Österreicher fahren trotz gestiegener Lebenshaltungskosten in den Sommerurlaub

| Tourismus Tourismus

Das Beratungsunternehmen Deloitte verzeichnet in einer aktuellen repräsentativen Umfrage unter rund 500 Personen, dass sieben von zehn Österreicherinnen und Österreicher in diesem Sommer verreisen wollen. Knapp ein Drittel der Befragten plane demnach sogar mehrere Reisen. Dennoch beeinflussen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Konsumverhalten erheblich, da das durchschnittliche Reisebudget pro Person im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Budget für Sommerreisen 

Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich, erklärt, dass das durchschnittliche Reisebudget in diesem Jahr bei rund 1.300 Euro pro Person liege. Dieser Wert befinde sich um 200 Euro unter dem Betrag des Vorjahres. Um diese Reduktion auszugleichen, setzten die Konsumenten auf gezielte Einsparungen. Jede fünfte Person beabsichtige, direkt am Urlaubsort weniger Geld auszugeben, während andere Befragte verstärkt auf Rabatte sowie Sonderangebote achteten, kostengünstigere Reiseziele wählten oder die Gesamtdauer ihres Aufenthalts verkürzten.

Bei den regionalen Unterschieden und Destinationen verweist die Erhebung auf eine deutliche Konzentration innerhalb der europäischen Grenzen. Fast drei Viertel der Urlauber verbringen ihren Sommerurlaub in Europa. Einen signifikanten Anteil verzeichnet der heimische Markt, da 37 Prozent der Befragten innerhalb von Österreich bleiben. Fernreisen spielen laut den statistischen Details in diesem Jahr nur eine untergeordnete Rolle.

Finanzielle Sonderzahlungen für laufende Haushaltskosten

Mehr als die Hälfte der Bezieher von Urlaubsgeld verwende diese Sonderzahlung zumindest teilweise für die Finanzierung des Sommerurlaubs. Die Erhebung weist jedoch aus, dass bereits jede vierte Person das zusätzliche Einkommen für die laufenden Ausgaben des Alltags benötige. Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich, betont in diesem Kontext, dass die finanzielle Belastung vieler Haushalte gestiegen sei, wenn das Urlaubsgeld zunehmend für alltägliche Kosten statt für die Erholung genutzt werden müsse.

Geopolitische Konflikte und steigende Treibstoffpreise

Neben dem finanziellen Druck verändern geopolitische Entwicklungen das Reiseverhalten. Mehr als jede zweite Person gibt an, die eigene Reise aufgrund aktueller Krisen, wie etwa dem Konflikt im Nahen Osten, angepasst zu haben. Aus diesem Grund würden bestimmte Regionen gemieden und die Sicherheitslage vor dem Reiseantritt genauer verfolgt. Zudem berücksichtigen sieben von zehn Befragten die gestiegenen Spritpreise bei der Planung und sparen dafür an anderer Stelle ein.

Das Bedürfnis nach Absicherung spiegelt sich ebenfalls in den Zahlen wider. Vier von zehn Reisenden haben für den Sommerurlaub eine Reise- oder Stornoversicherung abgeschlossen. Ein Viertel dieser Gruppe gibt an, sich in diesem Jahr entgegen den sonstigen Gewohnheiten für eine solche Absicherung entschieden zu haben. Die Sicherheit entwickle sich laut Deloitte zunehmend zu einem entscheidenden Faktor bei der Wahl des Reiseziels.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.