Gurken, Chemnitz, Abstinenz: Was 2025 angesagt sein könnte

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Kein gezapftes Bier mehr in Fernzügen, USB-C-Ladeanschluss-Pflicht bei Smartphones und öfter nun auch in deutschen Supermärkten die vegane Variante von Nutella: Das sind nur einige Beispiele von Entwicklungen, die das neue Jahr mit sich bringt. Welche größeren Trends sind außerdem zu erwarten? Was könnte 2025 angesagt werden in verschiedenen Lebensbereichen? Hier kommt eine Auswahl:

Abstinenz

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat 2024 ihre Empfehlungen geändert und betont, es gebe keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum. Schon länger gibt es weltweit und hierzulande eine wachsende Nüchternheitsbewegung, die Alkohol als Nervengift betrachtet. 

Propagiert wird im neuen Jahr auch erst mal wieder der trockene Januar («Dry January»). Derzeit gibt es darüber hinaus von Bestsellerautor Bas Kast («Der Ernährungskompass», «Kompass für die Seele») das neue Buch «Warum ich keinen Alkohol mehr trinke». 

Das könnte weitere Menschen dazu inspirieren, ihre Beziehung zum gesellschaftlichen Schmiermittel Alkohol zu überdenken. Gerade in Deutschland wird Alk öfter mal verharmlost und es wird gern ignoriert, wie kaputt er machen kann. Und Saufen wird sogar als Kulturgut überhöht.

Reisen und Tourismus

Neuerdings gibt es die internationale Magazinmarke «Condé Nast Traveller» auch in Deutschland. Sie hat die weltweiten «Best Places To Go 2025» ausgerufen, darunter ist neben etwa der Smaragdküste in Nicaragua, Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam und den Färöer-Inseln auch ein Ziel in Deutschland. 

Zu den Top-Zielen '25 gehört demnach das im Juli 2021 weitgehend zerstörte Ahrtal in Rheinland-Pfalz. «Mit dem Slogan "We AHR open" zeigt man hier gerade, dass Gäste längst wieder herzlich willkommen sind – auch wenn das Ahrtal noch nicht vollständig aufgebaut ist», heißt es vom Magazin. 

Für den Reiseführer «Lonely Planet» gehört dagegen Bayern zu den zehn weltweit besten Urlaubsregionen. Im Buch «Lonely Planets Best in Travel 2025» wird das deutsche Bundesland unter den Top-Regionen neben etwa dem Wallis in der Schweiz genannt. Auch Chemnitz als eine Kulturhauptstadt Europas könnte einen kleinen Reise-Boom erleben.

Gastronomie

Zum Italiener, Japaner oder Inder gehen? Zum Syrer oder Georgier? Wieder mal Pizza oder Burger essen? Schön, aber empfinden Trendsetter als womöglich altmodisch. Angesagt ist erneut die Mexikoküche, als deren Geheimnis die Anpassungsfähigkeit gilt (etwa im Würzgrad oder in Sachen Fleischlastigkeit). 

Nach einer ersten Welle des Cal-Tex- oder Tex-Mex-Foods in den frühen 90ern mit der Gründung von Ketten wie Sausalitos warten manche gespannt auf den auf 2025 verschobenen Start der US-Kette Taco Bell in Deutschland.

Mexikanisches Essen passt auch zum Trend, mehr frisches Gemüse, Obst und vor allem Bohnen essen zu wollen und weniger hoch verarbeitete Lebensmittel. Auch Getreide wie Mais oder Amaranth finden viele bekömmlicher als etwa Weizen.

Foodies

Dagegen urdeutsch ist ein Lebensmittel, das Pinterest als Trend-Food erkannt haben will: die Gewürzgurke. Die Suchanfragen danach auf der Plattform für Inspiration bei Ernährung, Einrichtung und Styling stiegen in den vergangenen Jahren derart an, dass die Analysten nun einen echten Gewürzgurken-Trend für 2025 erwarten. 

Aber natürlich nicht einfach nur als die olle, aber immer gute Gewürzgurke: Gesucht wird etwa nach Rezepten für Gewürzgurken-Margaritas, nach Gewürzgurken-Pommes und Gewürzgurken-Kuchen. 

Liebe, Sex und Zärtlichkeit

Die Dating-App Tinder verkündet: «"Situationships" sind passé». Angesagt seien Klarheit und bewusste Entscheidungen – mit neuen Trends wie «Loud Looking» (Dating mit ganz klarer Kommunikation; «Looking for...» schreiben und klare Ansagen machen) oder auch «Nano-Ships». Was das schon wieder sein soll? Nun, die Antwort lautet: Selbst die kleinsten Verbindungen sollen zählen. «Singles entdecken in diesen Mikro-Momenten große Bedeutung – "Nano-Ships" beweisen, dass nicht jede Verbindung groß sein muss, um echt zu sein.»

Im Parship-Dating-Kompass für 2025 ist die Rede vom «Baywatching»: Das hat nichts mit der US-Serie aus den 90ern zu tun, sondern einem Bewusstmachen der eigenen Bedürfnisse. Also die eigene Bucht (englisch: bay) im Blick zu behalten und zu beschützen (watching). 

Farben

Das Jahr 2025 wird - zumindest wenn es nach einer amerikanischen Farbenfirma geht - «Mokka-Mousse»-farbig. Das Braun mit einer «sinnlichen und tröstlichen Wärme» sei als definierende Farbe des Jahres ausgewählt worden, teilt Pantone mit. Das Unternehmen veröffentlicht jährlich eine - ihrer Einschätzung zufolge - definierende Farbe fürs Jahr, die dann Designern beim Entwerfen von etwa Möbeln und Kleidungsstücken als Inspiration dienen soll.

Auch eine andere Firma, die Farbtöne normiert, geht da mit: In den NCS-Trends für 2025 gibt es eine Farbpalette mit erdigen Tönen, die uns das Gefühl von Behaglichkeit, Wärme und Freude geben sollen. Das Deutsche Mode-Institut ruft einen Ton namens «Glamouflage» aus: Eine Mischung aus schimmerndem Bronze und Olivgrün.

Lebensgefühl

Bonbonfarben? Fröhlicher Eskapismus? Passend dazu ruft übrigens Pinterest die Puppen-Ästhetik als Trend aus. Gen X (geboren 1966-1980) und Millennials (1980-1996) würden mit stark steigender Tendenz auf der Plattform nach Make-up im Babydoll-Stil, Accessoires in kunterbunten Farben und auch nach puppenhaften Deko-Ideen fürs Zuhause suchen.

Die jüngere Gen Z (1995-2010) und zugleich auch noch die älteren Boomer (1950-64) suchen Inspirationen, Räume in bunte, verspielte Oasen zu verwandeln. Die Bewertung der Pinterest-Experten: «Erwachsensein ist überbewertet. 2025 lassen wir unser inneres Kind raus.»

Mode

Endlich! Man darf es natürlich schon immer, aber nun können selbst alle, die denken, so kann man nicht rumlaufen, es tun: Der Look der ewig zerzausten, leicht überforderten Frau ist gar ein Mode-Trend. Was die «Frazzled English Woman» trägt, ist angelehnt an die Looks der liebenswerten, verpeilten Protagonistinnen aus Filmen wie «Bridget Jones» - deren lang ersehnte Fortsetzung übrigens im Februar 2025 in die Kinos kommt.

«Candy Culture» nennt sich ein Trend unter den Brillen: Gestelle in satten Bonbonfarben oder in zarten Pastelltönen sind laut dem Kuratorium Gutes Sehen 2025 angesagt. Ein Farbtrend, der mit kindlichen Erinnerungen und nostalgischem Charme spiele. Übrigens treten diese auffälligen Umrandungen gepaart mit dem Haupt-Farbtrend des Jahres auf, den Brauntönen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.

Deutschland liegt laut einer internationalen Studie beim Einsatz KI-generierter Spesenbelege an der Spitze. Jeder zehnte Beschäftigte nutzt solche Belege regelmäßig, während jeder Fünfte angibt, Ausgaben grundsätzlich falsch darzustellen.

Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt für 2026 ein überwiegend stabiles Geschäftsreiseaufkommen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von wachsender Unsicherheit durch Preissteigerungen, geopolitische Risiken und Einschränkungen im Luftverkehr.

Urlaub ist in Zeiten der Inflation eine teure Sache. Selbst mit Tarifvertrag bekommen längst nicht alle Beschäftigten einen Zuschuss. Eine Studie zeigt, wer mit Geld für die Reisekasse rechnen kann.