Rio verschiebt Karnevalsumzüge im Sambodrom wegen Corona

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Nach dem Straßenkarneval fallen in Rio de Janeiro auch die Karnevalsumzüge im Februar und März erneut wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Letztere sollen stattdessen aber im April stattfinden. Die Verwaltung der brasilianischen Metropole teilte auf Twitter mit, die weltberühmten Umzüge im Sambodrom würden wegen einer Zunahme der Covid-19-Fälle auf den Feiertag Tiradentes verschoben - der Todestag des Freiheitskämpfers aus dem 18. Jahrhundert ist am 21. April.

Auch Brasiliens bevölkerungsreichste Stadt São Paulo verschob ihre Feierlichkeiten. Die Entscheidung fiel nach einer Besprechung der Bürgermeister und Gesundheitssekretäre beider Städte sowie der Präsidenten der Verbände der Sambaschulen. Nach einem Bericht der Zeitung «Folha de S.Paulo» drückte Rios Gesundheitssekretär Daniel Soranz die Hoffnung aus, dass bis April die durch Omikron verursachte aktuelle Infektionswelle nachgelassen haben könnte.

Am Samstag registrierte Brasilien erneut etwas mehr als 200 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - das war am vergangenen Mittwoch erstmals in der Pandemie geschehen. Das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas meldete bisher rund 623 000 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung, mehr sind es nur in den USA. Knapp 70 Prozent der gut 210 Millionen Brasilianer gelten als doppelt geimpft. Rund 30 Millionen Booster wurden bislang verabreicht.

Den Straßenkarneval in Rio hatte Bürgermeister Eduardo Paes Anfang des Monats bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt (Tageskarte berichtete). Die Pläne für die Umzüge im Sambodrom im Februar und März, die im vergangenen Jahr zuerst ebenfalls verschoben und dann abgesagt worden waren, blieben zunächst weiter bestehen. Dort seien Kontrollen zum Infektionsschutz einfacher umzusetzen, sagte Paes.

Eine komplette Absage würde nach dem Ausfall im vergangenen Jahr erneut Millionen an Verlust bedeuten. Für gewöhnlich zieht der Karneval jedes Jahr Millionen Touristen an den Zuckerhut. Dem Portal «Carnavalesco» zufolge bringt das Spektakel der Stadt jedes Jahr umgerechnet rund 620 Millionen Euro ein.


 

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