IHK Nord mit Tourismusbilanz - Gastgewerbe erholt sich, Reisewirtschaft unter Druck

| Gastronomie Gastronomie

Die wirtschaftliche Lage der norddeutschen Tourismusbranche zeigt ein zweigeteiltes Bild. Wie aus der aktuellen Tourismuskonjunkturumfrage der norddeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK Nord) hervorgeht, verzeichnet das Gastgewerbe eine spürbare Erholung, während die Stimmung in der Reisewirtschaft rückläufig ist. An der Befragung beteiligten sich mehr als 500 Betriebe aus Norddeutschland, um ihre aktuelle Situation und die Erwartungen für die kommenden Monate einzuschätzen.

Wirtschaftliche Erholung im norddeutschen Gastgewerbe

Im Vergleich zum Herbst 2024 konnte das Gastgewerbe seine Position deutlich verbessern. Der Konjunkturklimaindex, der die aktuelle Lage und die Zukunftserwartungen auf einer Skala bis 200 Punkte zusammenfasst, stieg um 16 Zähler auf nun 99 Punkte. Aktuell bezeichnen 39 Prozent der Gastgewerbebetriebe ihre Geschäftslage als gut, während 18 Prozent sie als schlecht bewerten. Trotz der positiven Rückschau bleibt der Blick in die Zukunft verhalten. Nur 13 Prozent der Unternehmer rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte, wohingegen 33 Prozent eine Verschlechterung befürchten.

Steigende Kosten belasten die Betriebe

Die Branche sieht sich mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert. Als das mit Abstand größte Geschäftsrisiko nennen 74 Prozent der Betriebe die Preise für Energie, Lebensmittel und Rohstoffe. Dicht darauf folgen die Arbeitskosten, die von 72 Prozent der Befragten als Risiko eingestuft werden. Neben der finanziellen Belastung bleibt der Personalmangel für 52 Prozent der Unternehmen ein zentrales Problem. Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie eine schwache Inlandsnachfrage werden als hinderlich für die weitere Entwicklung angeführt.

Eintrübung bei den Reiseveranstaltern

In der Reisewirtschaft hat sich die Stimmungslage hingegen verschlechtert. Der Index sank auf 102 Punkte und liegt damit sechs Punkte unter dem Vorjahreswert. Zwar bewerten derzeit 38 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter ihre Lage als gut, doch die Zukunftserwartungen sind deutlich pessimistischer geworden. 33 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verschlechterung der Lage aus, was einem Anstieg von fast zehn Prozentpunkten entspricht. Lediglich 15 Prozent der Betriebe erwarten eine positive Entwicklung. Als Hauptgründe für diese Zurückhaltung werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sowie die nachlassende Kaufkraft der Kunden genannt.

Politische Forderungen der IHK Nord

André Grobien, Vorsitzender der IHK Nord, sieht trotz der leichten Erholung im Gastgewerbe dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik. „Die Zukunftsaussichten der Betriebe haben sich vor allem im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert und auch der Blick auf die zurückliegende Saison ist positiver. Doch noch immer erwartet ein Drittel der Betriebe eine Verschlechterung der Lage. Lange geforderte Erleichterungen wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit und der Abbau übermäßiger bürokratischer Anforderungen müssen nun konsequent umgesetzt werden“, so Grobien. Er betont zudem, dass die allgemeine wirtschaftliche Situation das Kaufverhalten der Konsumenten bereits spürbar beeinflusse, was insbesondere die Reisewirtschaft treffe.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Unbekannte haben in München ein israelisches Restaurant angegriffen. Inwieweit die Tat einen antisemitischen Hintergrund hat, wird noch geklärt. Die Ermittler gehen «gewissen Anhaltspunkten» nach.

 

Kentucky Fried Chicken verkauft ein neues Gericht, die Dönervariante «Krispy Kebab». Moment mal, das ist doch unser Markenname, sagt eine Dönerkette. KFC betont: «Wir wollen keinen Beef.»

Das Berliner Restaurant Facil feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsprogramm ab Juli. Neben einem Podcast und speziellen Menüs stehen limitierte Kochkurse und eine Veranstaltung mit ehemaligen Weggefährten im Fokus der Feierlichkeiten.

Ruff's Burger expandiert weiter und übernimmt einen Standort in Bamberg. Ab Mai wird das ehemalige Burgerheart-Lokal unter neuer Flagge und modernisiertem Konzept fortgeführt.

Es darf gezapft und gefeiert werden auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Was macht die große Sause auf dem Cannstatter Wasen in diesem Jahr besonders? Was kostet das Bier? Und wann lohnt sich ein Besuch?

Drei deutsche Gastronomie-Teams kämpfen Ende April in München um den Einzug in das Weltfinale der Copa Jerez. Der Wettbewerb für Sherry-Pairings findet im Rahmen des Halbfinales von Koch des Jahres statt.

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company beschreibt in einer aktuellen Analyse mögliche Entwicklungen für die Gastronomie in den kommenden Jahren. Demnach könnten Automatisierung, Künstliche Intelligenz und neue Betriebsmodelle zentrale Veränderungen vorantreiben.

Hans im Glück hat in Mannheim ihr 100. Restaurant eröffnet. Neben der Expansion in vier europäische Länder setzt das Unternehmen mit einem neuen Standort an einer Schweizer Autobahnraststätte erstmals auf ein geändertes Standortformat.

Die Bar „Harry’s Legacy“ im Sheraton Berlin Grand Hotel Esplanade ist nach Umbau wieder eröffnet. Die Wiedereröffnung steht laut Unternehmen im Zusammenhang mit einer geplanten Modernisierung des Hotels.

Wird die Rechnung etwa im Einzelhandel oder im Restaurant in den Kassensystemen der Unternehmen korrekt erfasst und verbucht? Das prüfen die Finanzämter bei unangemeldeten Kontrollen in Thüringen tausendfach.