Regierung greift Forderungen der Reisewirtschaft auf

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßt die gestrige Entscheidung der Bunderegierung, den deutschen Unternehmen „unbegrenzt“ Liquidität zur Verfügung zu stellen. „Diese umfassenden Liquiditätshilfen und Expressbürgschaften für Unternehmen sind wichtige und notwendige Maßnahmen, um Beschäftigte und Unternehmen der Reisewirtschaft, einem der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland, zu schützen“, so DRV-Präsident Norbert Fiebig in einer ersten Bewertung. „Der Vorstoß der Bundesregierung zur Sicherung von Arbeitsplätzen und von der Krise betroffenen Unternehmen ist richtig. Wir setzen darauf, dass die angekündigten Maßnahmen nun sehr zeitnah umgesetzt, auf ihre Effektivität überprüft und, sofern notwendig, an veränderte Rahmenbedingungen angepasst oder ergänzt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Reisebüros, Reiseveranstalter und touristische Dienstleister überlebensfähig bleiben“, so der DRV-Präsident weiter.

Die einzelnen Maßnahmen bewertet der DRV wie folgt:

  • Die Flexibilisierung des Kurzarbeitergeldes war bereits angekündigt worden. Die Ausweitung des Bezugsrahmens und der entsprechenden Leistungen – insbesondere die volle Erstattung der Sozialversicherung – ist ein richtiger Schritt.
  • Auch die Stundung von Steuerzahlungen und der Möglichkeit zur Absenkung von Steuervorauszahlungen wird erhebliche Erleichterungen für unsere Mitgliedsunternehmen mit sich bringen. Hier gilt es, zügig eine Einigung mit den Bundesländern herbeizuführen.
  • Im Zusammenhang mit dem Milliarden-Schutzschirm für Unternehmen sieht der Branchenverband den Bund auf dem richtigen Weg. Besonders mit Blick auf kleinere Mitgliedsunternehmen ist zu begrüßen, dass für diese über Bürgschaftsbanken innerhalb von drei Tagen bis zu 250.000 Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs.
  • Für größere Unternehmen kommen die Ausweitung der Liquiditätshilfen im Rahmen der KfW-Kreditprogramme sowie die Ausdehnung der Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) zum Tragen. Dies erleichtert den Unternehmen den Zugang zu Liquidität.

Mit diesen Maßnahmen sind wichtige Forderungen des Branchenverbandes der Reisewirtschaft aufgegriffen worden – siehe 9-Punkte-Maßnahmenkatalog des DRV. „Jetzt sind aber noch weitere Schritte wichtig, um die Auswirkungen der Krise abzufedern“, erklärt Norbert Fiebig.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Jahr 2025 haben in Deutschland rund 461.800 Personen eine duale Berufsausbildung aufgenommen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, entspricht dies einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Lebenshaltungskosten sind laut einer aktuellen Umfrage die größte finanzielle Sorge in der deutschen Bevölkerung. Auffällig: Besorgter als Niedrigverdiener sind demnach diejenigen mit mittleren oder hohen Einkommen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Januar 2026 laut Destatis gestiegen. Besonders häufig betroffen war das Gastgewerbe, während die Forderungssummen deutlich zurückgingen.

Mitarbeitende, die zur Zigarette greifen, kosten Arbeitgeber bares Geld. Die durch Raucherpausen verlorene Arbeitszeit summiert sich im Jahr schnell auf mehrere Arbeitstage pro Person. Hinzu kommen häufigere gesundheitsbedingte Ausfälle. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es daher sinnvoll, Angestellte bei der Tabakentwöhnung aktiv zu unterstützen.

Wie lang erhalten Beschäftigte bei Krankheit weiter Lohn? Darüber wird in der Politik immer wieder diskutiert. Was die aktuellen Regeln besagen und was bei mehreren Krankheiten gilt. Ein Überblick.

Der Vorgesetzte nervt, die Kunden sowieso: Doch was davon darf ich nach außen tragen? Und wann handelt es sich eigentlich um ein Geschäftsgeheimnis? Ein Arbeitsrechtler klärt auf.

Auch wer gekündigt wurde, kann noch bei einer Betriebsratswahl kandidieren – und muss dafür Kontakt zur Belegschaft aufnehmen können. Wird der Zugang zum Betrieb komplett verwehrt, kann es sich um eine unzulässige Wahlbehinderung handeln.

Reisebüros und Reiseveranstalter stellen sich aufgrund des Nahost-Konflikts auf deutlich schlechtere Geschäfte und steigende Preise ein. Im März hat sich das Geschäftsklima in der Branche deutlich abgekühlt, wie das Ifo Institut in München mitteilt.

Die Beschäftigung im Gastgewerbe hat Anfang 2026 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gleichzeitig bleiben offene Stellen deutlich unter den Werten von 2019, während sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich entwickelt.

Eine Umfrage von Evaneos und YouGov unter 1.551 Personen zeigt laut Mitteilung, dass KI-Chatbots bei der Reiseplanung bislang nur begrenzt genutzt werden. Demnach geben 75 Prozent der Befragten an, noch nie einen KI-Chatbot für die Planung einer Reise eingesetzt zu haben.