Hubert Aiwanger tot in Berliner Hotel gefunden

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Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigt, dass Bayerns Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) tot in einem Berliner Hotel gefunden worden ist. Er sei am frühen Abend in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße entdeckt worden.

«Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. In dem Hotel laufen die Ermittlungsarbeiten, wie etwa die Spurensuche, gegebenenfalls gibt es auch eine Zeugenbefragung. Nach dem Abtransport der Leiche werde voraussichtlich eine Obduktion angeordnet.

Ermittlungsverfahren zur Todesursache läuft

Staatsanwaltschaft und die Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. «Ziel des Todesermittlungsverfahrens ist es, die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen», hieß es in einer Mitteilung. 

Wie die dpa erfuhr, hätte Aiwanger am Nachmittag bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler, deren Bundes- und Landesvorsitzender er ist, eine Rede halten sollen. Er habe sich aber aus gesundheitlichen Gründen abgemeldet und vertreten lassen. Später sei er nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich leblos in seinem Zimmer entdeckt worden.


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Bayerische Politik nach Aiwangers Tod in Schockstarre

Nach dem plötzlichen Tod von Freie-Wähler-Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger steht die bayerische Landespolitik unter Schock. Noch ist völlig offen, wie es in Partei und Regierung weitergeht. In Berlin, wo Aiwanger am Mittwochabend leblos in einem Hotelzimmer gefunden worden war, haben die Behörden ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Freien Wähler, deren starke Stimme und starker Mann Aiwanger war, brauchen nun einen neuen Landes- und Bundesvorsitzenden. Als Landeschef war Aiwanger erst vor einem Jahr wiedergewählt worden - auch in der Partei ist noch nicht klar, wie es nun weitergeht. «Die Freien Wähler Bayern werden ihre Arbeit im Sinne von Hubert Aiwanger weiterführen», teilte die Partei in der Nacht mit. Als Bundesvorsitzender wollte sich Aiwanger eigentlich übernächstes Wochenende erneut im Amt bestätigen lassen. Ob der Termin für den Bundesparteitag am 14. November nun bestehen bleibt - ebenfalls unklar.

Staatssekretär übernimmt Vertretung

Im bayerischen Wirtschaftsministerium wird jetzt mindestens vertretungsweise Staatssekretär Tobias Gotthardt (Freien Wähler) die Amtsgeschäfte übernehmen - so ist es in der Geschäftsordnung der Staatsregierung geregelt. Ob und wann die Freien Wähler ihre Posten nach- oder umbesetzen, wird sich zeigen. Gotthardt werde umgehend von einer Delegationsreise aus Singapur nach Bayern zurückkehren, teilte das Ministerium am Abend mit.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte Aiwangers Tod am Abend bestätigt - er wurde nur 55 Jahre alt. Es sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, um «die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen», hieß es in einer Mitteilung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte sich Aiwanger nachmittags aus gesundheitlichen Gründen bei einem Parteitermin vertreten lassen.

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder schrieb auf der Plattform X: «Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie.» Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) schrieb: «Sein völlig unerwarteter Tod ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und für die gesamte Politik in Bayern.» Auch die Opposition reagierte geschockt.

- Bayerns Wirtschaft und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben den überraschend gestorbenen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als energischen Streiter für die Interessen der Unternehmen gewürdigt. «Hubert Aiwanger war ein leidenschaftlicher Verfechter der Anliegen von Mittelstand, Industrie, Handel und Handwerk in unserem Land. Sein Tod ist ein großer Verlust für Bayern», sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, in München.

«Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und zuverlässigen Partner verloren.» Der Freie-Wähler-Chef habe zudem großen Anteil daran, dass Bayern auch weiterhin von bürgerlichen Parteien regiert werde. Der 55-Jährige habe sich über die Maßen für den Freistaat verdient gemacht.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern reagierte bestürzt über die Nachricht vom Tod Aiwangers in einem Berliner Hotel am Mittwoch. «Hubert Aiwanger war seiner bayerischen Heimat tief verbunden und hat als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Verantwortung für unser Land getragen», sagte der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. 

Zur Todesursache machten die Behörden in Berlin zunächst keine Angaben. Die Ermittler schickten die Spurensicherung in das Hotel in Berlin-Mitte, die Gerichtsmedizin wurde gerufen. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (mit dpa)


 

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