Allergiker auf Reisen: Ranking kürt Europas pollenärmste Urlaubsziele

| Tourismus Tourismus

Eine Analyse von europäischen Urlaubsorten zeigt deutliche regionale Unterschiede bei der Gräserpollen-Belastung von Mai bis August 2025. Während der hohe Norden und bestimmte Inselgruppen faktisch pollenfreie Bedingungen bieten, verzeichnen Südeuropa und Teile der Schweiz hohe Belastungswerte.

Tórshavn auf den Färöern pollenärmster Urlaubsort in Europa

Nach Angaben des Reiseanbieters Fit Reisen, der 486 Urlaubsorte in 245 europäischen Regionen auf ihre Gräserpollen-Belastung untersucht hat, liegt Tórshavn auf den Färöern mit einem Saisondurchschnitt von 0,1 grains/m³ auf dem ersten Platz der pollenärmsten Destinationen. Laut Mitteilung basiert die Analyse auf Modelndaten des Copernicus Atmosphere Monitoring Service. Als Ursachen für die geringe Belastung auf den Färöern nennt der Veranstalter das subarktische Klima, beständigen Atlantikwind sowie eine Vegetation, die Gräserpollen kaum in die Luft bringt.

Auf den weiteren Plätzen der pollenärmsten Einzelorte folgen Tromsø in Norwegen mit 0,6 grains/m³ sowie Höfn in Ostisland mit 0,7 grains/m³. Nach Angaben des Unternehmens profitiert Nordnorwegen von einer kurzen Vegetationsperiode, Küstennähe und atlantischen Winden. Island zeichnet sich durch seine vulkanische, weitgehend baumlose Struktur aus, wobei die Hauptstadt Reykjavik auf 1,1 grains/m³ und die Südküste auf 1,5 grains/m³ kommen.

Südeuropäische Inseln

Wie die Auswertung zeigt, müssen pollenarme Reiseziele nicht ausschließlich in kalten Regionen liegen. Die Region Malta und Gozo belegen mit 1,0 grains/m³ den vierten Platz im Regionen-Ranking und stellen damit das pollenärmste mediterrane Areal im Vergleich dar. Eine ähnliche Situation weist Zypern auf, wo Famagusta 1,0 grains/m³ und Paphos 1,1 grains/m³ verzeichnen. Laut Mitteilung halten die Insellage, stetige Meeresbrisen und eine gräserarme Vegetation die Werte in diesen Gebieten niedrig.

Auch die portugiesische Atlantikinsel Madeira liegt mit 1,4 grains/m³ unter den zehn pollenärmsten Regionen, gefolgt von der griechischen Inselgruppe Dodekanes mit 1,5 grains/m³. Unter den 50 am wenigsten belasteten Orten befinden sich laut Veranstalter zehn griechische, sieben norwegische, fünd isländische, vier maltesische und sechs türkische Ziele.

Alentejo in Portugal verzeichnet höchste Pollenbelastung

Am anderen Ende des Spektrums rangiert das portugiesische Alentejo als pollenreichste Region Europas. Der Hauptort Évora schließt das Ranking mit einem Saisonmittel von 54,9 grains/m³ ab. Als Grund wird die Landschaftsstruktur mit heißen, weiten Ebenen, ausgedehnten Getreide- und Wiesenflächen sowie langen Trockenperioden genannt. Im Mai liegt der Tagesdurchschnitt dort bei über 117 grains/m³, während er im August auf 3,5 grains/m³ sinkt.

Hinter Alentejo folgt die spanische Region Extremadura mit einem Saisondurchschnitt von 34,8 grains/m³, wobei Mérida 41,2 grains/m³ und Cáceres 28,4 grains/m³ aufweisen. Das französische Loire-Tal belegt mit einem Durchschnittswert von 30,5 grains/m³ ebenfalls einen hinteren Platz im Gesamtranking, wobei der Ort Amboise 30,5 grains/m³ erreicht. Zu den zehn pollenreichsten Orten gehören zudem drei norditalienische Städte, namentlich Mantua, Padua und Verona.

Schweizer Städte mit hohen Belastungswerten

Im oberen Belastungsfeld des Rankings ist die Schweiz stark vertreten. Mit sieben Orten unter den Top 30 der höchstbelasteten Urlaubsziele, darunter Bern, Luzern, Genf und Lausanne, stellt das Land laut Mitteilung mehr Einträge in diesem Segment als jede andere Nation im Vergleich.

Die deutschen Städte bewegen sich im soliden Mittelfeld des Rankings. Die niedrigsten Werte innerhalb Deutschlands verzeichnen Westerland auf Sylt mit 3,5 grains/m³, Hamburg mit 8,5 grains/m³ und Berlin mit 8,6 grains/m³. Die höchsten deutschen Werte wurden in Konstanz mit 19,4 grains/m³, Rothenburg ob der Tauber mit 18,5 grains/m³ und Regensburg mit 17,4 grains/m³ gemessen, womit sich alle drei Städte noch im mittleren Belastungsbereich befinden.

Klimawandel und Luftverschmutzung verlängern Pollensaison

Nach Angaben der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie leiden rund 40 Prozent der europäischen Bevölkerung an einer Pollenallergie. Dr. med. univ. Markus Berger, Obmann des Österreichischen Polleninformationsdienstes und Forscher im Bereich Aerobiologie und Allergologie, erklärt hierzu: „Globale Erwärmung und Luftverschmutzung verlängern die Pollensaison und erhöhen die Allergenität von Pollen. Diese Faktoren sind nicht nur für höhere Symptomlast verantwortlich, sondern auch für die steigende Prävalenz mitverantwortlich".

Für Mitteleuropa stellt der Experte eine Verlängerung der Pollensaison fest. Im urbanen Raum könnten zudem angepflanzte Schilf- und Ziergräser die Beschwerdezeit der Betroffenen zusätzlich bis in den Herbst hinein ausdehnen. Da die Gräserpollen-Saison exakt in die Hauptreisezeit von Mai bis August falle, gewinne eine fundierte Reiseplanung an Bedeutung. Berger betont: „Die Gräserpollen-Saison fällt in die Zeit des Jahres, zu der viele Menschen ihre Freizeit vorwiegend im Freien verbringen möchten. Und da Allergiker und Allergikerinnen sehr individuelle Reaktionsmuster aufweisen, ist eine fundierte Reiseplanung wichtiger, als viele denken“.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Lufthansa startet ihr neues Servicekonzept FOX auf der Langstrecke. Mit einer Investition von 70 Millionen Euro werden die kulinarischen Angebote und die Ausstattung in allen Reiseklassen, von der Business Class bis zur Economy Class, umfassend erneuert.

Die WHO meldet mehrere Fälle einer Atemwegserkrankung auf einer Atlantik-Kreuzfahrt. Der Virus wird durch Nagetier-Kot übertragen, in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch.

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können. Ein Überblick zu fünf möglichen Zielen.

Eine aktuelle Expedia-Studie belegt, dass Reisende pro Trip durchschnittlich 500 US-Dollar für Zusatzkäufe ausgeben. Besonders die Generation Z zeigt sich dabei kauffreudig und offen für neue Marken sowie flexible Zahlungsmodelle.

Der südlichste Kanton der Schweiz lockt mit alpiner Bodenständigkeit und italienischem Dolce Vita. Stiller Genuss und aufregender Glamour sind oft nur Minuten voneinander entfernt.

Festsitzenden Passagieren stehen Mahlzeiten und Erfrischungen zu. Doch was zählt als Erfrischung? Dazu urteilen Gerichte immer wieder. Eine Frage dabei: Was dient noch der Flüssigkeitszufuhr?

Düsseldorf richtet seinen Tourismussektor mit der neuen Strategie „Future of Tourism“ neu aus und setzt verstärkt auf Qualität statt Quantität. Ziel ist es, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste zu steigern.

Eine neue Auswertung zeigt die beliebtesten Radfernwege Deutschlands für das Jahr 2026. Während der Weserradweg seine Spitzenposition verteidigt, zeigt sich ein deutlicher Trend zu Flussradwegen und Routen im süddeutschen Raum.

Das Urlaubsbarometer 2026 zeigt eine ungebrochene Reiselust in Österreich, wobei Sicherheit und Kosten zu den entscheidenden Faktoren bei der Zielwahl werden. Während Italien und Kroatien als Favoriten gelten, gewinnt Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.