Wirte wehren sich gegen Straßenumbau in Frankfurt

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Zahlreiche Wirte an der Bockenheimer Landstraße in Frankfurt wenden sich mit einem offenen Brief an den neuen Verkehrsdezernenten Yannick Schwander. Sie fordern ihn auf, die geplante dauerhafte Reduzierung der Straße auf weitgehend eine Fahrspur je Richtung zu stoppen und die vorgesehene Verkehrsführung zu überarbeiten.

Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von Vertretern von Block House, The Black Bulls, Sunny Side Up, Oceans, Hotel Palmenhof, Mon Amie Maxi, Elaine’s World, Moriki, Chinaski, eatDOORI und Papa Napoli. Nach eigener Darstellung wenden sich die Verfasser im Namen praktisch aller Gastronomiebetriebe entlang der Bockenheimer Landstraße an den Verkehrsdezernenten.

Die Unterzeichner verlangen von Schwander eine konkrete Positionierung zu den geplanten dauerhaften Maßnahmen auf der Bockenheimer Landstraße und im Westend. Bereits an dessen Vorgänger hätten sie sich mit einem Schreiben gewandt und kritisiert, als direkt Betroffene nicht in die Planungen einbezogen worden zu sein.

Wirte beklagen Belastungen durch die laufenden Bauarbeiten vor Ort

Derzeit würden auf der Bockenheimer Landstraße Kabel und Rohre verlegt, Straßenabschnitte aufgerissen und Verkehrsführungen verändert. Nach Darstellung der Unterzeichner könnten sich die Arbeiten im besten Fall über vier Jahre erstrecken.

Die Betriebe berichten von Schmutz, Baulärm, Absperrungen und einer schlechteren Erreichbarkeit. Gäste blieben fern und Umsätze brächen ein. Besonders die Terrassensaison sei durch Staub, Lärm, Baustellenabsperrungen und die nach Einschätzung der Wirte verschlechterte Erreichbarkeit beeinträchtigt worden.

Noch größere Sorgen bereiteten den Unterzeichnern nach eigener Darstellung die vorgesehenen dauerhaften Veränderungen nach Abschluss der Bauarbeiten.

Betriebe fordern Erhalt von Fahrspuren und wichtigen Abbiegemöglichkeiten

Nach den Angaben im offenen Brief soll die Bockenheimer Landstraße weitgehend auf eine Fahrspur je Richtung reduziert werden. Gleichzeitig sollen separate Abbiegespuren entfallen und wichtige Abbiegemöglichkeiten ins Westend eingeschränkt werden.

Die Wirte befürchten dadurch Rückstaus und eine schlechtere Erreichbarkeit des Westends. Gäste, Taxis und Lieferanten würden nach ihrer Einschätzung zu Umwegen gezwungen, wodurch sich die Zugangswege zu Restaurants, Hotels und Geschäften verlängerten.

Die Unterzeichner fordern deshalb, separate Abbiegespuren und wichtige Abbiegemöglichkeiten ins Westend zu erhalten. Außerdem solle der weitere Abbau von Parkplätzen gestoppt werden. Bei bereits beseitigten Stellplätzen solle geprüft werden, ob diese zumindest teilweise wiederhergestellt werden könnten.

Wirte erinnern Schwander an seine frühere Kritik am Umbau

In dem Schreiben verweisen die Unterzeichner auch auf Schwanders frühere Position. Der CDU-Politiker habe den geplanten Umbau der Bockenheimer Landstraße bereits 2025 öffentlich kritisiert und dabei von einer „verfehlten Verkehrspolitik der Koalition“ gesprochen. Zudem habe er vor einer Verschärfung bestehender Staus sowie längeren Arbeitswegen für Handwerker und Verspätungen von Bussen und Krankenfahrten gewarnt.

Die Wirte wollen von Schwander nun unter anderem wissen, ob er an seiner damaligen Kritik festhalte und ob er beabsichtige, die Bockenheimer Landstraße unter seiner Verantwortung weitgehend auf eine Fahrspur je Richtung reduzieren zu lassen. Außerdem fragen sie nach seiner Position zum Wegfall separater Abbiegespuren und zum weiteren Parkplatzabbau im Westend.

Sollte Schwander die bisherigen Planungen dennoch unverändert fortführen wollen, verlangen die Unterzeichner eine Erklärung, weshalb er die von ihm zuvor kritisierten Maßnahmen inzwischen anders bewerte.

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