Video zur DEHOGA-Kundgebung in Stuttgart

| Politik Politik

Über 3600 Gastronomen und Hoteliers haben am 24. April in Stuttgart gegen eine drohende Steuererhöhung für ihre Branche demonstriert. Bei einer Politischen Kundgebung, zu der der DEHOGA Baden-Württemberg aufgerufen hatte, warnte DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz Engelhardt vor einem „Preisschock“, falls der Mehrwertsteuersatz auf Speisen in der Gastronomie von derzeit sieben Prozent wieder auf 19  Prozent steigt. Die Gewährung des reduzierten sieben Prozent-Steuersatzes ist aktuell bis Jahresende 2023 befristet.

 

Während die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Manuel Hagel und Dr. Hans-Ulrich Rülke, sich im Festzelt klar für die dauerhafte Gewährung des reduzierten sieben Prozent-Mehrwertsteuersatzes auf Speisen in der Gastronomie aussprachen, äußerte sich Grünen-Fraktionsvorsitzender Andreas Schwarz differenziert und im Kern ablehnend. Schwarz betonte zwar, er habe "volles Verständnis dafür, dass die sieben Prozent eine wichtige Brücke aus der Krise in die Normalität" gewesen seien. Deshalb habe seine Partei einer Verlängerung des reduzierten Satzes zugestimmt. Dauerhaft werde man sich die sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen aber nicht leisten können. "Wir müssen mit dem Geld des Staates sparsam umgehen", betonte der Fraktionschef der Landtagsgrünen.

Sascha Binder, Generalsekretär der SPD in Baden-Württemberg lies hingegen klare Sympathien für dauerhafte sieben Prozent-Regelung in der Gastronomie erkennen. "Das Wort des Kanzlers gilt", betonte er unter Anspielung auf Olaf Scholz' klare Aussage im Bundestagswahlkampf. Scholz hatte zur sieben Prozent-MwSt. in der Gastronomie wörtlich erklärt: "Das schaffen wir nie wieder ab."


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will das Verbot der Bettensteuer durch den Freistaat Bayern vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen. Zuerst muss aber noch der Stadtrat zustimmen.

Die Idee einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke stößt in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge auf große Zustimmung. 60 Prozent der Befragten bewerten eine Steuer positiv, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt.

Während 60,4 Millionen Übernachtungen über Portale den Wohnraum unter Druck setzen, warnt Hotelier Marco Nussbaum vor der Lobby-Macht der Plattformen. Der Hotelverband IHA liefert mit einem neuen Leitfaden die Werkzeuge für Kommunen, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Die Ära der kleinen Kosmetikfläschchen in Hotelzimmern geht zu Ende. Ab 2030 untersagt eine neue EU-Verordnung Einwegverpackungen für Hygieneartikel im Beherbergungssektor. Während Hotels auf nachfüllbare Spendersysteme umstellen, bleibt der Verkauf von Reisegrößen im Einzelhandel vorerst erlaubt.

Die erste Tarifrunde für die Beschäftigten im niedersächsischen Gastgewerbe endete in Hannover ohne Abschluss. Während der Dehoga eine zweistufige Erhöhung um insgesamt 5 Prozent anbot, lehnte die Gewerkschaft NGG die Vorschläge ab. Die Verhandlungen werden im März fortgesetzt.

Die stellvertretende NGG-Vorsitzende Claudia Tiedge kritisiert Forderungen nach einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tags und warnt vor negativen Folgen für die Gleichstellung von Frauen.

Das Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zwar als spürbare Entlastung, schätzt die aktuelle Lage aber dennoch weiter als angespannt an.

Der DEHOGA setzt sich mit einer Kampagne für die Ablösung der täglichen Höchstarbeitszeit ein. Durch eine Umstellung auf die Wochenarbeitszeit sollen Betriebe sowie deren Beschäftigte von mehr Flexibilität profitieren. Die Bundesregierung braucht der Verband allerdings nicht mehr zu überzeugen. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist längst in Planung.

Der CDU-Parteitag hat eine Steuer auf gezuckerte Getränke abgelehnt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will aber noch nicht aufgeben und hat jetzt andere Pläne.

Mehrkosten fürs Mitnehmen? Potsdam will dem Beispiel Tübingen folgen und eine Verpackungssteuer einführen. Die Wirtschaft befürchtet, dass es am Ende der Kunde zu spüren bekommt.