Skigebiete hoffen auf Finanzhilfe nach coronabedingtem Ausfall

| Politik Politik

Nach der coronabedingt ausgefallenen Skisaison hoffen die kommunal betriebenen Skilifte auf Finanzhilfen des Bundes. Der Vorsitzende des Liftverbunds Feldberg, St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst, hat dazu mit dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), gesprochen. Dieser habe zugesichert, Möglichkeiten zu prüfen, teilte die Stadt im Landkreis Waldshut am Freitag mit. Der Umsatzverlust im Skigebiet Feldberg im vergangenen Winter liegt den Angaben nach bei rund zehn Millionen Euro, die Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte seien immens.

Anders als private Liftbetreiber erhielten kommunal getragene Lifte keine Mittel aus dem dritten Corona-Hilfsprogramm, erklärte Probst. November- und Dezemberhilfen seien schon geflossen, auch an Kommunen. «Daran muss nun angeknüpft werden, damit der Wintertourismus in Deutschland nicht dauerhaft stillgelegt wird», so der Bürgermeister. Das Verständnis für die sehr spezifische Situation der Städte und Gemeinden, die vom saisonalen Tourismus abhängen, sei aber vorhanden, sagte Probst nach dem Gespräch. Die Bedeutung des Wintertourismus für die deutschen Mittelgebirge und Alpen werde erkannt.

Probst strebt Gespräche mit anderen deutschen Skigebieten wie Garmisch-Partenkirchen oder Oberstdorf in Bayern und einen neuen Termin mit Bundespolitikern an. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium, wo Bareiß auch Parlamentarischer Staatssekretär ist, gab es zunächst keine näheren Angaben zu möglichen Finanzhilfen.

Nach der ausgefallenen Wintersaison 2020/21 sei der Haushaltsplan für das laufende Jahr «sehr instabil», sagte Probst. Damit gebe es kaum Möglichkeiten zu investieren. Das sei aber nötig, um die Region etwa mit Blick auf Klimawandel, neue Angebotsformen und ein verändertes Gästeverhalten für die Zukunft rüsten zu können. Der Feldberg ist mit 1493 Metern der höchste Mittelgebirgsgipfel in Deutschland. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die EU-Kommission hat Einwände gegen Teile der geplanten deutschen Tierhaltungskennzeichnung. Ein Verbändebündnis um den DEHOGA fordert deshalb erneut, die vorgesehene Kennzeichnungspflicht für die Außer-Haus-Verpflegung aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Die Bundesregierung bereitet eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke vor. Die Deutschen zeigen sich bei dem Thema gespalten.

Großbritannien konnte den Zuckergehalt in Softdrinks fast halbieren, Frankreich stützt mit der Zuckersteuer die Krankenversicherung von Bauern und ein Land besteuert Limonade, aber fördert Schnaps.

Die EU-Kommission sieht im Entwurf des Gesetzes zur Tierhaltungskennzeichnung einen Verstoß gegen das EU-Recht. Ein Verbändebündnis aus Gastronomie und Lebensmittelwirtschaft fordert daraufhin die Streichung der Pflichtkennzeichnung für die Außer-Haus-Verpflegung.

Finanzminister Lars Klingbeil will keine Extrasteuer auf zuckerfreie Getränke erheben. «Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen», erklärte der SPD-Chef. Eine «Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke» ergebe keinen Sinn.

Der Deutsche Tourismusverband kritisiert die AfD-Pläne zur Umgestaltung der Kultur- und Tourismusvermarktung in Sachsen-Anhalt. DTV-Präsident Meyer belegt die wirtschaftliche Relevanz ostdeutscher Kulturstätten und warnt vor Schäden für das internationale Image.

 In der Bundesregierung zeichnet sich ein Streit um die konkrete Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ab. Wie zuerst die «Bild»-Zeitung unter Verweis auf ein Papier aus dem Finanzministerium berichtete, gibt es Pläne, dass die geplante Zuckersteuer mehr Produkte betreffen könnte als gedacht.

Teaser: Berlin plant eine behördenübergreifende Servicestelle für Veranstaltungen. Sie soll Veranstalter beraten und über Zuständigkeiten, erforderliche Unterlagen und zeitliche Abläufe informieren, selbst aber keine Genehmigungen erteilen.

Booking.com muss Kunden in Österreich nach der Buchung Name und ladungsfähige Anschrift privater Unterkunftgeber mitteilen. Der Oberste Gerichtshof hat die Revision der Plattform gegen die entsprechende Entscheidung der Vorinstanzen zurückgewiesen.

Die geplante Abschaffung des Rabattfreibetrags für Mitarbeiter ist im aktuellen Referentenentwurf zur Einkommensteuerreform nicht mehr enthalten. Zuvor hatten Verbände aus Hotellerie, Gastronomie und Touristik die Pläne kritisiert.