Umfrage: Hamburg Eindeutiger Favorit unter deutschsprachigen Millionenstädten

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Unter den fünf deutschsprachigen Millionenstädten haben die Erwachsenen in Deutschland eine eindeutige Lieblingsmetropole. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Gefragt, welche der deutschsprachigen Millionenstädte sie «am sympathischsten» finden, wählen die meisten Hamburg (25 Prozent).

Es folgen München (19 Prozent), Wien (15 Prozent), Berlin (12 Prozent) und Köln (11 Prozent). Der Rest wollte sich für keine der Städte entscheiden.

Männer und Frauen sind sich in Sachen Rangfolge recht einig bei dem Thema. Am auffälligsten abweichend bei den Altersgruppen sind die jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre): Bei ihnen liegt München vor Hamburg, gefolgt von Köln, Berlin und Wien.

Viele Deutsche hadern mit ihren Städten und träumen vom Land

Berlin als Hauptstadt ist okay - aber dort leben? Nein danke! So lassen sich Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur deuten. Das echte oder vermeintliche Weltstadtflair ist vielen Bundesbürgern unwichtig. Als ideal vor allem für Kinder und Rentner gelten zudem Kleinstadt und Dorf. Doch der Reihe nach.

Unter den fünf deutschsprachigen Millionenstädten haben die Erwachsenen in Deutschland recht eindeutig eine Lieblingsmetropole, und zwar Hamburg - die zweitgrößte Stadt der Bundesrepublik ist laut Umfrage «am sympathischsten» (25 Prozent). Erst danach folgen München (19 Prozent), Wien (15 Prozent), Berlin (12 Prozent) und Köln (11 Prozent). Der Rest wollte sich für keine der Städte entscheiden.

Wenn die Leute gefragt werden, in welcher der zehn größten Städte Deutschlands sie am liebsten leben würden, dann sagt fast ein Drittel (31 Prozent): In keiner dieser Städte. Immerhin je 16 Prozent sagen Hamburg oder München, 10 Prozent Berlin, 6 Prozent Köln und 5 Prozent Leipzig. Abgeschlagen landen Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund und Essen dahinter.

Anders als zum Beispiel in Frankreich oder auch Österreich ist das Gefälle zwischen Metropole und Provinz in Deutschland geringer - wegen der föderalen Struktur mit 16 Landeshauptstädten und anderen wichtigen Metropolen wie eben zum Beispiel Köln, Frankfurt, Leipzig, oder auch Nürnberg, Mannheim, Bonn und anderen.

Dennoch gibt es ein Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land - zum Beispiel auch in der medialen Präsenz. Andererseits ist es im dicht besiedelten Deutschland oft gar nicht so einfach zu sagen, wo Stadt überhaupt endet und wo das sogenannte Land beginnt.

Dörfern und kleineren Städten im Umland von Großstädten geht es oft recht gut, anderswo aber leiden ganze Regionen unter Landflucht, vor allem in Ostdeutschland.

Im Osten erfährt die dort liegende Hauptstadt Berlin eine größere Beliebtheit als im Westen. Auf die Frage «Sind Sie zufrieden damit, dass Berlin Deutschlands Hauptstadt ist?» antworten im Osten 75 Prozent mit Ja (im Westen 66) - insgesamt sind es 68 Prozent. Unterdurchschnittlich ist der Zustimmungswert für Berlin als Hauptstadt zum Beispiel in Bayern, Bremen und Nordrhein-Westfalen.

Das liegt womöglich alles auch an einer jahrhundertealten Mentalität. Die deutsche Geschichte ist bekanntlich die einer «verspäteten Nation» (Soziologe Helmuth Plessner). Lange war Deutschland in Kleinstaaten zersplittert, hatte deshalb viele kleine Zentren.

Erst der preußische Politiker Otto von Bismarck formte als sogenannte kleindeutsche Lösung, also ohne Österreich, mit «Eisen und Blut» den deutschen Nationalstaat - nach Siegen in Kriegen gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1870/71).

Nach den schrecklichen Irrwegen des Nationalsozialismus gründete sich das von den Alliierten befriedete Deutschland (zumindest im Westen) sozusagen neu als Staatenbund - als föderale Bundesrepublik Deutschland. Ihr schlossen sich - ein Jahr nach dem Mauerfall von 1989 - die in Ostdeutschland wiedergegründeten Länder an.

Der Föderalismus wird bis heute geliebt und gepflegt, aber auch abgelehnt und manchmal als nerviger Flickenteppich empfunden. Zuletzt zeigte er etwa in der Corona-Pandemie mit verschiedenen Regelungen der Bundesländer seine komplizierte Seite.

Jedoch gibt es in Deutschland einen verbreiteten Stolz auf das Leben in kleinen Einheiten, auf den Alltag jenseits der großen Stadt - und das auch von Regionen, die gar kein Bundesland sind, kein eigenes Staatswesen bilden, also zum Beispiel Schwaben und Franken.

Vielleicht rührt auch daher die romantische Vorstellung von regionaler Verankerung, die deutsche Liebe zum Landleben.

Bei der Frage «Wo sollte ein Kind in Deutschland Ihrer Meinung nach idealerweise aufwachsen?» entscheiden sich zusammen 57 Prozent für die Antworten «Kleinstadt» und «Dorf». Nur zehn Prozent bevorzugen die Großstadt (mehr als 100 000 Einwohner).

Und nicht nur für die Kindheit, sondern auch für den Lebensabend bevorzugt eine Mehrheit der Leute eigentlich das Land oder die kleine Stadt. Wenn es darum ginge, die Wohngegend für den eigenen Ruhestand auswählen zu können, sagen 58 Prozent, sie würden diesen gerne in einem Ort mit weniger als 20 000 Einwohnern verbringen - 26 Prozent sagen «Kleinstadt (5000 bis 20 000 Einwohner)» und immerhin 32 Prozent «In einer ländlichen Gegend/in einem Dorf (unter 5000 Einwohner)». Der Wert für die Großstadt liegt bei nur 16 Prozent.

(dpa)


 

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