Appell zum 30. Jahrestag des Mauerfalls: Reisefreiheit feiern, statt sie in Frage zu stellen

| Tourismus Tourismus

„Auch wenn Klimaschutz ein wichtiges Anliegen ist, bleibt die Reisefreiheit ein schutzbedürftiges Gut. Verzicht auf Reisen als Grundfreiheit ist keine Lösung“, erklärt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft Dr. Michael Frenzel zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

„Die Bürger der DDR sind für Reisefreiheit auf die Straße gegangen und haben sich ihre Reisefreiheit friedlich erkämpft. Diese Errungenschaft sollten wir in diesem Jahr eigentlich gebührend feiern und nicht in Frage stellen. In einer freiheitlichen Gesellschaft kann es nicht Aufgabe der Politik sein, über ‚richtigen‘ oder ‚falschen‘ Konsum, ‚guten‘ oder ‚schlechten‘ Tourismus zu entscheiden und den Menschen vorzuschreiben, was sie essen dürfen und was nicht, wie viele Stunden sie Serien streamen oder wie sie sich fortbewegen.“

Reisen und dabei auch das Fliegen sind integraler Bestandteil der Moderne. Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft finden in internationalem Kontext statt. Reisen erlaubt unter anderem die Teilnahme an diesen Prozessen. Und Reisen trägt zur Völkerverständigung und zum kulturellen Austausch bei: „Das Beste was uns vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung passieren kann ist, dass sich jedes Jahr so viele Menschen auf den Weg machen, um als Touristen andere Länder und Kulturen zu erleben und ihren Horizont zu erweitern“, so Frenzel. „Reisefreiheit erlaubt uns, die Welt anzuschauen und uns einander ganz persönlich kennen- und verstehen zu lernen. Deshalb muss es darum gehen, Klimaschutz und Reisefreiheit miteinander zu vereinbaren.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der dritte European Travel Trend Report der Dertour Group belegt das wachsende Interesse an Slow Travel, digitalen Auszeiten und Solo-Reisen. Besonders in Deutschland gewinnen entschleunigte Reiseformen und Alleinreisen stark an Bedeutung.

Manche sehen in der belgischen Stadt eine Stadt der Verlierer, doch Künstler machen aus der Not eine Tugend: Sie führen zu Lost Places und erschließen Kohlehalden als Wanderreviere.

In Österreich entfielen 2024 rund 36 Prozent aller Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland – der höchste Anteil innerhalb der EU. Bei den absoluten Übernachtungszahlen deutscher Reisender lag dagegen Italien an der Spitze.

Während die Zahl der mehrtägigen Reisen 2025 insgesamt zurückging, legten die Geschäftsreisen um 10,5 Prozent auf 41 Millionen zu. Auch die Inlandsreisen erreichten mit 169 Millionen einen Rekordwert.

Nur fünf Prozent der Reisenden können echte Destinationsfotos sicher von KI-Bildern unterscheiden. Tennessee reagiert mit einem Echtheitssiegel. Auch für Hotels und Touristiker in Europa ist das Thema relevant: Seit August gelten neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte.

Früher war kostenloses Essen an Bord auch in der Economy ein Standard. Das gilt längst nicht mehr. Heute ist alles individueller, vieles kostet. Eine Sache aber könnte künftig häufiger gratis sein.

Eine Auswertung von Standortmetadaten weist St. Peter-Ording als meistfotografierten Strand Deutschlands aus. Die Ostsee stellt zwar die Mehrheit der Plätze in den Top 10, die Spitzenränge werden jedoch von Nordseestränden belegt.

Eine Studie der ITB Berlin analysiert Veränderungen bei der Reisesicherheit von LGBTQ-Reisenden. Während Länder wie Kanada und die Niederlande hohe Werte erzielen, verschlechtert sich die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz in den USA.

Großveranstaltungen spielen laut einer US-Umfrage von American Express eine große Rolle bei Geschäftsreisen. Gleichzeitig steigt unter den Befragten die angegebene Nutzung von KI-Werkzeugen; anhand eigener Transaktionsdaten nennt American Express zudem acht Reiseziele mit wachsendem Geschäftsreiseaufkommen.

Immer mehr Touristen aus Südeuropa verbringen ihren Sommerurlaub im Schwarzwald. Die Region punktet mit kühleren Temperaturen - und profitiert von einem Trend.