«Urlaub ist nicht unpolitisch»: 16 Prozent ändern Pläne

| Tourismus Tourismus

Kriege, Krisen und politische Unsicherheit beeinflussen das Reiseverhalten der Deutschen. In einer Umfrage gaben 16 Prozent der Befragten mit Reiseplänen für Ostern oder die kommenden drei Monate an, diese aufgrund der globalen politischen Lage geändert zu haben. 

Für die Erhebung des Deutschen Instituts für Tourismusforschung (FH Westküste) im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) wurden Ende März 1.124 Menschen befragt.

Unter denjenigen, die ihre Reisepläne geändert haben, entschieden sich 46 Prozent gegen eine Urlaubsreise, 32 Prozent stornierten ihre Reise vollständig. «Urlaub ist nicht unpolitisch», sagte der stellvertretende Direktor des Instituts, Julian Reif. Für viele Menschen seien die politischen Rahmenbedingungen am Reiseziel ein wichtiger Bestandteil der Urlaubsentscheidung.

Zwei Drittel der Befragten bewerteten politische Verhältnisse am Urlaubsort als wichtig oder sehr wichtig. 79 Prozent gaben an, Reiseziele mit politischer Instabilität oder sozialen Unruhen zu meiden.

Branche sieht Verunsicherung – Reiselust bleibt hoch

Die gegenwärtige globale politische Situation habe zumindest kurzfristig einen deutlichen Einfluss auf die Reiseplanung der Deutschen, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. Dass 16 Prozent der Befragten ihre Reisepläne änderten, sei aufgrund bisheriger Erfahrungen nicht zu erwarten gewesen. «Unsere Umfrage belegt deutlich die Verunsicherung, die derzeit bei deutschen Urlaubern aufgrund der Krisen in der Welt und der damit einhergehenden Preissteigerungen herrscht», sagte Meyer.

Trotzdem bleibt die Reiselust hoch. Rund 72 Prozent der Deutschen planen von April bis Juni mindestens eine Urlaubsreise im In- oder Ausland. 41 Prozent wollen im Inland verreisen. Besonders gefragt ist Bayern mit 28 Prozent der geplanten Inlandsreisen. Es folgen Baden-Württemberg (12 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (10 Prozent). Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein erreichen jeweils 9 Prozent. Im Ausland liegen Spanien (15 Prozent) und Italien (14 Prozent) vorn. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Während die Zahl der mehrtägigen Reisen 2025 insgesamt zurückging, legten die Geschäftsreisen um 10,5 Prozent auf 41 Millionen zu. Auch die Inlandsreisen erreichten mit 169 Millionen einen Rekordwert.

Nur fünf Prozent der Reisenden können echte Destinationsfotos sicher von KI-Bildern unterscheiden. Tennessee reagiert mit einem Echtheitssiegel. Auch für Hotels und Touristiker in Europa ist das Thema relevant: Seit August gelten neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte.

Früher war kostenloses Essen an Bord auch in der Economy ein Standard. Das gilt längst nicht mehr. Heute ist alles individueller, vieles kostet. Eine Sache aber könnte künftig häufiger gratis sein.

Eine Auswertung von Standortmetadaten weist St. Peter-Ording als meistfotografierten Strand Deutschlands aus. Die Ostsee stellt zwar die Mehrheit der Plätze in den Top 10, die Spitzenränge werden jedoch von Nordseestränden belegt.

Eine Studie der ITB Berlin analysiert Veränderungen bei der Reisesicherheit von LGBTQ-Reisenden. Während Länder wie Kanada und die Niederlande hohe Werte erzielen, verschlechtert sich die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz in den USA.

Großveranstaltungen spielen laut einer US-Umfrage von American Express eine große Rolle bei Geschäftsreisen. Gleichzeitig steigt unter den Befragten die angegebene Nutzung von KI-Werkzeugen; anhand eigener Transaktionsdaten nennt American Express zudem acht Reiseziele mit wachsendem Geschäftsreiseaufkommen.

Immer mehr Touristen aus Südeuropa verbringen ihren Sommerurlaub im Schwarzwald. Die Region punktet mit kühleren Temperaturen - und profitiert von einem Trend.

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.