So ticken die Deutschen auf Dienstreisen

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Die Corona-Pandemie hat das Reisen in Deutschland jäh ausgebremst. Vor allem Berufstätige besuchten Kunden und Geschäftspartner über Monate nicht mehr, sondern mussten verstärkt über Video-Konferenzen und Internet kommunizieren. Während klassische Hotels in der Folge geschlossen wurden oder so gut wie leer standen, waren sogenannte Serviced Apartments besser gebucht. Inzwischen melden einige dieser Häuser sogar bereits wieder Vollbelegung. 

Was steckt dahinter? Als bundesweiter Immobilienentwickler ist die pantera AG dieser Entwicklung mit einer deutschlandweiten repräsentativen Befragung von insgesamt 1.113 Berufstätigen nachgegangen, durchgeführt durch das Institut YouGov: Welche Einstellungen und Verhaltensweisen zeigen die Deutschen bei längeren Dienstreisen? Das Wichtigste vorweg: Jeder Vierte kennt für sich berufliche Reisen, die länger als zwei Wochen am Stück dauern. Große Unterschiede gibt es jedoch zwischen Männern und Frauen, Angestellten und Selbständigen, aber auch zwischen Gehaltsklassen und Regionen. 

Gehaltshöhe, Alter und Geschlecht entscheiden

Unter berufstätigen Männern unternimmt fast jeder Dritte mindestens zweiwöchige Dienstreisen. Bei Frauen sind es nur etwa halb so viele. Männer berichten auch fast vier Mal häufiger davon, dass dies „öfter“ und nicht nur gelegentlich in ihrem Beruf vorkommt. Interessant: In Ostdeutschland gehen Berufstätige insgesamt deutlich häufiger auf mehrwöchige Dienstreisen als westdeutsche Kollegen.

Mit wachsendem Einkommen steigt dabei die Häufigkeit längerer Reisen signifikant an. Berufstätige mit einem Monatsverdienst ab 2000 Euro unternehmen diese fast doppelt so oft (33 Prozent) wie Gehaltsklassen darunter. Unter Top-Verdienern ab 4.000 Euro berichtet sogar mehr als jeder Zweite davon. Auch das Lebensalter spielt eine wichtige Rolle. So haben 25- bis 35-Jährige am häufigsten mehrwöchige dienstliche Aufenthalte außerhalb ihres Wohnsitzes. Bei Berufstätigen ab 45 Jahren sinkt hingegen die Häufigkeit stark – nur für etwa jeden Fünften ist das hier noch ein Thema. Schließlich sind Selbständige insgesamt deutlich häufiger als Angestellte auf mehrwöchigen Dienstreisen. 

„Die Studie zeigt, auf welche Gruppen die Übernachtungsangebote für Geschäftsreisen besonders zugeschnitten sein sollten“, resümiert Michael Ries, Vorsitzender des Vorstandes der pantera AG: „Insgesamt wird zudem deutlich, dass der Bedarf weit höher als das heutige Angebot für all diejenigen ist, die nicht dort leben wo sie arbeiten – sei es auf längeren Dienstreisen oder dauerhaft. Hierzu fehlen bislang aber passende Angebote, insbesondere in den Metropolregionen.“ 

Trotz der zahlreichen Nachfragen für Serviced Apartments gab es in Deutschland Anfang 2020 laut dem Consulting- und Vermittlungsunternehmen Apartmentservice insgesamt nur rund 33.900 solcher Übernachtungsangebote in 631 Häusern mit mindestens 15 Einheiten. Bis Ende 2022 sollen zwar 16.900 neue Einheiten hinzukommen, was einem Wachstum von ziemlich genau 50 Prozent innerhalb von drei Jahren entspricht. „Doch auch diese Steigerung des Gesamtangebotes wird bei weitem nicht ausreichen, den Bedarf zu decken“, weiß Ries: „Das gilt erst recht, wenn auch bei internationalen Reisen wieder eine Entwicklung in Richtung Vorkrisen-Niveau stattfindet. Bisher nehmen ja erst einmal die nationalen Reisen wieder zu.“ 

Preis ist entscheidend bei Wahl der Unterkunft 

Die pantera-Studie gibt zudem Auskunft darüber, was Berufstätigen bei ihrer Unterkunft auf mehrwöchigen Geschäftsreisen am wichtigsten ist. Mit 59 Prozent Nennung steht „ein angemessener Preis“ an erster Stelle. Doch auf den weiteren Rängen gibt es Überraschungen. 52 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass man „von Anfang bis Ende in den gleichen Räumlichkeiten bleiben kann und nicht zwischendurch umziehen muss“. Auf Platz drei folgt „sehr gutes Internet“, mit 38 Prozent. Deutlich dahinter liegt etwa das Kriterium „gute Verkehrsanbindung“ mit nur 33 Prozent.

Zielgruppe für Serviced Apartments sind auch Wochenend-Pendler. Diese Gruppe wächst beständig an. Hier deckt sich die persönliche Wahrnehmung der Bundesbürger mit der amtlichen Statistik: 2019 gab es laut der Bundesanstalt für Arbeit 3,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort nicht in dem Bundesland hatten, in dem sie wohnten. 20 Jahre zuvor, 1999, waren es dagegen erst 2,1 Millionen. Das stimmt mit den Ergebnissen der pantera-Umfrage überein: Mehr als ein Drittel der Berufstätigen gibt hierin an, heute mehr Kollegen als noch vor fünf Jahren zu kennen, die so weit entfernt von ihrem Wohnort zur Arbeit müssen, dass ein tägliches Pendeln nicht möglich ist. 

Rund jeder vierte Berufstätige in Deutschland (24 Prozent) ist laut der Studie bereit, für den Job zum Fernpendler zu werden. Die Zustimmung ist bei erwerbstätigen Männern mit 29 Prozent besonders hoch. Jeder Dritte erklärt das bei den 25 bis 34-jährigen, der höchste in den Altersgruppen ermittelte Wert. Und mit steigendem Einkommen steigt die Zustimmung ebenfalls: Während sie bei monatlichen Netto-Einkommen unter 2.000 Euro bei 20 Prozent liegt, sind es unter Spitzenverdienern ab 4.000 Euro insgesamt 47 Prozent. 


 

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