Rheinland-Pfalz: Viel Kritik für CDU-Antrag zu Hotellerie und Gastgewerbe

| Politik Politik

Ein Antrag der oppositionellen CDU-Fraktion zur Anerkennung der Hotellerie und des Gastgewerbes als Saisonarbeitsbranche ist im rheinland-pfälzischen Landtag und beim DGB auf Ablehnung gestoßen. «Die Sommer-Überstunde ist immer noch die beste Medizin gegen die Winter-Arbeitslosigkeit», hatte der CDU-Abgeordnete Alexander Licht den Antrag begründet. So könnten viele saisonal-befristete Arbeitsverhältnisse in ganzjährige Dauerarbeitsplätze umgewandelt werden, heißt es in dem Antrag.

Der Antrag werde zu einem «Verschleiß der Arbeitnehmer» führen, sagte Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Er sei «ein Freifahrtschein von längeren täglichen Höchstarbeitszeiten». Für die Attraktivität der Branche seien jedoch vielmehr gute Arbeitsbedingungen notwendig.

Das Parlament könne sich nicht in der laufenden Tarifauseinandersetzung zugunsten einer Seite positionieren, kritisierten Redner der Regierungsfraktionen SPD, FDP, Grüne sowie der oppositionellen AfD-Fraktion, die sich bei der Abstimmung enthielt.

Der Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, Dietmar Muscheid, monierte in einer Mitteilung: «Der Antrag der CDU bedeutet, dass sich die täglichen Arbeitszeiten der Beschäftigten im Gastgewerbe auf 12 oder 13 Stunden am Tag ausweiten würden – und das an bis zu sechs Tagen in der Woche!»

Der Manteltarifvertrag biete den Arbeitgebern mit bis zu 50 Stunden pro Woche bereits eine äußerst hohe Flexibilität bei der Einteilung der Schichtpläne, sagte Muscheid. Schon jetzt könnten Überstunden angespart und im Winter abgefeiert werden. «In der Praxis wird davon jedoch kaum Gebrauch gemacht, da die Gastronomen die Überstunden nach der Saison oftmals lieber ausbezahlen und das Personal entlassen.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

McDonald's Deutschland setzt das Format Burger Dialog fort. In Kooperation mit dem Musiker Eko Fresh und Vertretern aus der Bundespolitik thematisiert das Unternehmen zum Auftakt der neuen Runde das Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement.

Die Gewerkschaft NGG droht in Hessen mit den "größten Streiks, die diese Branche in der Bundesrepublik jemals erlebt" habe. Vorabankündigungen wie bei der Bahn werde es laut NGG nicht geben.

Ein Pariser Gericht hat eine Immobiliengesellschaft zu einer Geldstrafe von 585.000 Euro verurteilt, weil ein Gebäude im 9. Arrondissement ohne Genehmigung in Touristenunterkünfte umgewandelt wurde. Wie die Stadt Paris laut Mitteilung erklärte, handelt es sich um die bislang höchste verhängte Strafe in einem solchen Fall.

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Mehr Transparenz auf der Speisekarte – oder mehr Bürokratie in der Küche? Die geplante Tierhaltungskennzeichnung spaltet die Branche. Zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität geht es um mehr als nur ein Label. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz ist gegen die Einführung einer Bettensteuer. Der Verband plädiert dagegen für einen zweckgebundenen Gästebeitrag.

Die Europäische Union hat sich vorläufig auf eine Reform der Koordinierung der Sozialversicherungssysteme verständigt. Wie aus einer Mitteilung des Geschäftsreiseverbades BT4Europe hervorgeht, betrifft die Einigung insbesondere die Abschaffung der A1-Bescheinigung für kurzfristige grenzüberschreitende Geschäftsreisen.

Caroline von Kretschmann äußert sich zur Entlastungsprämie und nennt eine Beispielrechnung: Für die Auszahlung an alle Mitarbeiter wären 3,3 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz erforderlich. Auch der DEHOGA Hessen kritisiert das Maßnahmenpaket der Bundesregierung.

Als Reaktion auf gestiegene Kosten durch den Iran-Krieg ermöglicht die Koalition eine steuerfreie Krisenprämie für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft hat aber schon verhalten reagiert.

Der Kanzler hat mit einer Äußerung zur gesetzlichen Rente für Empörung gesorgt. Auf dem CDA-Kongress versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Und er hat eine Botschaft für den Koalitionspartner.