Psychische Erkrankungen sorgen für immer längere Fehlzeiten im Job

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Psychische Erkrankungen entwickeln sich nach einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zusehends zu einem Treiber für Fehlzeiten im Job - und das mit langen Ausfallzeiten. Deswegen waren im vergangenen Jahr 403 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Kassenmitglieder zu verzeichnen, wie der AOK-Bundesverband nach eigenen Versichertendaten mitteilte. Im Jahr 2016 waren es noch 284 Tage je 100 Mitglieder.

Deutlich häufigere Ursache für Krankmeldungen sind demnach zwar weiterhin Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Grippe. Krankschreibungen aus diesem Grund dauerten aber im Schnitt nur 5,7 Tage. Dagegen fehlten Beschäftigte bei psychischen Erkrankungen 2025 im Schnitt 28,5 Tage je Fall. Für die Analysen wurden Daten von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten ausgewertet.

Soziale Berufe stark betroffen 

Von psychischen Erkrankungen seien insbesondere Beschäftigte in sozialen Berufen betroffen, erläuterte der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder. An der Spitze stehen demnach Beschäftigte in Call-Centern, gefolgt von Beschäftigten in der Pflege und Kinderbetreuung.

Mit Blick auf die Ursachen für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out wies die AOK auf ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren hin. Dazu gehörten Belastungen durch allgemeine politische Krisen, Verdichtung und «Entgrenzung» der Arbeit durch ständige Erreichbarkeit oder Belastungen
wegen der Pflege von Angehörigen oder Kinderbetreuung.

Arbeit nicht nur Risikofaktor 

Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, betonte zugleich, Arbeit sei nicht nur ein Risikofaktor, sondern auch ein Schutzfaktor. «Sie gibt Struktur, Orientierung und Stabilität und kann zum persönlichen Sinnerleben beitragen.» (dpa)


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