Umfrage: Arbeit als Sinn des Lebens verliert an Bedeutung

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Arbeit verliert laut einer neuen Umfrage ihre sinnstiftende Bedeutung für das Leben vieler Menschen in Deutschland. Nur ein Drittel der Befragten (33 Prozent) möchte in der Arbeit etwas tun und leisten, was Sinn hat und Spaß macht, ergab eine repräsentative Studie des Instituts GfK im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT). Vor 20 Jahren hatten sich den Angaben zufolge über die Hälfte (52 Prozent) so geäußert, vor zehn Jahren noch 39 Prozent.

Gut ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) bekannte sich dazu, das Leben genießen und sich nicht mehr als nötig abmühen zu wollen. 2006 hatte sich in einer damaligen Umfrage nur jeder Siebte (14 Prozent) so geäußert, vor zehn Jahren bereits fast so viele wie jetzt (20 Prozent). 

Bei den Jüngeren im Alter zwischen 18 und 24 Jahren und bei den Singles zwischen 25 und 49 Jahren halten sich inzwischen die Genusssucher und die Arbeitsamen praktisch die Waage (32 zu 31 Prozent bzw. 28 zu 26 Prozent).

Wohlbefinden statt Selbstaufopferung

Der Bedeutungsverlust von Arbeit als alleiniger Sinnanker spiegele die gesellschaftliche Realität vieler Bürger wider, erklärte der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung, Ulrich Reinhardt. In einer Welt wachsender Unsicherheit, ökonomischen Drucks und beschleunigten Wandels werde der Wunsch nach Stabilität, Selbstschutz und Lebensqualität stärker. «Die Sinnfrage bleibt bestehen - sie verlagert sich jedoch», sagte Reinhardt. 

Besonders die jüngeren Generationen zeigten ein neues Selbstverständnis. «Für sie bedeutet ein gutes Leben nicht berufliche Selbstaufopferung, sondern die Vereinbarkeit von Sinn, Freiheit und Wohlbefinden», erklärte der Zukunftsforscher. Künftige Generationen würden nicht mehr zwischen Pflicht und Vergnügen wählen, sondern beides bewusst miteinander verbinden wollen.

Für die Studie im Auftrag der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen wurden 2.000 den Angaben nach repräsentativ ausgewählte Menschen ab 18 Jahren vom 20. November bis zum 1. Dezember 2025 befragt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.

Deutschland liegt laut einer internationalen Studie beim Einsatz KI-generierter Spesenbelege an der Spitze. Jeder zehnte Beschäftigte nutzt solche Belege regelmäßig, während jeder Fünfte angibt, Ausgaben grundsätzlich falsch darzustellen.

Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt für 2026 ein überwiegend stabiles Geschäftsreiseaufkommen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von wachsender Unsicherheit durch Preissteigerungen, geopolitische Risiken und Einschränkungen im Luftverkehr.

Urlaub ist in Zeiten der Inflation eine teure Sache. Selbst mit Tarifvertrag bekommen längst nicht alle Beschäftigten einen Zuschuss. Eine Studie zeigt, wer mit Geld für die Reisekasse rechnen kann.