Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht keine Chance für Osterurlaub

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht in den nächsten Wochen keine Chance für Reiseverkehr und Tourismus. «Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben», sagte er der «Bild am Sonntag». Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. «Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben.» Eine Rückkehr zur Normalität wie im Herbst führe dann auch zu einer Explosion der Infektionszahlen wie im November und Dezember. «Die Folge wäre ein harter Lockdown wie im Frühjahr. Das müssen wir unbedingt vermeiden.» In Sachsen werden nach Angaben von Kretschmer auch Gaststätten und Hotels über Ostern geschlossen sein müssen.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller (SPD) sieht das anders: «Das teile ich so pauschal nicht. Und ich glaube, es ist auch verfrüht, das so festzulegen», sagte er am Sonntagabend in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». Man habe es in den vergangenen sechs, sieben Wochen geschafft, doch um 100 Punkte runterzukommen. «Warum soll es uns nicht jetzt gelingen, in den nächsten sechs, sieben Wochen bis Ostern noch einmal 30 Punkte runterzukommen. Und damit ja doch viel mehr Freiheit und Normalität zurückzugewinnen.»

Debatte über Ausfall des Osterurlaubs: Dehoga übt scharfe Kritik

Diskussionen über einen Ausfall des Osterurlaubs in Deutschland sind beim Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA ) auf scharfe Kritik gestoßen. Der Vorstoß des Ministerpräsidenten von Sachsen sei völlig inakzeptabel, sagt DEHOGA Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Die Politik sei verpflichtet, alles dafür zu tun, dass es eine Öffnungsperspektive gebe und dass die Betriebe keinen Tag länger geschlossen blieben, als dies notwendig sei. Ingrid Hartges, zeigt sich im «ntv Frühstart» empört. In der Branche sei die Stimmung jetzt schon «aggressiv», akute Existenzangst gehe um. https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Kretschmer-Ausserungen-sind-voellig-inakzeptabel-article22361706.html

Ähnliches aus dem DEHOGA-Verband in Nordrhein-Westfalen: «Das Philosophieren über ausfallende Osterferien oder erst im Sommer geöffnete Biergärten sind das Gegenteil von einem Gesamtplan. Viele in der Branche empfinden das als schallende Ohrfeige», sagte ein Dehoga-Sprecher der «WAZ» (Montag).

Daran gab es aber auch Kritik. Der Fraktionschef der NRW-SPD, Thomas Kutschaty, sagte der «WAZ»: «Ich halte solche Festlegungen für falsch. Im Augenblick entwickeln sich die Zahlen in die richtige Richtung. Warum sollen wir schon jetzt jede Hoffnung nehmen?» (dpa)


 

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