Buchungen bei Reisekonzernen ziehen an

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Die von der Corona-Krise hart getroffene Tourismusbranche sieht Licht am Ende des Tunnels. Immer mehr Länder lockern ihre Reisebeschränkungen, in Deutschland sollen bis Mitte März alle weitreichenden Einschränkungen fallen. Veranstalter, Reisebüros, Hoteliers und Co. hoffen auf einen starken Sommer. Die Nachfrage nach Pauschalreisen zieht an.

«Die Zahlen steigen kontinuierlich und kommen bereits an die Zahlen von Vor-Corona heran», berichtet der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig vor dem am 8. März beginnenden Online-Kongress der Internationalen Reisemesse ITB.

«Die Zeichen stehen gut, dass wir in diesem Jahr ein Sommergeschäft sehen werden, das an das Vor-Pandemie-Niveau herankommt», berichtet Stefan Baumert, Geschäftsführer Tui Deutschland. «Seit Ende Januar liegen die Eingänge über dem Niveau von 2019.» Auch andere große Veranstalter sehen steigende Buchungszahlen.

«Inzwischen liegen wir bei den Buchungen für den Sommer sogar wieder auf Vor-Pandemie-Niveau», sagt der Chef der FTI Group, Ralph Schiller. Gebucht werde kurzfristig als Reaktion auf wegfallende Corona-Restriktionen, aber auch längerfristig. «Wir sind zuversichtlich, dass dieser Trend weiter Fahrt aufnimmt, vor allem mit den bald in Kraft tretenden Lockerungen und in Anbetracht der Tatsache, dass erneut einige Reiseländer, darunter auch die USA und Spanien, von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen wurden.»

Im dritten Jahr der Coronapandemie planen einer Umfrage zufolge mehr als 50 Prozent der Menschen in Deutschland wieder eine längere Urlaubsreise. «Bereits jetzt ist sich mehr als jeder zweite Deutsche (57 Prozent) sicher, dieses Jahr in den Urlaub zu fahren», berichtete die Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT Reiseanalyse) unlängst. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei knapp einem Viertel der Bevölkerung.

Wie schon in den vergangenen zwei Pandemiejahren steht Umfragen zufolge Urlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen hoch im Kurs. «Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage für Ostern und für das Frühjahr mit Eintreten der Lockerungen ab 20. März zunehmen wird», zeigt sich Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) zuversichtlich. «Das Frühjahr 2021 hat bereits gezeigt, dass die Buchungen schnell zunahmen, als Planbarkeit gegeben war. Die Menschen möchten reisen und Urlaub machen.»

Kunz geht davon aus, dass auch in diesem Jahr die Nord- und Ostsee sowie die Alpenregion zu den beliebtesten Reisezielen der Menschen im eigenen Land zählen. «Dort ist wieder mit großer Nachfrage zu rechnen. Auch die Seenregionen und die Mittelgebirge sind beliebt», berichtet Kunz. Zudem wächst die Hoffnung für den Städtetourismus, der in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren besonders unter dem Ausbleiben von Gästen aus dem Ausland und dem Wegfall von Messen und anderen Veranstaltungen litt.

Insgesamt rechnet Kunz allerdings nicht damit, dass die Nachfrage im Deutschland-Tourismus in diesem Jahr das Vor-Krisenniveau erreicht. «Dieses Jahr wird aus heutiger Sicht ohne Frage besser, aber es ist nicht damit zu rechnen, dass wir an die Zahlen vor der Pandemie heranreichen.»

Im Ausland zieht es Pauschalurlauber Veranstaltern zufolge im Sommer aktuell vor allem zu den klassischen Zielen am Mittelmeer, wie Spanien, Türkei, Griechenland, Ägypten und Italien. Auf der Fernstrecke punkten unter anderem die USA und die Karibik.

«Wir stellen eine stark gestiegene Reiselust fest. Die Menschen wollen wieder reisen – und zwar auch ins Ausland und in die Ferne», berichtet DER Touristik-Manager Sven Schikarsky. «Obwohl die Buchungen insgesamt noch tendenziell kurzfristiger erfolgen als vor der Pandemie, verzeichnen wir schon jetzt eine sehr gute Nachfrage für den Sommer.» Der nach Tui zweitgrößte deutsche Reisekonzern erwartet eine starke Sommersaison und rechnet damit, «dass ab Mitte des Jahres die Buchungsnormalität wieder Einzug hält, und die Nachfrage das Vor-Pandemie-Niveau erreichen kann».

Nach Einschätzung des Branchenverbandes DRV werden Veranstalter und Reisebüros trotz der anziehenden Nachfrage die Vor-Corona-Umsätze in diesem Jahr insgesamt aber wohl noch nicht erreichen.

Wegen der Corona-Pandemie war die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin auch in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung abgesagt worden. Am 8. März startet der dreitägige «ITB Berlin Kongress» online Digitale ITB. (dpa)


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