Gewalt bei Zollkontrolle von Hamburger Hotelkette

| Hotellerie Hotellerie

Der Hamburger Zoll kontrollierte mit Kräften der Finanzkontrolle Schwarzarbeit am 14. August 2019 ganztägig in vier Objekten einer Hamburger Hotelkette die Lohn- und Arbeitsbedingungen der dort tätigen Zimmerreinigungskräfte.

Bei den im Kontrollzeitraum angetroffenen 30 Reinigungskräften handelte es sich ausnahmslos um Beschäftigte eines Subunternehmers, mit dem die Hotelkette einen entsprechenden Werkvertrag über die Reinigung der Hotelzimmer geschlossen hat.

In 22 Fällen sind bei Arbeitnehmern Auffälligkeiten festgestellt worden. So ergab sich gegenüber 11 Überprüften der Verdacht des illegalen Aufenthalts, die gleiche Anzahl konnte keine gültige Arbeitsgenehmigung der Ausländerbehörde vorweisen. In sämtlichen Fällen leiteten die Zöllner entsprechende Ermittlungsverfahren gegen die jeweiligen Personen sowie den Arbeitgeber ein.

Nicht in allen Fällen waren die angetroffenen Arbeitnehmer bereit zu kooperieren: So wendete ein Mann körperliche Gewalt gegenüber den Zöllnern an, um sich der Kontrolle zu entziehen. Gegen ihn erstatteten die Beamten Strafanzeige beim Landeskriminalamt Hamburg übergeben.

Zum vierten Mal hat erst jüngst das Magazin Hinz&Kunzt in den vergangenen Monaten Hamburgs Hotels befragt, wie es heute um die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen der Zimmermädchen steht. Nicht alle wollen darüber sprechen. (Tageskarte berichtete)

177 Hotels nahmen diesmal schriftlich oder telefonisch an der Umfrage teil. Auf Grundlage dieser Auskünfte sowie eigener Recherchen legt das Straßenmagazin erneut eine Klassifikation vor, in der die Sterne danach vergeben werden, wie die Zimmermädchen bezahlt werden – nachzulesen in der August-Ausgabe, die ab morgen auf Hamburgs Straßen erhältlich ist.

Das Ergebnis: In vielen Häusern wird fair gereinigt. 77 Hotels erklärten, dass sie eigene Zimmermädchen angestellt haben und ihnen einen festen Stundenlohn (mindestens 9,19 Euro brutto die Stunde, also den allgemeinen Mindestlohn) bezahlen – unabhängig von der Zahl der Zimmer, die die Reinigungskräfte putzen. 65 dieser Hotels nehmen sogar den Hamburger Hotel- und Gaststätten-Tarif als Maßstab und bezahlen ihren Reinigungskräften 9,97 Euro brutto die Stunde oder mehr – sie sind unsere Fünf-Sterne-Häuser.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit der Eröffnung des Palazzo San Gottardo Lake Como bringt die Radisson Hotel Group ihre Radisson Collection erstmals nach Como. Das restaurierte Gebäude aus dem Jahr 1926 kombiniert historische Architektur mit drei Gastronomiekonzepten und einem Spa-Bereich.

Die Seminaris Hotels machen Zero Waste zum festen Grundprinzip in der Veranstaltungsgastronomie. Bis Ende 2026 soll der Anteil nachhaltiger Speisekonzepte in allen acht Häusern deutlich ausgebaut werden.

Die Motel One Group eröffnet zwei neue Standorte in Frankfurt am Main. Nach der Übernahme ehemaliger Flemings Hotels wurden das Motel One Frankfurt-Hauptbahnhof und das The Cloud One Frankfurt-Metropolitan neugestaltet.

Schleswig-Holstein verzeichnet zum Jahresende ein Plus im Tourismus: Im Dezember 2025 kamen mehr Übernachtungsgäste als im Vorjahresmonat an. Und auch über das Jahr gesehen stieg die Zahl.

Am 14. März 2026 präsentiert die Munich Hotel Alliance im Munich Marriott Hotel City West den dritten „Taste your Future Day“. Das preisgekrönte Event bietet Schülern und Interessierten interaktive Einblicke in die Karrierewege der Münchner Luxushotellerie – vom Sushi-Kurs bis zum Bewerbungscheck.

Nach der abrupten Schließung des Congress Hotels Chemnitz kämpft die Belegschaft um ihre Zukunft. Mit einer eigenen Bewerbungsoffensive bei 15 Hotelgesellschaften und breiter Unterstützung aus der Bevölkerung sucht das Team nun aktiv nach einem neuen Investor für das geschichtsträchtige Hochhaus.

Campingplätze, Hotels, Pensionen und Anbieter von Gästezimmern in Nordrhein-Westfalen verzeichneten 2025 Zuwächse. Und das nach dem Rekordjahr 2024 mit der Fußball-EM im eigenen Land.

Direkt am Pazifik-Strand von Surfers Paradise soll ein Trump-Tower entstehen – mit Rekordanspruch: Das Hotel soll der höchste Wolkenkratzer Australiens werden.

Airbnb baut seine Plattform zu einem KI-basierten System um. Durch den Einsatz intelligenter Sprachmodelle sollen die Suche personalisiert, der Kundensupport automatisiert und die internen Abläufe effizienter gestaltet werden.

Das Hotelprojekt Seegut in Bad Wiessee erreicht den nächsten Meilenstein. Während die Rohbauarbeiten am Tegernsee im Zeitplan liegen, kündigt der Investor die Unterzeichnung des Managementvertrags mit einem Hotelbetreiber für Ende Februar an.