Der Kochberuf scheint bei jungen Menschen in Dresden wieder stärker gefragt zu sein. 186 Nachwuchskräfte starten in diesem Sommer eine Ausbildung zum Koch oder zur Köchin. Ein bemerkenswertes Signal für einen Beruf, der nach Angaben des Tourismusverbandes Dresden über Jahre zu den besonders schwierig zu besetzenden Ausbildungsberufen gehörte.
Vor allem beim Kochberuf beobachtet die Dresdner Tourismusbranche derzeit eine erfreuliche Entwicklung. 186 junge Menschen beginnen in diesem Sommer eine Ausbildung zum Koch oder zur Köchin. Bei Jugendlichen scheine der Beruf wieder an Attraktivität zu gewinnen, teilte der Tourismusverband Dresden mit.
Als einen möglichen Grund nennt der Verband die starke Präsenz von Kochshows und Streamingformaten in den sozialen Medien. Das Berufsbild hatte nach Angaben des Verbandes über Jahre zu den besonders schwierig zu besetzenden Ausbildungsberufen gehört.
Auch über den Kochberuf hinaus berichten Unternehmen der Dresdner Tourismusbranche von einem großen Interesse an Ausbildungsplätzen. Hotels, Gastronomiebetriebe, Museen, Veranstalter und touristische Dienstleister verzeichneten demnach so viele und zugleich überwiegend gute Bewerbungen wie seit Jahren nicht mehr.
„Die Rückmeldungen unserer Mitgliedsunternehmen sind wirklich erfreulich“, sagte Diana Maatz, Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes. Anzahl und Qualität der Bewerber seien nach schwierigen Jahren bei der Nachwuchsgewinnung ein sehr positives Signal.
Bis Ende Juli kamen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Dresden in den Ausbildungsberufen Gastronomie, Hotellerie und Tourismus insgesamt 526 neue Ausbildungsverträge zustande. Damit bewegt sich die Zahl in etwa auf dem Niveau des Jahres 2025 mit 558 Verträgen. In den Jahren davor waren es 413 Verträge im Jahr 2023 und 478 im Jahr 2024.
Martin Raich, Generalmanager des Hilton Dresden, sieht ebenfalls eine veränderte Wahrnehmung der Berufe in Hotellerie und Gastronomie. Sie würden wieder stärker als abwechslungsreiche Tätigkeiten mit viel Kontakt zu Menschen, internationalen Perspektiven und unterschiedlichen Karrierewegen wahrgenommen. Zudem seien sie nicht in Gefahr, kurzfristig durch Künstliche Intelligenz ersetzt zu werden.
Raich selbst stellte nach Angaben des Tourismusverbandes in den vergangenen zwei Wochen 14 neue Auszubildende ein. (mit dpa)