Frankreich ruft zu weniger Fleisch- und Wurstkonsum auf

| Politik Politik

In Frankreich wird im EU-Vergleich recht viel Fleisch gegessen. Nun ruft die Regierung die Bevölkerung zu einem begrenzten Verzehr von Fleisch und Wurstwaren auf. 

In der neuen nationalen Strategie für Ernährung und Klimaschutz wird zu einem erhöhten Verzehr von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten geraten. Den Konsum von Fleisch und Wurstwaren sollten die Menschen begrenzen und den Verzehr von importiertem Fleisch reduzieren.

Nach Angaben des französischen Agrarministeriums lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Frankreich 2024 bei 85 Kilogramm und damit ähnlich hoch wie 2016. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Konsum um 2,1 Prozent. Das Bundeslandwirtschaftsministerium bezifferte den Verzehr von Fleisch pro Person in Deutschland 2024 auf 53,2 Kilogramm, etwas mehr als in den beiden Vorjahren.

Fleischerzeugung wiegt schwer im CO2-Fußabdruck

Die französische Regierung begründet die frisch veröffentlichten Ratschläge mit Erkenntnissen zu gesunder Ernährung, aber auch mit den Auswirkungen der Nahrungsmittelerzeugung auf die Umwelt. Am CO2-Fußabdruck Frankreichs habe die Agrarproduktion einen Anteil von 20 Prozent und die Fleischerzeugung daran wiederum einen Anteil von 61 Prozent.

Im Agrarland Frankreich, dem wichtigsten Erzeugerland in der EU, hatte die genaue Formulierung der Verzehrempfehlungen für Fleisch zu einem Tauziehen hinter den Kulissen geführt. Das führte dazu, dass die Veröffentlichung der nationalen Strategie mehrfach verschoben wurde, wie der Sender France Info berichtete. Das Umweltministerium habe eine Reduzierung des Fleischkonsums in die Strategie aufnehmen wollen, das Agrarministerium aber lediglich zu einer Begrenzung raten wollen. Die Regierung selbst wollte demnach die Idee einer Reduzierung durch «einen ausgewogenen Fleischkonsum» ersetzen.

Wer sich fleischlos oder vegan ernähren möchte, hat es in Frankreich oft schwerer als in Deutschland, insbesondere im Restaurant. Auch um fleischfreie Menüs in Kantinen entfachen sich immer wieder Diskussionen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bundesregierung will statt einer Abgabe nun doch eine Zuckersteuer auf Getränke wie Limonaden und Colas erheben. Grund für den Schwenk sind offenbar verfassungsrechtliche Bedenken.

Über die Renten-Reform besteht weitgehend Einigkeit. Die Bewährungsprobe für die neue Harmonie in der schwarz-roten Regierung steht aber noch bevor - ab Mittwoch im Koalitionsausschuss. Was geplant ist, bei Tageskarte lesen.

Der Bundesverband der Systemgastronomie hat auf seiner Mitgliederversammlung in Berlin Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze in Aussicht gestellt. Zugleich verband der Verband diese Pläne mit Forderungen nach weniger Bürokratie und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Die Stadt München sieht trotz freiwilliger Vereinbarungen keine spürbare Entlastung im Univiertel. Oberbürgermeister Dominik Krause kündigt an, bei ausbleibender Verbesserung das Verkaufsverbot für Flaschenbier bereits ab 22 Uhr wieder einzuführen.

Die NGG unterstützt die Empfehlungen der Rentenkommission zur Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs. Der DEHOGA warnt dagegen vor erheblichen Folgen für rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe.

Im Supermarkt greifen viele Menschen zu veganen oder vegetarischen Produkten. Bald müssen sie sich an neue Namen gewöhnen: Bestimmte Begriffe, die an Tiere denken lassen, sind dann nicht mehr erlaubt.

Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Alkoholsteuer vorbereitet. Nach einem Medienbericht sollen Spirituosen, Sekt und Alkopops ab dem 1. Januar 2027 um 20 Prozent höher besteuert werden.

Die Bundesregierung hat die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpasst. Nach derzeitiger Planung soll das Gesetz erst Anfang 2027 in Kraft treten, während Berichtspflichten und Auskunftsansprüche ab Juni 2028 greifen sollen.

Eine eigene Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung erarbeitet. Das Konzept verspricht ziemlich viel. Wie soll es finanziert werden?

Arbeiten bei mehr als 30 Grad, vielleicht sogar körperlich? Das ist nicht nur anstrengend, sondern kann auch gefährlich werden. Gewerkschaften setzen sich für mehr Schutz ein.