Datev Mittelstandsindex: Moderate Zuwächse, aber kein Indiz für Aufschwung

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Datev hat neue Daten zum Mittelstandsindex vorgelegt, die einen nominalen Umsatzanstieg von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ausweisen. Trotz eines Zuwachses von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat sieht das Unternehmen weiterhin keine Anzeichen für einen breiten konjunkturellen Aufschwung. Die Erholung erreicht zudem nicht alle Größenklassen der mittelständischen Wirtschaft gleichermaßen.

Demnach zeigt sich bei der Betrachtung der Unternehmensgrößen eine deutliche Divergenz. Während kleine Unternehmen ein Umsatzplus von 2,7 Prozent und mittlere Betriebe einen Zuwachs von 1,9 Prozent verzeichnen, melden Kleinstunternehmen einen Rückgang von 6,0 Prozent im saison- und kalenderbereinigten Vorjahresvergleich. Diese Gruppe prägt laut Mitteilung die insgesamt verhaltene Entwicklung maßgeblich.

Robert Mayr, Vorstandsvorsitzender der Datev eG, gibt zu den Ergebnissen an: „Die Umsatzgewinne im Februar fallen insgesamt verhalten aus; viele Kleinstunternehmen profitieren kaum. Im Kontext der neuen Unsicherheiten bei Energiepreisen und geopolitischen Entwicklungen bleibt es entscheidend, den Mittelstand jetzt gezielt zu stärken.“ Die Daten basieren auf den anonymisierten betriebswirtschaftlichen Auswertungen von rund 1,1 Millionen mittelständischen Unternehmen.

Branchen im Baugewerbe und Handel unter Druck

In der branchenspezifischen Analyse weist das Baugewerbe mit einem Minus von 7,8 Prozent den stärksten Umsatzrückgang auf. Auch der Handel verzeichnet nach Angaben der Datev ein Minus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Gastgewerbe fällt der Rückgang mit 1,7 Prozent hingegen vergleichsweise moderat aus, wobei die Branche gleichzeitig mit spezifischen Kostenfaktoren konfrontiert ist.

Den leicht steigenden Umsätzen steht ein anhaltender Zuwachs bei den Personalaufwendungen gegenüber. Der saison- und kalenderbereinigte Lohnindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent, was den Kostendruck für die Betriebe erhöht. Besonders deutlich fällt die Steigerung im Gastgewerbe aus, wo die Löhne laut Index um 6,4 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen.

Beschäftigungszahlen im Mittelstand sinken leicht

Die personelle Kapazität in den Unternehmen entwickelt sich derweilen gegenläufig zur Lohnsumme. Der Beschäftigungsindex sank insgesamt um 0,3 Prozent. Während Kleinstunternehmen einen leichten Zuwachs von 0,7 Prozent bei den Mitarbeiterzahlen verzeichnen, reduzierten mittlere Unternehmen ihren Personalbestand um 0,7 Prozent. Damit bleibt die Beschäftigungssituation im Mittelstand trotz steigender Lohnkosten insgesamt rückläufig.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Auf dem Arbeitsmarkt setzt eine gewisse Frühjahrsbelebung ein - wenn auch bisher nicht mit durchschlagender Wirkung. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen bleibt über einer markanten Schwelle.

Ab wann brauche ich eine Krankmeldung? Darf ich, wenn ich krank bin, nicht das Haus verlassen? Und kann ich während einer Krankschreibung wirklich nicht gekündigt werden? Wenn es um das Thema Krankschreibung geht, gibt es viele weit verbreitete Annahmen - und darunter viele Irrtümer. 

Der Iran-Konflikt treibt Kosten für Landwirte nach oben. Das werden wohl auch die Verbraucher im Supermarkt zu spüren bekommen. Was den Bauern helfen könnte.

In deutschen Büros täuschen Beschäftigte gezielt Produktivität vor, um Führungskräften zu imponieren. Bei einer Umfrage gaben zwei Drittel der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Maßnahmen ergriffen zu haben, um produktiver oder engagierter zu wirken.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe hat einen Leitfaden zur Raumakustik in Gastronomie und Kantinen veröffentlicht. Darin werden Ursachen von Lärm sowie Maßnahmen zur Reduzierung beschrieben.

Kündigungsregelungen spielen vor dem Bundesarbeitsgericht immer wieder eine Rolle. Nun wurde die Frage beantwortet, ob gekündigte Arbeitnehmer bei einer Freistellung benachteiligt werden.

Der französische Hersteller Gillot ruft Chargen des Camembert de Normandie zurück, da eine Verunreinigung mit Escherichia coli festgestellt wurde. Betroffene Verbraucher in zehn Bundesländern sollten das Produkt mit der Chargennummer 031241 nicht verzehren.

Die Zahl neuer Ausbildungsverträge in Deutschland ist laut Dehoga Bundesverband gesunken. Gleichzeitig verzeichnet der Beruf „Fachkraft Küche“ steigende Neuabschlüsse.

Verlässlich wird zweimal im Jahr an den Uhren gedreht, um zwischen Sommer- und Winterzeit zu wechseln. Obwohl Kritiker ebenso verlässlich zweimal pro Jahr aufschreien, stockt das Abschaffungsprojekt.

Kaviar galt lange als luxuriöses Finish. Doch Spitzenköche entdecken ihn neu – als intensiven Geschmacksträger, der von Tatar bis Dessert überraschende Akzente setzt.