagt. Gastgeber reagieren wütend und enttäuscht.

DEHOGA fordert Fahrplan für Restaurants und Hotels sowie Gleichbehandlung

Mit großer Enttäuschung und Kritik hat das Gastgewerbe auf die Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz reagiert. Diese seien nicht nur unbefriedigend, sondern unverständlich und inakzeptabel, so DEHOGA-Präsident Guido Zöllick.