Iran-Krieg bremst Tourismus aus Asien und Nahost nach Europa

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Die Schweiz, Österreich und Großbritannien beklagen wegen des Iran-Kriegs und seinen Folgen weniger Touristen. Gäste aus Asien hätten im März storniert, unter anderem, weil Flüge über Drehkreuze im Nahen Osten wie Dubai ausfielen, berichtet der Sprecher von Schweiz Tourismus, André Aschwanden. Auch Neubuchungen nähmen ab. «Dies ist umso ungünstiger, als dass aktuell in den Golfstaaten, aber auch in Indien oder Südostasien eigentlich Hochsaison wäre für Reisen nach Europa und in die Schweiz», sagt er der dpa. 

Schweiz

In Zürich sind die Auswirkungen spürbar, wie Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, der dpa sagt. «Rückmeldungen aus Gastronomie, Detailhandel und weiteren touristischen Angebote zeigen, dass das Fernbleiben internationaler Gäste bereits im März wahrnehmbar war.» Problem sei eine generelle Unsicherheit bei internationalen Reisen. Buchungen für den Sommer und den Herbst seien dadurch stark gebremst. In Luzern melden etwa zwei Drittel «eine rückläufige Buchungsentwicklung», sagt Jessica Ternes vom Verband Hotellerie Suisse Zentralschweiz. «Besonders betroffen sind Betriebe mit einem hohen Anteil an Gruppenreisenden aus Asien und Gästen aus den Golfstaaten.»

Großbritannien

Großbritannien ist sonst ein Magnet für Gäste aus dem Nahen Osten. Fast ein Drittel der spendablen Touristen aus Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die nach Europa reisten, kämen nach Großbritannien, berichtet die Tourismusorganisation Visitbritain. Seit Kriegsbeginn hätten sich die Flugbuchungen aus dem Nahen Osten halbiert, aus Indien seien sie um ein Drittel zurückgegangen. Bis Juli lägen die Buchungen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Noch warteten Touristen ab, wie sich die Lage entwickele.

Österreich

Auch Österreich spürt die Folgen des Krieges. Reiseziele wie Salzburg, Tirol und teilweise auch Wien seien besonders von einem starken Rückgang aus dem Nahen und Mittleren Osten betroffen, sagt der Sprecher der österreichischen Hotelvereinigung. Manche gehobenen Hotels in Wien hätten 20 Prozent weniger Gäste. Fehlenden Gäste bedeuten nicht nur leere Betten, sondern auch weniger Umsatz nicht nur für die Hotellerie: Arabische Gäste in Österreich gäben etwa dreimal so viel Geld pro Tag aus wie Touristen im Durchschnitt. 

Italien und Spanien 

Italien sieht und erwartet kaum nennenswerte Rückgänge. Dort kommen traditionell die meisten Gäste aus Europa sowie Nord- und Südamerika. In Spanien gibt es nach Angaben des Reiseunternehmer-Dachverband Exceltur auch noch keine Sorgen wegen des Krieges. Spanien könne profitieren, sofern der Iran-Krieg kurz bleibe, anderenfalls würden wohl die negativen Folgen überwiegen, glaubt Exceltur: Es könne als besonders sicheres Land mehr Touristen anziehen. Zugleich warnt der Verband aber, dass wegen steigender Hotel- und Flugpreise und belasteter Haushaltsbudgets möglicherweise weniger gereist werde. (dpa)


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