Fast 3.000 Crew-Mitglieder auf Tui-Kreuzfahrtschiff in Quarantäne

| Tourismus Tourismus

Ein Mensch an Bord des in Cuxhaven liegenden Kreuzfahrtschiffes «Mein Schiff 3» von Tui Cruises ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gesamte Schiff sei daraufhin unter Quarantäne gestellt worden, teilten der Landkreis Cuxhaven und die Reederei am Freitagabend mit. Der Betroffene habe leichte Krankheitssymptome.

Die «Mein Schiff 3» befinde sich seit Dienstag ohne Gäste mit aktuell 2899 Besatzungsmitgliedern an Bord am Steubenhöft in Cuxhaven, hieß es von Tui Cruises. Bis auf Weiteres bleibe die gesamte Besatzung an Bord. Das Schiff wird derzeit als eine Art Sammeltransport für Besatzungsmitglieder der Tui-Flotte eingesetzt. Da Häfen wegen der Corona-Krise geschlossen worden seien, habe die Reederei für ihre Beschäftigten die Rückreise in Heimatländer selbst organisiert.

Nach dem Anlauf in Cuxhaven hatten sich laut Tui Cruises 15 Besatzungsmitglieder mit leichten grippeähnlichen Symptomen an das Bordhospital gewandt. Um eine Corona-Infektion auszuschließen, seien vom Gesundheitsamt und vom hafenärztlichen Dienst des Landkreises umgehend Tests angeordnet worden. Ein Ergebnis sei positiv gewesen. Die 15 Besatzungsmitglieder seien in der eigenen Kabine isoliert und würden medizinisch betreut. An Bord erfolgten weitere Tests.

Laut dem Landkreis haben «einige Crewmitglieder» das Schiff jedoch bereits am Donnerstag verlassen und befinden sich auf der Heimreise. Zu ihnen sei Kontakt aufgenommen worden. Sie seien angewiesen worden, sich gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Quarantäne zu begeben.

«Eine Gefährdung für die Bevölkerung der Stadt und des Landkreises Cuxhaven besteht nicht», betonten Landrat Kai-Uwe Bielefeld (parteilos) und Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) laut Mitteilung. «Der Personenkreis, der für die behördliche Abwicklung der Ausschiffung an Bord gegangen ist, ist genau abgrenzbar und war mit persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet.»

An Bord der «Mein Schiff»-Flotte hatte es nach Angaben von Tui Cruises zuvor keinen nachgewiesenen Fall von Covid-19 gegeben. Die gesamte Besatzung aller Schiffe befinde sich seit mehr als vier Wochen im Isolations-Zustand an Bord: Der letzte Kontakt der «Mein Schiff»-Flotte zur Außenwelt an Land sei am 23. März gewesen – an dem Tag seien die letzten Gäste von Bord gegangen.

Das weltweite Reisegeschäft von Tui ruht wegen der Corona-Pandemie seit Wochen. Zur Überbrückung der Krise hat der Konzern einen Staatskredit über 1,8 Milliarden Euro erhalten. Am Donnerstag verlängerte Tui Deutschland seinen Reisestopp ins Ausland angesichts der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung bis Mitte Juni. Allerdings hofft Tui, dass das Urlaubsgeschäft innerhalb Deutschlands schon Mitte Mai wieder anlaufen könnte. Zudem stehe der Konzern mit Ländern wie Griechenland, Zypern, Portugal und Bulgarien im Austausch über eine schrittweise Öffnung europäischer Urlaubsregionen.


Notizblock

Internet

Zurück

Vielleicht auch interessant

In Österreich entfielen 2024 rund 36 Prozent aller Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland – der höchste Anteil innerhalb der EU. Bei den absoluten Übernachtungszahlen deutscher Reisender lag dagegen Italien an der Spitze.

Während die Zahl der mehrtägigen Reisen 2025 insgesamt zurückging, legten die Geschäftsreisen um 10,5 Prozent auf 41 Millionen zu. Auch die Inlandsreisen erreichten mit 169 Millionen einen Rekordwert.

Nur fünf Prozent der Reisenden können echte Destinationsfotos sicher von KI-Bildern unterscheiden. Tennessee reagiert mit einem Echtheitssiegel. Auch für Hotels und Touristiker in Europa ist das Thema relevant: Seit August gelten neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte.

Früher war kostenloses Essen an Bord auch in der Economy ein Standard. Das gilt längst nicht mehr. Heute ist alles individueller, vieles kostet. Eine Sache aber könnte künftig häufiger gratis sein.

Eine Auswertung von Standortmetadaten weist St. Peter-Ording als meistfotografierten Strand Deutschlands aus. Die Ostsee stellt zwar die Mehrheit der Plätze in den Top 10, die Spitzenränge werden jedoch von Nordseestränden belegt.

Eine Studie der ITB Berlin analysiert Veränderungen bei der Reisesicherheit von LGBTQ-Reisenden. Während Länder wie Kanada und die Niederlande hohe Werte erzielen, verschlechtert sich die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz in den USA.

Großveranstaltungen spielen laut einer US-Umfrage von American Express eine große Rolle bei Geschäftsreisen. Gleichzeitig steigt unter den Befragten die angegebene Nutzung von KI-Werkzeugen; anhand eigener Transaktionsdaten nennt American Express zudem acht Reiseziele mit wachsendem Geschäftsreiseaufkommen.

Immer mehr Touristen aus Südeuropa verbringen ihren Sommerurlaub im Schwarzwald. Die Region punktet mit kühleren Temperaturen - und profitiert von einem Trend.

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.