Kleinere und mittlere Firmen erwarten Umsatzrückgang

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Deutschlands Mittelständler haben trotz Ukraine-Krieg, Energiekrise und hoher Inflation im vergangenen Jahr Kurs gehalten. Allerdings wachsen die Sorgen der rund 3,8 Millionen Unternehmen angesichts der Konjunktureintrübung. Das Umfeld sei sehr, sehr herausfordernd, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, bei der Vorstellung des Mittelstandspanels am Mittwoch. «Die Unternehmen blicken aktuell eher mit Skepsis auf ihre Geschäftsaussichten. Und obwohl der Kreditkanal weiter funktioniert, nehmen die Schwierigkeiten bei Kreditverhandlungen zu.» Die Bilanzlage der Firmen sei aber nach wie vor sehr solide.

Fast ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jährlich geht für das laufende Jahr der Umfrage zufolge von einem Umsatzrückgang aus - im Durchschnitt von 24 Prozent. Das hat Folgen für die Investitionen: 37 Prozent der Mittelständler gaben im September an, die zu Jahresbeginn angedachten Investitionen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben oder in geringerem Umfang umgesetzt zu haben. Weitere 13 Prozent gaben ihre Pläne nach eigenen Angaben ganz auf.

Im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze der Mittelständler einschließlich Preiserhöhungen (nominal) der Umfrage zufolge um gut 16 Prozent auf 5322 Milliarden Euro. Real verbuchten die im ersten Halbjahr befragten rund 11 300 Firmen ein Umsatzplus von 10 Prozent. «Auch 2022 sind allen Belastungsfaktoren wie Krieg in der Ukraine, Energiekrise und steigenden Preisen zum Trotz die Blessuren bei den kleinen und mittleren Unternehmen überschaubar geblieben», sagte Köhler-Geib in Frankfurt.

Moderater Jobzuwachs

Bei einer Reihe von Unternehmen überstiegen die Kostenerhöhungen für Material, Löhne und Energie allerdings den Angaben zufolge den Umsatzzuwachs. Die Umsatzrendite, das Verhältnis zwischen erwirtschaftetem Gewinn und Umsatz, verringerte sich im Schnitt von 7,4 auf 7,0 Prozent. Insbesondere die Profitabilität von Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten ging demnach deutlich zurück. Die gesunkenen Renditen erschwerten es diesen Firmen, ihre bereits in der Corona-Krise strapazierten Liquiditätsreserven wieder aufzupolstern. In der Breite des Mittelstands sei die Liquiditätslage aber komfortabel, hieß es.

Der Jobzuwachs fiel mit 20 000 Beschäftigten im vergangenen Jahr demnach eher moderat aus. Im laufenden Jahr rechnet die KfW zwar gesamtwirtschaftlich mit einem Anstieg der Erwerbstätigen. Für den Mittelstand zeichneten sich gegenwärtig aber eher sinkende Beschäftigungserwartungen ab. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Viele Beschäftigte gehen trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit, andere melden sich jedoch auch mal krank, obwohl sie arbeitsfähig sind. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Pronovia BKK hervor.

Von Hotels bis Autobauer: Die Zahl der Insolvenzen ist 2025 höher gewesen als zur Finanzkrise 2009. Warum Experten keine schnelle Erholung sehen und was das für Mittelständler bedeutet.

Die Züge fahren verspätet, die Straßen sind dicht und dann fällt auch noch die Schule aus? Was Beschäftigte wissen müssen, wenn Winterwetter alle Routinen durchkreuzt.

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen Aufschwung am Arbeitsmarkt?

Der Food Campus Berlin stellt in seinem neuen Bericht die zentralen Entwicklungen für das Jahr 2026 vor. Von technologischen Durchbrüchen in der Fermentation bis hin zur Rückkehr zum echten Handwerk zeigt sich eine Branche im Wandel.

Die Stimmung im norddeutschen Gastgewerbe hat sich einer Befragung der IHK Nord zufolge gebessert. Die Reisewirtschaft berichtet dagegen von einer verschlechterten Lage, wie aus dem Konjunkturreport Tourismuswirtschaft der IHK Nord aus Hamburg hervorgeht.

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland fühlt sich belastet durch Preissteigerungen, vor allem bei Lebensmitteln. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Alkoholische Getränke sind in Deutschland so billig wie sonst kaum irgendwo in Europa. Noch billiger als in Deutschland waren die alkoholhaltigen Drinks europaweit nur noch in Italien.

Im Eifer des Gefechts den Job gekündigt und es anschließend bereut? Kommt schonmal vor. Aber: Gibt es jetzt noch einen Weg zurück?

Trends kommen, Trends gehen - so auch in diesem Jahr. Welches Essen ist nun angesagt, wohin reisen Hipster und wie streichen Trendsetter ihre Zimmerdecke? Ein Prognoseversuch.