Arbeitskleidung bei 30 Grad? - Wann der Dresscode bröckelt

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

30 Grad oder mehr: Wer bei solchen Temperaturen etwa einen Anzug tragen muss, fühlt sich wahrscheinlich nicht so richtig wohl. Doch wenn das zur vorgeschriebenen Arbeitskleidung gehört, kann man sich nicht einfach etwas anderes anziehen. «Arbeitnehmer dürfen das Tragen berechtigterweise vorgegebener Kleidung nicht eigenmächtig unterlassen», erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

Für diese Faustregel ist aber grundsätzlich zwischen einfacher Arbeitskleidung und Arbeitsschutzkleidung zu unterscheiden. Arbeitsschutzkleidung muss wegen rechtlicher Bestimmungen zum Schutz der Angestellten verpflichtend getragen werden. Ohne sie könnten potenzielle Gefahrensituationen entstehen, daran ändert auch die Wetterlage nichts.

Mehr Spielraum bei einfacher Arbeitskleidung

Bei einfacher Arbeitskleidung sieht das etwas anders aus. Dabei handelt es sich um Kleidung, die vom Arbeitgeber aus betrieblichem Interesse vorgegeben wird, um etwa das Erscheinungsbild zu vereinheitlichen, so Nathalie Oberthür. Solange die Persönlichkeitsrechte der Angestellten gewahrt werden, können Arbeitgeber das Tragen bestimmter Kleidung verlangen.

Treten dann aber besondere Witterungsverhältnisse auf, wie etwa extreme Hitze, können Arbeitgeber dazu verpflichtet sein, zum Schutz der Angestellten entsprechend zu reagieren und die Kleidungsvorschriften etwas zu lockern oder anzupassen.

Auch einfache Arbeitskleidung nicht eigenmächtig ablegen

Wichtig: Beschäftigte sollten nicht eigenmächtig ihre einfache Arbeitskleidung ablegen und gegen eine andere, vermeintlich besser geeignete tauschen. Nur in Absprache mit der oder dem Vorgesetzten dürfen Oberthür zufolge Änderungen vorgenommen werden.

Zur Person: Nathalie Oberthür ist Fachanwältin für Arbeitsrecht und Vorsitzende des Ausschusses Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).


 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In Darmstadt haben sich Nachwuchskräfte des Gastgewerbes bei den 42. Hessenmeisterschaften des DEHOGA Hessen gemessen. 18 Auszubildende traten im Finale in den Bereichen Küche, Service und Hotelfach an.

In Göttingen sind die Landesmeister der niedersächsischen Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe ermittelt worden. 30 Auszubildende aus zehn Berufsschulen traten in Theorie und Praxis gegeneinander an. Drei Siegerinnen vertreten Niedersachsen nun bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mainz.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern in Deutschland ist 2025 auf 252 Stück gestiegen. Trotz sinkender Hennenbestände konnte die heimische Produktion durch eine höhere Legeleistung stabil gehalten werden.

Wer von der Firma ein Fahrrad gestellt bekommt, muss dafür in der Regel auf einen Teil seines Bruttolohns verzichten. Und das ist noch nicht alles. Echte Diensträder indes sind eher selten.

Rund 7,7 Millionen Menschen – knapp jeder fünfte Arbeitnehmer – verdienten im vergangenen Jahr weniger als 15 Euro brutto pro Stunde. Besonders betroffen zeigt sich das Gastgewerbe, in dem über 1,1 Millionen Beschäftigte unter dieser Marke liegen.

Die vierte Premier Inn-Schlafstudie offenbart eine deutliche Zunahme von Einschlafproblemen bei Männern und ein wachsendes Nord-Süd-Gefälle bei der nächtlichen Ruhezeit der Deutschen.

Zehntausende Urlauber können nicht zur Arbeit, weil sie im Nahen Osten noch auf eine Gelegenheit zur Rückreise warten. Bezahlt werden Sie nicht. Gibt es wenigstens staatliche Unterstützung?

Die Mittagspause in Deutschland schrumpft: Laut einer neuen Compass-Studie nehmen sich immer weniger Beschäftigte Zeit für eine Hauptmahlzeit, während der Stresspegel steigt. Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Schere zwischen dem Wunsch nach Erholung und der betrieblichen Realität.

Düsseldorf meldet für 2025 einen neuen Übernachtungsrekord von 5,67 Millionen. Während die Internationalisierung und das Messegeschäft boomen, kämpft die Hotellerie trotz Rekordnachfrage mit sinkenden Raten.

Die Beschäftigung im Gastgewerbe sinkt erstmals seit einem Jahr wieder unter das Vorkrisenniveau. Während die Zahl der offenen Stellen leicht steigt, melden Hotellerie und Gastronomie wachsende Arbeitslosenzahlen.