Corona-Ermittlungen in Ischgl: Unterlagen von Behörde sichergestellt

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Bei Ermittlungen zur Rolle des österreichischen Wintersportorts Ischgl in der Corona-Krise hat die Staatsanwaltschaft Tirol zahlreiche Unterlagen und Daten sichergestellt. Das umfangreiche Material werde nun gesichtet und geprüft, teilte ein Sprecher am Dienstag in Innsbruck mit.

Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts der Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten gegen unbekannte Täter. Ischgl in Tirol gilt als Hotspot, der maßgeblich zur Verbreitung des Coronavirus in Teilen Europas beigetragen haben soll. Eine Frage ist, ob gemäß vorliegenden Erkenntnissen rechtzeitig gehandelt wurde.

Dem Land Tirol und der Tourismusbranche wird vorgeworfen, nicht schnell genug auf die Ausbreitung reagiert und zu spät den Skibetrieb gestoppt zu haben. Vor allem bei den vielen Après-Ski-Partys dürfte das Ansteckungsrisiko hoch gewesen sein.

Bei der Landessanitätsdirektion in Innsbruck sowie den Bezirkshauptmannschaften in Landeck und Imst wurden nun Daten mit Hilfe der Polizei beschlagnahmt. Dabei handle es sich teilweise um «sensible, medizinische Unterlagen», so der Sprecher.

Über 6.000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, haben sich inzwischen bei dem österreichischen Verbraucherschützer Peter Kolba als Geschädigte gemeldet. Kolba hatte das Land Tirol wegen des Managements der Corona-Krise angezeigt. Rund 1.000 Personen haben sich laut dem Verein bereits dazu entschlossen, dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anzuschließen.

(dpa)


 

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