Kritik an geplanter Bettensteuer in Duisburg

| Politik Politik

Nach Angaben der Stadt Duisburg soll ab dem 1. Januar 2027 eine Beherbergungssteuer in Höhe von drei Euro pro Gast und Übernachtung erhoben werden. Die neue Steuer erfasst sämtliche entgeltlichen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben im Stadtgebiet. Dabei spiele es laut Mitteilung der Stadt keine Rolle, ob der Aufenthalt aus privaten, touristischen oder beruflichen Gründen stattfinde. Von der Regelung betroffen seien unter anderem Hotels, Hostels, Gasthöfe, Pensionen, Privatzimmer, Jugendherbergen, Ferienwohnungen, Motels, Campingplätze sowie Schiffe und vergleichbare Einrichtungen. 

Die Pläne stoßen bei den lokalen Hotelbetrieben auf heftige Kritik. Willem Hamer, Inhaber eines Hotels in Homberg, bemängelte laut WDR vor allem den zusätzlichen administrativen Aufwand, der bei den Betrieben verbleibe, ohne dass diesen ein eigener finanzieller Nutzen entstehe. Zwar gehe es ihm nicht primär um den Betrag von drei Euro, jedoch steige die finanzielle Belastung linear mit der Anzahl der Übernachtungen, was gerade bei wiederkehrenden Gästen ins Gewicht falle.

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband reagierte empört und sprach laut WDR in einem Schreiben an die Fraktionen von einem Fehler mit langfristigen Folgen für den Wirtschafts- und Tourismusstandort. Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Dehoga Nordrhein, berichte, dass Duisburg bislang ein Standort mit einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis gewesen sei, bei dem beispielsweise zahlreiche Geschäftsleute während Messen in Düsseldorf untergekommen seien. Der Verband befürchte durch die Abgabe einen spürbaren Rückgang der Übernachtungszahlen.

Das Risiko, dass Gäste auf umliegende Destinationen ohne Bettensteuer wie Moers oder Oberhausen ausweichen, schätze der Verband als relativ hoch ein. Entsprechend bezweifle der Dehoga, dass die Steuer im Ergebnis einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung des städtischen Haushalts leisten könne. Auch Hamer äußere den Wunsch, dass die vereinnahmten Mittel gezielt in die Verbesserung des städtischen Images und in touristische Infrastruktur fließen sollten, um die Attraktivität der Region nachhaltig zu stärken.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Als Reaktion auf gestiegene Kosten durch den Iran-Krieg ermöglicht die Koalition eine steuerfreie Krisenprämie für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft hat aber schon verhalten reagiert.

Der Kanzler hat mit einer Äußerung zur gesetzlichen Rente für Empörung gesorgt. Auf dem CDA-Kongress versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Und er hat eine Botschaft für den Koalitionspartner.

Sollten Steueraufschläge für Cola und Limo kommen, um Anreize für gesündere Ernährung zu setzen? Die Gesundheitsministerin ist dafür. Doch das letzte Wort in der Regierung ist noch nicht gesprochen.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Kennzeichnung der Tierhaltung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.

Der Hotelverband Deutschland plant mit „IHA Inside 2026“ ein Branchentreffen am Nürburgring. Auf dem Programm stehen Fachvorträge, Wettbewerbe und ein begleitendes Rahmenangebot.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat einen Referentenentwurf zur Änderung des Gesetzes Tierhaltungskennzeichnung vorgelegt. Ziel ist laut Entwurf eine grundlegende Reform und Ausweitung der Kennzeichnungspflichten, insbesondere auf die Außer-Haus-Verpflegung wie Restaurants, Kantinen und Imbisse.

Das lange geplante staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch soll nach Plänen des Bundesagrarministeriums im nächsten Jahr mit mehreren Änderungen eingeführt werden - und zwar außer in Supermärkten auch in Restaurants und Kantinen.

Sandra Warden arbeitet seit fast 25 Jahren beim DEHOGA Bundesverband. Dort verantwortet sie als Geschäftsführerin die Bereiche Arbeitsmarkt und Tarifpolitik. In der aktuellen Darstellung der Bundesgeschäftsstelle auf der Website des Verbandes wird sie derzeit nicht aufgeführt. Auf Anfrage von Tageskarte zu den Änderungen reagiert der Verband knapp.

50 Cent extra für Einwegbecher & Co.: Die Verpackungsteuer in Potsdam sorgt für Riesen-Ärger. Verbände warnen vor Unmut beim Verbraucher wegen Preissprüngen und hohem Bürokratie-Aufwand.