Urlaub an Nord- und Ostsee: Gäste buchen deutlich zurückhaltender

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Nach einem sehr guten Tourismusjahr 2025 sind in Schleswig-Holstein die Buchungszahlen in den ersten vier Monaten 2026 deutlich gesunken. Das belegt das Sparkassen-Tourismusbarometer, das der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) und der Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein (SGVSH) in Neumünster vorgestellt haben.

Das touristische Vertriebsklima habe sich auch wegen des Iran-Krieges und seiner Folgen deutlich eingetrübt, erklärte Schleswig-Holsteins Tourismus-Minister Claus Ruhe Madsen bei der Vorstellung des Tourismusbarometers. Die Kennzahlen zeigten, dass die Zahl der Übernachtungen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 9,2 Prozent und die Zahl der Ankünfte um 9,7 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums lagen. Die Umsätze würden trotz höherer Preise sinken.

Im Rahmen des Modellprojektes Kennzahlen des Sparkassen-Tourismusbarometers stellen elf Modellorte monatlich Daten ihrer Meldescheinstatistik zur Verfügung. Die Orte stehen für etwa 43 Prozent der touristischen Gesamtnachfrage in Schleswig-Holstein und ermöglichten einen umfassenden Blick auf aktuelle Entwicklungen, so der TVSH.

Mehrere Faktoren führten zu Rückgang

Der Rückgang dürfte auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen sein, erklärte Minister Madsen. Das kühle Frühjahr und die frühen Osterferien hätten dämpfend gewirkt. Die gestiegenen Kraftstoffpreise und höheren Lebenshaltungskosten belasteten das Reisebudget vieler Haushalte spürbar. Das führe zu einer zunehmenden Zurückhaltung und einem noch kurzfristigeren Buchungs- und Reiseverhalten. Umso wichtiger sei es, dass Schleswig-Holstein weiterhin in Qualität, Innovation und Infrastruktur investiere.

Im Jahr 2025 habe das Urlaubsland Schleswig-Holstein bestens abgeschnitten. «Wir können stolz auf ein erneutes Rekordjahr im Schleswig-Holstein-Tourismus zurückblicken», kommentierte Madsen die aktuellen Zahlen. Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten hätten demnach 9,69 Millionen Gäste begrüßt, die Zahl der Übernachtungen sei auf 38,58 Millionen gestiegen. 

Die Holsteinische Schweiz sei 2025 mit einem Plus von 3 Prozent Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr erneut die dynamischste Region. An der Ostsee ist laut Tourismusbarometer durch ein Übernachtungsplus von 2,8 Prozent erstmalig die 19-Millionen-Marke überschritten worden. An der Nordsee seien die Übernachtungszahlen das zweite Jahr in Folge stabil. Im übrigen Schleswig-Holstein sank dagegen die Zahl der Übernachtungen im Schnitt um ein Prozent.

«Gastronomie und Hotels haben es schwerer»

«Insgesamt deutet sich der herbeigesehnte wirtschaftliche Aufschwung nur sehr zaghaft an», sagt Oliver Stolz, der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein. Gleichwohl stehe die Wirtschaft des Bundeslandes stabil und widerstandsfähig da. «Der Tourismus insgesamt kann sich ganz gut behaupten, die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe haben es deutlich schwerer», so Stolz.

Der TVSH-Vorsitzende Hans-Jürgen Lütje mahnte, man dürfe sich aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten auf dem Erfolg des Vorjahres nicht ausruhen. Chancen sieht Tourismusminister Madsen im Angebot von Konferenzen und Veranstaltungen. «In unserem Bundesland können wir mit Tagungen in Kombination mit Urlaubsgefühl punkten, mit besonderer Hotellerie und Locations und einer breitgefächerten Hochschullandschaft.»


 

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