Falkensteiner sammelt acht Millionen Euro mit Crowdfunding ein

| Hotellerie Hotellerie

Als Nischeninstrument für Start-ups groß geworden, ist Crowdinvesting heute auch für etablierte Unternehmen ein möglicher Bestandteil im Finanzierungsmix. Ein Beispiel dafür ist die kürzlich abgeschlossene Kampagne der Falkensteiner Michaeler Tourismus Group (FMTG). In Kooperation mit CONDA sammelte das Unternehmen auf der neuen Plattform FMTG-Invest rund acht Millionen Euro ein – eine der in diesem Jahr bislang erfolgreichsten Crowdinvesting-Kampagnen im DACH-Raum.

„Crowdinvesting ist erwachsen geworden. Es generieren nach wie vor viele Jungunternehmer Startkapital über unsere Plattform, aber auch immer mehr Klein- sowie Mittelständler und etablierte Unternehmen, denen sich so neue Perspektiven eröffnen. Denn der Markt, in dem sie sich bewegen, erfordert heute ein höheres Tempo und viel Flexibilität“, sagt Daniel Horak, Co-Founder und Managing Partner von CONDA.

So gilt der Mittelstand nicht umsonst als Motor der deutschen Wirtschaft, der infolge häufig eine passende Finanzierung für neue Vorhaben sucht. Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie tragen rund 61 Prozent zur gesamten Netto-Wertschöpfung bei, stellen 55 Prozent der Arbeitsplätze bereit und beschäftigen 80 Prozent der Auszubildenden.

Für die meisten Unternehmen ist Horak zufolge Crowdinvesting kein Ersatz für den klassischen Kredit, aber eine zusätzliche Finanzierungsquelle, bei der unabhängig von Bank- und Anlageberatern Investitionsentscheidungen getroffen werden können. Der Gesetzgeber zählt die Mittel zum eigenkapitalähnlichen Mezzaninkapital. Das schont im Gegensatz zum Kredit die Bilanz des Emittenten und eröffnet ihm weiteren Finanzierungsspielraum. So arbeiten Horak und sein Team mittlerweile mit vielen etablierten Größen zusammen – darunter WEB Windenergie, Giesinger Bräu, Innolytics AG und Karwendelbahn AG. 

Falkensteiner macht Gäste zu Anlegern

Das aktuellste Beispiel ist die Kampagne für die Falkensteiner Michaeler Tourismus Group (FMTG), die 31 Hoteleinheiten in sieben Ländern betreibt. FMTG gibt Anlegern bereits seit 2017 immer wieder die Möglichkeit, am Wachstum des Unternehmens zu partizipieren. Durch die Anfang 2022 besiegelte Partnerschaft mit CONDA wurde dieses Engagement auf ein neues Level gehoben: Zusammen führten die beiden eine eigene Finanzierungsplattform namens FMTG-Invest ein und können gleich bei der Premieren-Kampagne mit einem Rekord aufwarten.

780 Investoren aus dem DACH-Raum, davon knapp ein Drittel weiblich, haben mehr als acht Millionen Euro für den weiteren Ausbau der Tourismusgruppe zur Verfügung gestellt. Damit übertrifft die Finanzierungsrunde nicht nur das Fundingziel von fünf Millionen Euro, sondern stellt alle bisherigen Kampagnen in den Schatten. Das Durchschnittsinvestment liegt bei rund 10.000 Euro.

Anleger wählten zwischen Fixzinsen von 4 Prozent p.a. oder 6,5 Prozent p.a. Jubiläumszinsen bei Auszahlung in Falkensteiner Urlaubsgutscheinen – knapp zwei Drittel entschieden sich für die zweite Möglichkeit. Die Idee hinter der neuen Plattform reicht über den bloßen Zweck hinaus: „Crowdinvesting ist ein fixer Bestandteil unserer Finanzierungsstrategie. Wir sehen es aber auch als innovatives Marketingtool. Die Nähe zum Gast liegt in unseren Südtiroler Wurzeln und zeichnet uns aus. Indem unsere Gäste zu Partnern werden und wir das Unternehmen gemeinsam weiterentwickeln, legen wir den nächsten Meilenstein für nachhaltiges Wachstum“, ist Otmar Michaeler, CEO der FMTG, überzeugt.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der „Room Service Benchmark Report 2026“ von SuitePad basiert auf mehr als 200.000 digitalen Bestellungen aus über 500 Hotels. Laut Bericht gehört das Club Sandwich weltweit zu den meistbestellten Room-Service-Produkten.

Der neue HotelHub Index zeigt für das erste Quartal einen weltweiten Anstieg der Hotelraten, wobei europäische Städte wie Mailand besonders hohe Zuwächse verzeichnen. Geschäftsreisende reagieren mit kürzeren Aufenthalten und dem Ausweichen auf günstigere Standorte.

Der Hotelverband Deutschland hat seinen aktuellen Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ veröffentlicht. Die Publikation analysiert die wirtschaftliche Entwicklung sowie zentrale Kennzahlen der Hotellerie und bietet Hoteliers damit eine wichtige Orientierung für Marktanalysen, betriebliche Entscheidungen und die Einschätzung aktueller Branchentrends.

Die Apartment-Marke Smartments hat ihr Haus im Berliner Prenzlauer Berg nach einer Renovierungsphase wiedereröffnet. Neben neuen Zimmerkategorien für Familien setzt das Unternehmen verstärkt auf mobile Gastgeber und ein multifunktionales Lobbykonzept.

Im Xperience Quartier in Taufkirchen bei München entstehen neben Büroflächen auch ein Hotel und Tagungsbereiche. Nach Angaben von Art-Invest Real Estate hat Hensoldt bereits den kompletten Bürobauteil des Projekts angemietet.

TikTok hat die Einführung von TikTok GO angekündigt. Nutzer in den USA sollen damit Hotels, Freizeitangebote und Touren direkt in der Anwendung entdecken und buchen können. Nach Angaben des Unternehmens wird die Funktion in Videos, Suchergebnissen und Standortseiten integriert.

Die Hotelgruppe Minor Hotels plant bis zum Jahr 2030 die Eröffnung eines neuen Resorts der Marke Anantara am Roten Meer. Das Projekt in Somabay umfasst neben 300 Hotelzimmern auch 150 private Residenzen.

Das Wiener Hotel Altstadt Vienna hat eine Suite nach Harald Krassnitzer benannt. Die Unterkunft wurde laut Mitteilung gemeinsam mit Architekt Roland Nemetz gestaltet und enthält auch persönliche Gegenstände des Schauspielers sowie Designklassiker.

Das Hotel Hafen Hamburg und das Empire Riverside Hotel haben ein Mental-Health-Coaching für Mitarbeiter eingeführt. Nach Angaben des Unternehmens soll das Angebot zur Mitarbeiterbindung und Unterstützung bei beruflichen sowie privaten Belastungen beitragen.

Die neue Hotelmarke Hiamo eröffnet am 15. Mai ihr erstes Haus in Hamburg-Bergedorf. Nach Angaben des Unternehmens setzt das Konzept auf digitale Abläufe und persönliche Betreuung. Die Leitung des Hauses in Hamburg-Bergedorf übernimmt Manuel Dosz.