Mallorcas Hoteliers fordern nach EU-Verfahren Aus für spanische Registrierungspflicht

| Politik Politik

Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien eingeleitet. Begründet wird der Schritt mit der Registrierungspflicht von Reisenden, die nach Ansicht der Kommission gegen Datenschutzvorschriften verstößt. Der Hotelverband von Mallorca (FEHM) begrüßte die Entscheidung und sieht darin eine Bestätigung der langjährigen Kritik aus der Tourismusbranche an den bestehenden Vorschriften.

Hoher bürokratischer Aufwand und Sicherheitsrisiken

Nach Angaben der FEHM und des spanischen Hotelverbandes CEHAT führt die aktuelle Regelung zu einem unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand in den Hotelbetrieben. FEHM-Präsident Javier Vich erklärte, dass die massenhafte Erfassung von personenbezogenen und sensiblen Daten durch Tourismusunternehmen als risikoreich und ineffizient eingestuft werde. Die Verbände sehen in der Speicherung dieser Datenmengen eine Gefahr für die allgemeine Datensicherheit sowie ein erhöhtes Risiko für Cyberangriffe auf die IT-Systeme der Hotels.

Das derzeitige System verletzt aus Sicht der Branchenvertreter die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und der Datenminimierung der Europäischen Union. Eine Erhebung persönlicher Daten über lange Zeiträume ohne konkreten Verdacht widerspreche zudem der geltenden Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs.

Branchenvertreter fordern Aussetzung

Berichten zufolge unterstützen die Hoteliers grundsätzlich die Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit. Sie fordern jedoch eine rechtliche Anpassung, die den Datenschutz und die betrieblichen Realitäten der Unternehmen berücksichtigt. Der Verband FEHM verlangt daher die sofortige Aufhebung des Königlichen Dekrets und den Beginn eines offenen Dialogs zwischen dem spanischen Innenministerium und der Tourismusbranche. Das Ziel dieser Gespräche müsse ein alternatives, rechtskonformes Registrierungssystem sein, welches die notwendigen Sicherheitsanforderungen erfüllt, ohne die Privatsphäre der Bürger unverhältnismäßig zu beeinträchtigen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Sollten Steueraufschläge für Cola und Limo kommen, um Anreize für gesündere Ernährung zu setzen? Die Gesundheitsministerin ist dafür. Doch das letzte Wort in der Regierung ist noch nicht gesprochen.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Kennzeichnung der Tierhaltung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.

Der Hotelverband Deutschland plant mit „IHA Inside 2026“ ein Branchentreffen am Nürburgring. Auf dem Programm stehen Fachvorträge, Wettbewerbe und ein begleitendes Rahmenangebot.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat einen Referentenentwurf zur Änderung des Gesetzes Tierhaltungskennzeichnung vorgelegt. Ziel ist laut Entwurf eine grundlegende Reform und Ausweitung der Kennzeichnungspflichten, insbesondere auf die Außer-Haus-Verpflegung wie Restaurants, Kantinen und Imbisse.

Das lange geplante staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch soll nach Plänen des Bundesagrarministeriums im nächsten Jahr mit mehreren Änderungen eingeführt werden - und zwar außer in Supermärkten auch in Restaurants und Kantinen.

Sandra Warden arbeitet seit fast 25 Jahren beim DEHOGA Bundesverband. Dort verantwortet sie als Geschäftsführerin die Bereiche Arbeitsmarkt und Tarifpolitik. In der aktuellen Darstellung der Bundesgeschäftsstelle auf der Website des Verbandes wird sie derzeit nicht aufgeführt. Auf Anfrage von Tageskarte zu den Änderungen reagiert der Verband knapp.

50 Cent extra für Einwegbecher & Co.: Die Verpackungsteuer in Potsdam sorgt für Riesen-Ärger. Verbände warnen vor Unmut beim Verbraucher wegen Preissprüngen und hohem Bürokratie-Aufwand.

Google steht unter Druck: Die von Künstlicher Intelligenz betriebenen Chatbots werden zunehmend zur Konkurrenz. Brüssel will dem Wettbewerb nicht im Weg stehen - im Gegenteil.

Der DEHOGA und weitere Wirtschaftsverbände kritisieren die geplante steuerfreie 1.000-Euro-Prämie. Sie sehen darin eine zusätzliche Belastung für Unternehmen in einer angespannten wirtschaftlichen Lage.