Lit.Cologne wegen Coronavirus abgesagt - «Trifft uns unendlich schwer»

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Das Literaturfestival Lit.Cologne ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt worden. Dies geschehe auf Empfehlung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos), teilte die Lit.Cologne am Dienstag mit. Man bemühe sich um eine Verlegung der Veranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt.

«In der jetzigen Situation müssen wir alles dafür tun, die Infektionsketten zu durchbrechen», wurde Reker zitiert. «Daher habe ich vor dem Hintergrund der Empfehlungen des Bundesgesundheitsministers dazu geraten, die Lit.Cologne zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchzuführen.» Mit mehr als 200 Veranstaltungen und über 100 000 Besuchern an zwölf Tagen ist die Lit.Cologne nach eigenen Angaben das größte Literaturfestival Europas. Es sollte am Dienstagabend mit einer Gala zur Verleihung des Hörbuchpreises starten. Diese Auftaktveranstaltung war am Dienstagvormittag allerdings schon gestrichen worden.

«Die Absage der Lit.Cologne trifft uns unendlich schwer», bedauerte Geschäftsführer Rainer Osnowski. «Aber mit Blick auf die aktuelle Situation wollen wir keineswegs zögerlich reagieren und der Empfehlung unserer Oberbürgermeisterin und des Bundesgesundheitsministers folgen und von unserer Seite aus alles dafür tun, eine weitere Verbreitung einzudämmen», sagte er. «Um die Gesundheit und das Wohl des Publikums, der Mitwirkenden und des Teams zu schützen, sehen wir derzeit keine andere Möglichkeit, als das Festival für den geplanten Zeitraum abzusagen.»

Die Lit.Cologne wird privatwirtschaftlich ohne öffentliche Subventionen organisiert. In der vergangenen Woche hatte Osnowski der Deutschen Presse-Agentur gesagt, im Fall einer Absage der gesamten Lit.Cologne sei der Fortbestand des Festivals gefährdet. «Das würde mit Sicherheit schwerwiegende Konsequenzen haben, denn die Kosten müssten wir tragen.»

In den vergangenen Tagen waren bereits einzelne Veranstaltungen gecancelt worden, so eine Lesung im Kölner Dom, zu der 1500 Menschen erwartet worden waren, und der WDR5-Literaturmarathon, der traditionell im Rahmen der Lit.Cologne stattfindet. Auch eine Reihe von Autoren, vor allem aus dem Ausland, hatten ihre Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Bei der Lit.Cologne sollten in diesem Jahr allein drei Literatur-Nobelpreisträger auftreten: Herta Müller, Olga Tokarczuk und Mario Vargas Llosa, der allerdings schon aus Gesundheitsgründen abgesagt hatte. Im aktuell-gesellschaftspolitischen Teil waren unter anderem Veranstaltungen mit dem Grünen-Chef Robert Habeck, dem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer und dem französischen Wirtschaftsexperten Thomas Piketty geplant.


 

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