Kritik von den Grünen: NRW-Innenminister will nach Todesfall Kölner Kneipe schließen

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Der Kölner Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) hat Äußerungen des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) nach der Tötung eines Somaliers auf dem Ebertplatz scharf kritisiert. Reuls Forderung, die Kneipe «African Drum» in der unteren Ebene des innerstädtischen Platzes zu schließen, sei «simpler Populismus», sagte Hupke der Deutschen Presse-Agentur. «Das "African Drum" ist nicht kausal dafür verantwortlich, was da passiert ist und passiert. Es ist sogar ein Ordnungsfaktor.»

Die Polizei verdächtigt einen 25 Jahre alten Somalier, am Sonntagmorgen auf dem Ebertplatz einen anderen Somalier erstochen zu haben. Hintergrund war den Erkenntnissen zufolge ein Streit unter Drogendealern. Reul hatte am Sonntag eine schnellstmögliche Einrichtung von Videoüberwachung auf dem Platz gefordert. Außerdem müsse man sich fragen, ob die bisherigen Maßnahmen wirklich ausreichten. «Aus meiner Sicht müsste man zum Beispiel überlegen, ob der Weiterbetrieb der Kneipe auf der unteren Ebene, die ja ein Anziehungspunkt für eine bestimmte Klientel zu sein scheint, wirklich klug ist», sagte Reul dem «Kölner Stadt-Anzeiger»

Hupke sagte dazu, eine Gaststätte könne nur geschlossen werden, wenn gegen sie begründete Beschwerden vorlägen. «So einfältig wie Reul agiert, wird es nicht gehen.» Die Probleme auf dem Ebertplatz könnten allein mit polizeilichen Mitteln nicht gelöst werden. Vielmehr müssten Justiz und Polizei intensiv mit Sozialarbeitern, Ausländerbehörde und anderen Instanzen zusammenarbeiten. «Der Polizei alles alleine aufzubürden, kann nicht zum Erfolg führen.» (dpa)


 

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