EU-Kommission verbietet Booking Holdings eTraveli-Kauf

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Das Buchungsportal Booking darf den Wettbewerber eTraveli nicht wie geplant übernehmen. Die Übernahme würde die beherrschende Stellung von Booking auf dem Markt der Online-Reisebüros stärken, sagte der für Wettbewerb zuständige EU-Kommissar Didier Reynders am Montag in Brüssel. Das könnte möglicherweise zu höheren Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher führen. 

Booking kündigte Widerspruch an. Das Unternehmen sei davon überzeugt, dass die Kommission mit ihrer Einschätzung falsch liege, hieß es in der Stellungnahme - mit Verweis darauf, dass die britischen Behörden der Übernahme zugestimmt haben. Booking argumentiert, dass die Übernahme den Verbrauchern Vorteile bringen würde.

HOTREC und der Hotelverband Deutschland (IHA) sehen die Entscheidung als einen wichtigen Schritt, um die Marktmacht einer der größten und einflussreichsten Online-Plattformen, die das tägliche Geschäft tausender kleiner und mittlerer Hotelbetriebe beeinflusst, einzugrenzen. Wäre die Übernahme genehmigt worden, wäre Booking Holdings in der Lage gewesen, zwischen seinen unterschiedlichen Dienstleistungen stärkeres Cross-Selling zu betreiben und eine noch größere Dominanz im Hotelmarkt auszuüben. Laut HOTREC Distribution Study 2022 ist der Marktanteil von Booking.com im Bereich Hotelunterbringung bereits von 60% in 2013 auf 71% in 2021 gewachsen.

Marie Audren, HOTREC Generaldirektorin, betont: „HOTREC hat lange vor der Marktmacht Bookings und den Auswirkungen für die europäischen Hoteliers gewarnt. Die heutige Entscheidung der Europäischen Kommission zeigt, dass diese Sorgen ernst genommen wurden, und kann daher nur begrüßt werden. HOTREC wird weiter wachsam bleiben und auf jede Geschäftsentwicklung, die kleine und mittlere Hotels betrifft, entschieden reagieren.“

„Die heutige Untersagung der Übernahme von eTraveli durch Booking Holdings ist wegweisend. Denn jetzt ist klar, dass auch die EU-Kommission das Buchungsportal als marktbeherrschend einstuft. Positive Auswirkungen auf anhängige Gerichtsverfahren und Gatekeeper-Nominierungen nach dem Digital Markets Act (DMA) liegen nun auf der Hand“, kommentiert Tobias Warnecke, Geschäftsführer des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Europäische Hoteliers sind täglich den unfairen Geschäftstaktiken mächtiger Online Travel Agencies (OTA) ausgesetzt. Die HOTREC Distribution Study 2022 zeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Hoteliers gezwungen sieht, die Bedingungen von OTA (z.B. hinsichtlich Stornierungsbedingungen oder Sonderrabatten) zu akzeptieren, obwohl sie diese sonst freiwillig nicht akzeptieren würden.

Während die heutige Entscheidung im Hinblick auf die Durchsetzung fairen Wettbewerbs wichtig ist, erinnern HOTREC und IHA auch an die zukunftsweisende gesetzgeberische Entwicklungen mit der Einführung des Digital Markets Acts (DMA). Das Gesetz stellt einen weiteren Meilenstein für die Hotellerie dar: Erstmals werden Gatekeepern europaweit enge und weite Bestpreisklauseln verboten, die Hotels daran hindern, auf ihren eigenen Kanälen einen besseren Preis anzubieten als auf digitalen Plattformen. Zudem wird Unternehmenskunden zukünftig ein angemessenerer Zugang zu den Daten ermöglicht, die von den Plattformen durch ihr Listing gesammelt werden. Im Juli 2023 gab Booking bekannt, dass sich das Unternehmen noch nicht als Gatekeeper im Sinne des DMA qualifiziere. HOTREC hat diese Entwicklung zur Kenntnis genommen und beobachtet die Umsetzung des DMA und die Praktiken der OTA gegenüber ihren Firmenkunden genau.

HOTREC ist der Dachverband der Hotels, Restaurants, Bars und Cafés und ähnlicher Einrichtungen in Europa, der 46 nationale Verbände in 35 Ländern vereint und die Stimme des europäischen Gastgewerbes ist. Die Aufgabe von HOTREC ist es, die Interessen des Gastgewerbes gegenüber der EU und internationalen Institutionen zu vertreten und zu fördern, den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren unter den Mitgliedern zu unterstützen, um Innovationen zu fördern, und als Plattform für Fachwissen für das Gastgewerbe zu fungieren.


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