Regierung plant höhere Steuer auf Spirituosen ab Januar 2027

| Politik Politik

Spirituosen sollen in Deutschland zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Das Bundesfinanzministerium habe nach eigenen Angaben einen Gesetzentwurf für die Anhebung der Alkoholsteuer erarbeitet. Details nannte ein Ministeriumssprecher wegen laufender regierungsinterner Abstimmungen zunächst nicht. Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) soll die Steuer auf Spirituosen um 20 Prozent steigen – von 13,03 Euro auf 15,64 Euro je Liter Reinalkohol.

Gesetzentwurf sieht höhere Abgaben auf mehrere Alkoholarten vor

Nach Angaben des RND sollen neben Rum, Wodka, Whisky und Korn auch Sekt, Champagner, Likörweine sowie Alkopops von der geplanten Steuererhöhung betroffen sein. Für eine handelsübliche 0,7-Liter-Flasche mit 40 Volumenprozent Alkohol würde dies den Angaben zufolge einschließlich Mehrwertsteuer einen Preisaufschlag von 87 Cent bedeuten.

Nicht vorgesehen sei dagegen eine Erhöhung der Biersteuer. Für Wein bleibe es ebenfalls bei der bisherigen Regelung ohne besondere Verbrauchsteuer. Das Bundesfinanzministerium habe zudem erklärt, die geplante Gesetzesänderung erfolge auch aus gesundheitspolitischen Erwägungen.

Regierung erwartet zusätzliche Einnahmen von rund 400 Millionen Euro

Die Anhebung der Alkoholsteuer war bereits im April 2026 Bestandteil der vom Bundeskabinett beschlossenen Eckwerte für den Haushalt 2027. Damals hatte die Bundesregierung angekündigt, verschiedene Steuermaßnahmen zu prüfen, um verbleibende Finanzierungslücken zu schließen.

Nach Informationen des RND rechne die Bundesregierung mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro. Im Gesetzentwurf werde als Ziel die Konsolidierung des Bundeshaushalts 2027 sowie des Finanzplans bis 2030 genannt.

Expertenkommission hatte deutlich stärkere Erhöhungen vorgeschlagen

Die nun bekannt gewordenen Pläne bleiben hinter den Empfehlungen einer vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Expertenkommission zurück. Diese hatte nach Angaben des RND eine Erhöhung der Alkoholsteuer um mehr als 40 Prozent bereits im Jahr 2027 empfohlen und für die Jahre bis 2029 weitere Anhebungen vorgeschlagen, die insgesamt auf eine Verdoppelung der Steuer hinausgelaufen wären.

Nach Einschätzung der Kommission könne ein höherer Preis den Alkoholkonsum senken und dadurch gesundheitliche Folgen verringern. Erwartet werde unter anderem, dass sich jährlich rund 1.000 Krebsfälle vermeiden ließen. Zudem verwiesen die Experten darauf, dass insbesondere Spirituosen beim sogenannten Rauschtrinken eine Rolle spielten und ein geringerer Konsum auch Folgekosten etwa durch Unfälle reduzieren könne.

Die Kommission hatte darüber hinaus auch eine höhere Zuckersteuer vorgeschlagen. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit den Überlegungen zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine breite Allianz von Wirtschaftsverbänden fordert in einem Brandbrief den Stopp der Potsdamer Verpackungssteuer. Sie warnen vor Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent und bezweifeln den ökologischen Nutzen der Abgabe.

Der Landtag von Baden-Württemberg hat den Weg für die Rückerstattung von Corona-Soforthilfen frei gemacht. Wer vor dem 8. April 2020 Anträge stellte und bereits Geld zurückgezahlt hat, erhält dieses nun inklusive Zinsen zurück – allerdings erst nach einem noch einzurichtenden Antragsverfahren.

Mit Anwälten und Abmahnungen kämpfen die Oktoberfestwirte gegen den illegalen Weiterverkauf von Tischreservierungen. Nachdem erste Urteile gegen horrende Preise gefallen sind, warnen Stadt und Wirte nun gemeinsam: Gültig sind nur Original-Reservierungen.

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will das Verbot der Bettensteuer durch den Freistaat Bayern vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen. Zuerst muss aber noch der Stadtrat zustimmen.

Die Idee einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke stößt in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge auf große Zustimmung. 60 Prozent der Befragten bewerten eine Steuer positiv, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt.

Während 60,4 Millionen Übernachtungen über Portale den Wohnraum unter Druck setzen, warnt Hotelier Marco Nussbaum vor der Lobby-Macht der Plattformen. Der Hotelverband IHA liefert mit einem neuen Leitfaden die Werkzeuge für Kommunen, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Die Ära der kleinen Kosmetikfläschchen in Hotelzimmern geht zu Ende. Ab 2030 untersagt eine neue EU-Verordnung Einwegverpackungen für Hygieneartikel im Beherbergungssektor. Während Hotels auf nachfüllbare Spendersysteme umstellen, bleibt der Verkauf von Reisegrößen im Einzelhandel vorerst erlaubt.

Die erste Tarifrunde für die Beschäftigten im niedersächsischen Gastgewerbe endete in Hannover ohne Abschluss. Während der Dehoga eine zweistufige Erhöhung um insgesamt 5 Prozent anbot, lehnte die Gewerkschaft NGG die Vorschläge ab. Die Verhandlungen werden im März fortgesetzt.

Die stellvertretende NGG-Vorsitzende Claudia Tiedge kritisiert Forderungen nach einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tags und warnt vor negativen Folgen für die Gleichstellung von Frauen.

Das Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zwar als spürbare Entlastung, schätzt die aktuelle Lage aber dennoch weiter als angespannt an.