Hotelier und Gastronom in NRW klagen gegen Corona-Einschränkungen

| Politik Politik

DEHOGA fordert Ende der Flickschusterei und endlich zielgerichtete mittel- und langfristige Konzepte und Strategien, statt der erfolglos werdenden Holzhammer – Methode. Der Verband wehrt sich nun gegen den weiteren Lockdown für das Gastgewerbe.

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW, gültig seit dem 9. März 2021, gibt dem Gastgewerbe weiterhin keine Öffnungsperspektiven. Der DEHOGA hat daher heute zwei Klagen, eines Hoteliers und eines Gastronomen, mit einstweiligem Rechtsschutz beim Oberverwaltungsgericht NRW in Münster eingereicht. Bei dem Hotelier handelt es ich nach Informationen von Tageskarte im den Haakon Herbst von der Friends Hotelgruppe, der vier Hotels in NRW betreibt.

Mit den beiden Klagen verfolgen die Unternehmer das Ziel Überprüfung der Verhältnismäßigkeit der Corona-Schutzverordnung im Hinblick auf einen gastronomischen Betrieb und ein Hotel.

Nach Ansicht des Verbandes und der Kläger ist die fortdauernde Schließung gastronomischer Einrichtungen sowie das Verbot von touristischen Übernachtungen weder erforderlich noch geeignet, um eine weitere Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken.

Dem Verband ist bewusst, dass die Anzahl der infizierten Personen dringend gesenkt werden muss. Dafür bedarf es aus Sicht des DEHOGA Nordrhein zielgerichteter grundlegender und substanzieller Maßnahmen, die nach 12 Monaten Pandemie den neuen Erkenntnissen aus der medizinischen, wissenschaftlichen und technischen Entwicklung Rechnung tragen. Von diesen ist aber weiterhin nichts zu sehen.

Stattdessen verliert sich die Politik im Klein-Klein. Mit dem Angebot kostenloser Tests und dem Verkauf von Selbsttests werden nicht nur mehr Menschen getestet, damit wird auch die Zahl der Infizierten automatisch und damit die Inzidenzzahl steigen.

Die Öffnungsperspektive für die Unternehmen des Gastgewerbes rückt damit in immer weitere Ferne und dass, obwohl die vulnerablen Gruppen zunehmend geimpft sind und damit die Todesfallzahlen massiv sinken und die Infektion bei den ganz überwiegenden Menschen völlig symptomfrei verläuft, die Belegung der Intensivbetten daher ebenfalls rückläufig ist. Der Verband fordert daher einerseits weitere Parameter zur Einschätzung der Pandemie heranzuziehen und alle geeigneten Möglichkeiten, wie digitale Rückverfolgbarkeit, zu nutzen, um dem Gastgewerbe endlich eine Perspektive zu geben. Zudem belegt die Tatsache, dass die Infektionszahlen nicht sinken, dass nicht das Gastgewerbe ursächlich für das Problem verantwortlich ist. Ganz im Gegenteil hat Hotellerie und Gastronomie bewiesen, dass sie über hervorragende Hygienekonzepte verfügen und selbst das RKI bescheinigt in der jüngsten Studie ein nur niedriges Infektionsrisiko.

Das Gastgewerbe bringt bereits seit März 2020 massive Sonderopfer für die Gesellschaft, einige Betriebsarten wie Clubs, Bars und Diskotheken sind durchgehend geschlossen ohne jede weitere Perspektive. Alle übrigen Betriebsarten sind seit Anfang November 2020 zum zweiten Mal im fünften Monat geschlossen. Von den versprochenen staatlichen Hilfen ist bislang ein Teil immer noch nicht in den Betrieben angekommen. Dafür laufen die fixen Kosten wie Löhne und Pachten weiter - Verpächter sind in den meisten Fällen uneinsichtig und zeigen kein Entgegenkommen.

Ein hoher zweistelliger Milliarden Euro - Betrag Umsatzverlust hat die Branche bundesweit bislang zu verkraften und seit November 2020 ist überhaupt kein Umsatz mehr zu verzeichnen. Während sonst das öffentliche Leben nach dem Motto „Business as usual“ weiter geht und an anderer Stelle die Notwendigkeit, Abstandsregeln einzuhalten nicht so genau genommen und auch nicht kontrolliert wird, werden die Gastronomen und Hoteliers im Rahmen der erfolglosen Test- und Versuchsreihe des Staates namens „Lockdown“ geopfert.

Der Verband fordert daher von der Politik dringend und endlich mittel- und langfristige Strategien zur wirksamen Eindämmung der Pandemie, die auch dem Gastgewerbe wieder eine Perspektive bieten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt die Pläne der schwarz-roten Koalition, die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Es sei zwar das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video. 

Die Stadt Bamberg will die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen in weiten Teilen des Stadtgebiets künftig verhindern. Neue Bebauungspläne und Veränderungssperren sollen den Wohnungsmarkt langfristig schützen.

Mit den Worten „Die Minijobs bleiben“ hat sich CSU-Chef Markus Söder klar gegen eine Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung ausgesprochen. Seine Aussage erfolgt wenige Tage nach einem Brandbrief von Wirtschaftsverbänden und vor der für den Herbst angekündigten Entscheidung der Bundesregierung.

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden, darunter der DEHOGA, hat die Bundesregierung eindringlich davor gewarnt, Minijobs im Zuge der geplanten Sozial- und Rentenreformen faktisch abzuschaffen oder deutlich zu verteuern. In einem Brandbrief fordern sie den Erhalt der Minijobs in ihrer heutigen Form. 

Für die rund 80.000 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe im Norden beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft NGG hat mit Forderungen nach einem Lohnplus von fast 6 Prozent vorgelegt.

Die staatlichen Wirtschaftshilfen während der Corona-Pandemie haben nach einer ZEW-Analyse zahlreiche Arbeitsplätze gesichert. Die zunächst befristete Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie kam hingegen nicht so gut an bei den Forschern.

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen bald teurer werden – durch einen Aufschlag bei der Steuer. Das soll nicht nur dazu beitragen, den Haushalt zu sanieren.

Die Bundesärztekammer begrüßt die Pläne der Bundesregierung Alkohol, Tabak und gesüßte Getränke stärker zu besteuern - fordert aber noch weitergehende Schritte: Bei Alkohol greife die Beschränkung auf einzelne Produktgruppen wie Spirituosen oder Schaumwein zu kurz.

Mehr Ausgaben und höhere Schulden: Das sind Kernpunkte des Bundeshaushalts 2027. Finanzminister Lars Klingbeil schließt Milliardenlücken, muss dazu aber in eine Rücklage greifen. Zur Konsolidierung des Haushalts plant die Regierung zudem den Abbau von Finanzhilfen.

Branchenverbände sehen in den Koalitionsbeschlüssen ein Signal für den Fortbestand der Minijobs. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte die Entscheidung über den rentenpolitischen Umgang mit Beschäftigungsverhältnissen jedoch erst für den Herbst an.