Vorbild WM: Abkühlpausen für Arbeitnehmer in EU gefordert

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Gewerkschaftsverbände fordern verbindliche Hitzeschutzmaßnahmen für alle Arbeitnehmer in der EU. Als Vorbild nannte der Europäische Gewerkschaftsbund in einer Pressemitteilung die Abkühlpausen der Fußball-Weltmeisterschaft, die dort aufgrund der hohen Temperaturen eingeführt wurden. Die Pausen dort sind allerdings kurz - gerade einmal drei Minuten. 

Esther Lynch vom Europäischen Gewerkschaftsbund findet: «Bauarbeiter, Obstpflücker oder Busfahrer benötigen deutlich mehr als drei Minuten, um sich zu erholen.»

Mehrere Gewerkschaftsverbände sprachen sich für neue EU-Vorgaben für die Rechte von Arbeitnehmern bei Hitze aus. Konkret wollen die Verbände etwa Temperaturobergrenzen bei der Arbeit, Regelungen für Ruhe- und Arbeitsphasen, einschließlich bezahlter Pausen, Zugang zu Schatten, Wasser und Kühlung sowie angepasste Arbeitszeiten bei großer Hitze. Außerdem fordern sie Schutz für Arbeitnehmer in besonders gefährdeten Branchen wie Bau, Landwirtschaft oder Gastronomie. 

Immer wieder Hitze-Tote

Der Europäische Gewerkschaftsbund bemängelte, dass Arbeitgeber nicht genug für den Schutz der Angestellten bei Hitze tun würden, und verwies auf eine Reihe von hitzebedingten Todesfällen im Arbeitskontext im Sommer 2025. 

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte angesichts der aktuellen Hitzewelle vor der tödlichen Gefahr von hohen Temperaturen. Rund eine halbe Million Menschen würden jährlich weltweit an Hitzefolgen sterben, viele dieser Todesfälle seien vermeidbar, sagte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Genf. Er verwies darauf, dass Arbeiter und sozial benachteiligte Menschen zu Risikogruppen gehörten. 

Kommission will Hitzeschutz in Verordnung aufnehmen

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, man nehme die Risiken von hohen Temperaturen am Arbeitsplatz sehr ernst. Die EU prüfe bereits, wie Arbeitnehmer am besten vor Risiken geschützt werden können, die durch Hitzewellen, den Klimawandel und die Situation entstünden, «mit der wir derzeit in vielen Teilen Europas konfrontiert sind».

Extremwetterlagen durch Klimawandel keine Ausnahme mehr

Extreme Wetterereignisse seien mittlerweile europaweit eine Realität am Arbeitsplatz und bergen Arbeitsrisiken, teilte Tom Deleu von der Europäischen Föderation für Bau- und Holzarbeiter mit. «Der Klimawandel ist eine der entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit, doch die Arbeitnehmer werden nach wie vor ohne klare und durchsetzbare Schutzmaßnahmen in immer extremere Wetterbedingungen geschickt.» Deleu forderte: «Wenn die Anpassung an den Klimawandel ernst genommen wird, muss sie auch den Arbeitsplatz einbeziehen.» (dpa)


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