Fahrtwege, Fortbildungskosten, Arbeitszimmer: Lohnsteuerfreibeträge jetzt beantragen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Sich mit Abgabe der Einkommensteuererklärung eine saftige Rückzahlung zu sichern, kann erfreulich sein. Wer das Geld in Zeiten hoher Inflation aber früher braucht, kann dafür sorgen, dass es gar nicht erst ans Finanzamt geht. Und zwar mit Antrag auf Lohnsteuerermäßigung und der damit verbundenen Gewährung eines Freibetrags, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Das Vorgehen erhöht das monatliche Nettoeinkommen von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern. So könne etwa ein Freibetrag für Werbungskosten vom Finanzamt gewährt werden, wenn die abziehbaren Aufwendungen insgesamt 600 Euro im Jahr übersteigen.

Fahrtwege, Fortbildungskosten, Arbeitszimmer

Das kann etwa bei langen Fahrtwegen zur Arbeit, anfallenden Fortbildungskosten oder Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer der Fall sein. Der Arbeitgeber erhält den Freibetrag vom Finanzamt im Rahmen der Lohnabrechnung mitgeteilt und berücksichtigt diesen monatlich. Den Freibetrag für Werbungskosten gibt es nur, wenn diese über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1200 Euro) liegen, der ohnehin bereits berücksichtigt wird.

Auch Kinderfreibeträge oder Verluste aus anderen Einkunftsarten, wie zum Beispiel der Vermietung oder einer gewerblichen Tätigkeit, können im Lohnsteuerermäßigungsverfahren berücksichtigt werden und die monatliche Lohnsteuer mindern.

Lohnsteuerabzug: Antrag jetzt stellen

Damit die Beträge bereits im Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber beim Gehalt berücksichtigt werden können, müssen die Beschäftigten hierfür einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung bei ihrem zuständigen Finanzamt stellen. «Der Antrag kann ab Oktober für das Folgejahr - also 2023 - bis spätestens November 2023 gestellt werden», sagt Karbe-Geßler. Die Anträge nimmt die Finanzverwaltung sowohl in Papierform als auch über das Elster-Portal entgegen.

Ohne einen entsprechenden Antrag können die Kosten erst im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Mit dem Freibetrag profitieren Steuerzahlerinnen und Steuerzahler somit früher von den steuerlichen Entlastungen.

Wer einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellt, muss nach Ablauf des Jahres in dem Fall eine Steuererklärung abgeben. So überprüft die Finanzverwaltung die entsprechenden Beträge. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.

Vor dem Start des Oktoberfests zeigt eine Analyse von Visa, wie stark die Wiesn die Wirtschaft bewegt. Während der Festwochen 2025 stiegen die Ausgaben in München um 30 Prozent gegenüber gewöhnlichen Sommertagen. An Spitzentagen erreichte das Plus fast 70 Prozent.

Wenn es um einen Kunden-, Messe- oder Fortbildungsbesuch, dann brauchen Arbeitnehmer eine Möglichkeit, dort hinzukommen. Doch was, wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich oder nicht machbar ist? Darf der Chef dann verlangen, dass Angestellte ihr eigenes, privates Auto verwenden?

Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist laut einer Umfrage bereit, mehr zu arbeiten - sofern die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Zugleich empfindet jeder Zweite die politische Debatte um längere Arbeitszeit als demotivierend.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um 6,7 Prozent gestiegen. Das Gastgewerbe weist mit 59,6 Fällen je 10.000 Unternehmen eine der höchsten Insolvenzhäufigkeiten auf.

Eine Studie von HolidayCheck zeigt, dass fast ein Drittel der Online-Bewerter bereits den Verlust eigener Rezensionen erlebt hat. Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern.

Überregulierung und Bürokratie belasten nach Einschätzung von Steuerberatern den Mittelstand in Deutschland weiterhin am stärksten. Nach aktuellen Daten des DATEV-Seismografen sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von diesen Hürden betroffen.

Die Sachbezugswerte für Verpflegung sollen 2027 steigen. Für Mittag- und Abendessen sind 4,70 Euro vorgesehen, wodurch unter den steuerrechtlichen Voraussetzungen Essenszuschüsse von bis zu 7,80 Euro möglich werden.

Tageskarte erreicht jeden Tag Menschen, die Hotels und Restaurants führen, ausstatten, beliefern und weiterentwickeln.

Wenn Sie dieser Branche etwas zu sagen – oder zu verkaufen – haben, bringen wir Sie zusammen.