Düsseldorf präsentiert Tourismusstrategie

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Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat vor rund 250 Branchenvertretern ihre erste eigenständige und langfristige Tourismusstrategie unter dem Titel Future of Tourism Düsseldorf vorgestellt. Wie die Organisation Visit Düsseldorf mitteilt, bildet das Konzept den strategischen Rahmen für die kommenden Jahre. Ein zentrales Ziel der Neuausrichtung ist die Verschiebung des Fokus von Quantität und Übernachtungsvolumen hin zu Qualität und einer gesteigerten Wertschöpfung. Die Strategie wurde in Zusammenarbeit mit der Düsseldorf Marketing GmbH entwickelt.

Steigerung der Aufenthaltsdauer 

Der Tourismus in Düsseldorf befindet sich demnach in einer positiven Entwicklung, wobei die Verweildauer der Gäste eine zentrale Herausforderung darstellt. Aktuell liegt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei rund 1,6 Übernachtungen pro Gast. Die neue Strategie sieht vor, diese Kennzahl perspektivisch auf 2,0 Nächte zu erhöhen. Dabei sollen gezielt Anlässe wie Messen, Konzerte oder Sportgroßveranstaltungen genutzt werden, um Besucher zu längeren Aufenthalten zu bewegen.

Laut Jens Ihsen, Geschäftsführer von Visit Düsseldorf, ist das Ziel nicht Wachstum um jeden Preis, sondern mehr Qualität. Das Prinzip „Anlass plus Erlebnis ergibt Wertschöpfung“ soll dabei helfen, Veranstaltungsbesuche zu intensiveren Aufenthalten weiterzuentwickeln. Als Beispiele für solche Anknüpfungspunkte nennt der Veranstalter unter anderem die Residency der Musikgruppe Backstreet Boys im Spätsommer 2026 sowie das Art:walk Festival. Durch zusätzliche Angebote in den Bereichen Gastronomie, Handel und Kultur soll die wirtschaftliche Wirkung in der Stadt gesteigert werden.

Datenbasierte Analyse ersetzt subjektive Einschätzungen

Die neue Strategie basiert auf einer umfassenden Bestandsaufnahme. Wie Thorben Meier, Geschäftsführer von Düsseldorf Marketing, mitteilt, wurden nationale und internationale Tourismusstudien sowie eigene Erhebungen ausgewertet. Dazu gehörten Gästebefragungen, Bürgerbeteiligungen, Analysen der Tourismusakzeptanz sowie Bewegungs- und Mobilitätsdaten im Rahmen von Großveranstaltungen. Meier betont, dass man sich bewusst von subjektiven Einschätzungen verabschiedet habe, um Maßnahmen gezielt zu priorisieren und Erfolge messbar zu machen.

Der Tourismus stellt für die Stadt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Nach Berechnungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (DWIF) für das Jahr 2024 beträgt die jährliche Bruttowertschöpfung rund 2,95 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 werden 3,45 Millionen Ankünfte und 5,67 Millionen Übernachtungen ausgewiesen. Die künftige Entwicklung soll laut Strategiepapier nicht mehr allein am Übernachtungsvolumen gemessen werden, sondern an einem Set von Kennzahlen, das auch die lokale Wertschöpfung und die Lebensqualität der Einwohner berücksichtigt.

Lebensqualität der Bürger als Grundlage

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Leitbildes ist die Ausrichtung an der Zufriedenheit der Stadtgesellschaft. Nach Angaben von Visit Düsseldorf wird davon ausgegangen, dass eine lebenswerte Stadt die Voraussetzung für die Attraktivität bei Gästen ist. Die Bürgerbeteiligung bildet daher die strategische Basis der Planung. Aktuelle Daten belegen laut Mitteilung, dass eine große Mehrheit der Düsseldorfer den Tourismus positiv bewertet.

Um diese Akzeptanz zu erhalten, setzt die Strategie auf eine gezielte Steuerung der Besucherströme und Angebote, die sowohl Einheimischen als auch Gästen zugutekommen. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller erklärt hierzu, dass die Tourismusstrategie die Vorzüge der Stadt nutze und sicherstelle, dass die Branche im Einklang mit den Menschen vor Ort weiterentwickelt werde. Visit Düsseldorf positioniert sich in diesem Gefüge künftig verstärkt als Plattform und Partner für Akteure aus Wirtschaft, Kultur und Verwaltung.


 

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