Hotelverband kritisiert Novellierung der Pauschalreiserichtlinie

| Politik Politik

In seinem aktuellen Blogbeitrag "Ceci n'est pas un voyage" setzt sich Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA), kritisch mit der geplanten Novellierung der Pauschalreiserichtlinie auseinander. Er warnt davor, dass die vorgeschlagenen Änderungen zu einer erheblichen Verunsicherung des Reisemarktes führen könnten.

Luthe betont, dass die Ausweitung der Verpflichtungen und des Regelungsbereichs der Richtlinie zu erheblichen Abweichungen bei den anzuwendenden gesetzlichen Regelungen für verschiedene Arten von Hotelbuchungen führen könnte. Dies würde nicht nur die Hotellerie, sondern auch die Verbraucher vor große Herausforderungen stellen.

So will der Rat die sogenannten „verbundenen Reiseleistungen“ aus dem Geltungsbereich der Pauschalreiserichtlinie ausklammern. Der Kompromissvorschlag sieht allerdings vor, dass Hotels in ihren Buchungsprozess einen obligatorischen Aufklärungshinweis einbauen müssen, dass der Verbraucher gerade lediglich ein Hotelzimmer und keine komplette Reise samt Transport bucht. Absurder gehe es kaum, so Luthes Urteil.

Bereits in der Vergangenheit haben der europäische Dachverband HOTREC und der Hotelverband Deutschland darauf hingewiesen, dass eine solche Ausweitung zu Unsicherheiten im Reisemarkt führen kann. 

Auch andere Branchenverbände wie der DRV haben den aktuellen Entwurf kritisiert. Sie bemängeln, dass die geplanten Änderungen zu einer Verteuerung der Pauschalreise führen könnten und fordern eine bessere Absicherung von Einzelleistungen, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Luthe appelliert an die Verantwortlichen in der EU, die geplanten Änderungen sorgfältig zu überdenken und die Interessen aller Beteiligten, insbesondere der Hotellerie und der Verbraucher, angemessen zu berücksichtigen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die britische Regierung reagiert auf den Druck der Branche und führt ab April einen zusätzlichen Steuerbonus für Pubs ein. Während Schankbetriebe von spürbaren Entlastungen profitieren, bleibt eine entsprechende Unterstützung für Restaurants und Hotels vorerst aus.

Die Bundesregierung richtet die Tourismuspolitik neu aus. Mit einer Nationalen Tourismusstrategie, die heute im Kabinett zur Verabschiedung ansteht, sollen eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden, Überstunden steuerlich begünstigt und bürokratische Hürden für mittelständische Betriebe massiv abgebaut werden.

Der CDU-Wirtschaftsflügel will das Recht auf Teilzeit abschaffen. Mit dem Vorstoß sollen fehlende Arbeitskräfte kompensiert werden. Vielen Beschäftigten dürfte das nicht gefallen. Was bisher gilt im Überblick.

Die Pläne des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stoßen auf eine massive Welle der Kritik. Während die Mittelstands- und Wirtschaftsunion gegen „Lifestyle-Teilzeit“ vorgehen will, warnen SPD, Gewerkschaften und sogar Teile der CDU vor einem Realitätsverlust.

Die beiden größten freien Interessenverbände der österreichischen Tourismuswirtschaft rücken räumlich und strategisch enger zusammen. Ab Februar verlegt der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) seinen Sitz in die Räumlichkeiten der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien.

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.