TUI will im günstigeren Reisesegment mehr Kunden gewinnen und hat dafür in Großbritannien die neue Low-Cost-Marke Sundeals gestartet. Der Konzern sieht dort noch Wachstumspotenzial und greift beim Aufbau auf Erfahrungen von l’tur zurück. Warum TUI dafür eine neue Marke geschaffen hat und welche Rolle Sundeals in der Konzernstrategie spielt.
TUI will im Geschäft mit preisgünstigeren Reisen stärker werden. Im Juli 2026 startete der Touristikkonzern dafür in Großbritannien die neue Marke Sundeals. Nach Informationen des Handelsblatts umfasst das Basispaket Flug und Hotel. Weitere Leistungen können zusätzlich gebucht werden.
Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie. In seiner Mitteilung zu den Zahlen für das dritte Geschäftsquartal bezeichnet TUI-Chef Sebastian Ebel Sundeals ausdrücklich als „neue Low-Cost-Marke“ in Großbritannien. Im strategischen Ausblick erklärt der Konzern zudem, im Geschäftsbereich Märkte + Airline ein attraktives Low-Cost-Angebot über Marken wie l’tur und Sundeals aufbauen zu wollen.
TUI sieht Nachholbedarf im günstigeren Segment
Einen Grund für den Ausbau hatte Ebel bereits im Februar genannt. Nach Angaben des Handelsblatts erklärte der Konzernchef damals, TUI sei bei hochwertigen Reisen Marktführer, wolle aber auch im darunterliegenden Preissegment ein attraktiver Anbieter sein und zusätzliche Kunden gewinnen. Den Marktanteil von TUI in diesem Segment bezifferte er auf lediglich zehn bis 15 Prozent.
Mit Sundeals will TUI im britischen Markt stärker um preisbewusste Reisende werben. Nach Angaben des Handelsblatts will sich der Konzern mit der neuen Marke dort auch gegenüber Wettbewerbern wie Love Holidays besser positionieren.
Warum Sundeals und nicht l’tur?
Beim Aufbau der neuen Marke griff TUI auf Erfahrungen von l’tur zurück. Beate Einhäuser, Managing Director bei l’tur, sagte bei einem Pressegespräch in Frankfurt, die deutsche Budgetmarke habe bei der Entwicklung von Sundeals Pate gestanden. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass beide Marken getrennt bleiben. „L’tur ist und bleibt die deutsche Budgetmarke“, sagte Einhäuser.
Die Entscheidung für Sundeals als eigenständige Onlinemarke begründet Einhäuser auch mit den Besonderheiten des britischen Vertriebsmarktes. Sundeals ist nach Angaben des Handelsblatts eine reine Onlinemarke. l’tur verkauft dagegen nicht nur im Internet, sondern auch über Reisebüros mit TUI-Agentur und mehr als 100 eigene Shops.
Einhäuser verweist darauf, dass es in Großbritannien deutlich weniger Reisebüros gebe und digitale Vertriebskanäle entsprechend eine größere Rolle spielten. Für eine vorwiegend digital vertriebene Marke sei zudem ein beschreibender Name von Vorteil. l’tur ist in Großbritannien bislang nicht präsent.












